Tagebuch Julia Schmalstieg: Tag 3 - Motivierte Mitarbeiter

[25.04.2012]


Tafel Tafel Den Mittwoch verbringt Roland van Asten immer in der Sauenanlage in Gommla, um hier nach dem Rechten zu schauen. Heute darf ich ihn dabei begleiten. Gommla liegt rund 20 km von Neumark entfernt. In der Anlage, die die Familie van Asten 2007 erworben hat, sind zehn Mitarbeiter beschäftigt.
 
Nach kurzer Büroarbeit begrüßt Roland alle Mitarbeiter im Frühstücksraum per Handschlag. Anschließend findet eine Mitarbeiterbesprechung statt. Für diese Besprechungen hat sich der Chef feste Termine im Kalender reserviert: Montags um 16.00 Uhr in Neumark  und mittwochs um 13 Uhr in Gommla. Der regelmäßige Austausch mit seinen Mitarbeitern ist Roland van Asten sehr wichtig, um früh auf Probleme aufmerksam zu werden.
 
Zunächst findet eine kurze Vorbesprechung mit dem Produktionsleiter der Anlage, Uli, und dem betreuenden Tierarzt statt. Danach stoßen die Verantwortlichen für die einzelnen Produktionsbereiche im Abferkel- und Deck-/Wartestall dazu.
 
Zunächst werden die aktuellen Leistungszahlen durchgesprochen: Wie viele Ferkel wurden in der letzten Woche abgesetzt? Wie hoch waren die Saugferkelverluste? Wie viele Sauen haben umgerauscht usw.. Im Anschluss hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, wichtige Anliegen aus seinem Arbeitsbereich zu schildern und gemeinsam mit den anderen zu diskutieren. Alles kommt offen auf den Tisch.
 
Alle vereinbarten Maßnahmen und Ziele werden in einem Protokoll festgehalten, dass bei der nächsten Besprechung wieder vorgelegt wird. So wird nichts vergessen, und Roland hat immer im Blick, wo der Betrieb steht und was dringend gemacht werden muss.
 
Plan Plan Bei so vielen Mitarbeitern – in Neumarkt sind es sogar 25 – ist es natürlich wichtig, nicht den Überblick zu verlieren. Für das Einteilen der Arbeiten und das Erstellen der Arbeitspläne ist der Produktionsleiter bzw. die Produktionsleiterin zuständig. In Neumark ist das Doreens Aufgabe. Am Ende jeder Woche spricht sie sich mit den Verantwortlichen der jeweiligen Produktionsbereiche ab und verteilt die Aufgaben. Im Abferkelbereich hängt eine große Magnettafel, auf der jedem Mitarbeiter eine feste Spalte zugewiesen ist. Auf farbigen Magnetplättchen stehen die jeweiligen Aufgaben. So weiß jeder genau, was er zu tun hat.
 
Mir fällt auf, dass alle Mitarbeiter hoch motiviert sind. Zwischen den beiden Standorten gibt es eine Art Wettbewerb – natürlich auf freiwilliger Basis. Jeder will besser sein als die Kollegen der anderen Anlage. Eine leistungsbezogene Bezahlung lehnt Roland van Asten aber ab. Das sei ungerecht, so meint er, wenn die Leistungen z.B. durch einen Krankheitseinbruch einbrechen. Das dürfe man den Mitarbeitern nicht anlasten. Ihm ist vielmehr wichtig, dass seine Mitarbeiter ihre Arbeit aus Überzeugung und mit Freude verrichten.
 
Mein Fazit des Tages: Um in großen Anlagen den Überblick nicht zu verlieren, sind regelmäßige Teambesprechungen und übersichtliche Arbeitspläne erforderlich. Und gute Leistungen erzielt man nicht durch Druck, sondern durch eine angenehmes Betriebsklima und mit Mitarbeitern, die Spaß an ihrer Arbeit haben.

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