Mais: So gelingt die Unkrautkontrolle Premium

Gehen chemische und mechanische Strategien Hand in Hand, senkt das die Resistenzgefahr. Zudem ist es wichtig, die Wirkstoffe geschickt zu kombinieren. Empfehlungen gibt Günter Klingenhagen, LWK Nordrhein-Westfalen.

Neue Namen gibt es zwar, neue Wirkstoffe aber nicht. Daher ist es wichtig, dass die vorhandenen wirksam bleiben. Wie ist die derzeitige Resistenz-Situation einzuschätzen?

Mittlerweile gibt es in Deutschland erste Flächen, auf denen Populationen von Hühner- und Borstenhirse nicht mehr ausreichend empfindlich auf Wirkstoffe aus der Gruppe Sulfonylharnstoffe reagieren. Enthalten sind diese z.B. in MaisTer power, Motivell forte und Cato. Das Risiko, resistente Ungräser zu selektieren, steigt mit der Anzahl der behandelten Pflanzen. Daher dürfen sie nicht zur Samenbildung kommen.

Auf Standorten mit starkem Unkrautdruck gelingt dies am sichersten über Spritzfolgen. Möglich ist es aber auch, chemische und mechanische Maßnahmen im Wechsel zu nutzen.

Hacken, wenn’s passt:

Liegen die Maiskörner mit rund 6 cm ausreichend tief, kann man Blindstriegeln (bis der Keimling maximal 1 cm lang ist). Ist der Mais aufgelaufen, können Sie zwar noch striegeln, müssen aber Pflanzenverluste von ca. 10% einkalkulieren.

Wer keine Pflanzenverluste riskieren will, kann zwischen den Reihen hacken – im Prinzip vom Auflauf bis 60 cm Wuchshöhe. Bis zum 5-Blattstadium des Maises arbeiten Rollhacken entweder von der Maisreihe weg oder spezielle Bleche schirmen die Maispflanzen ab, um sie vor dem Verschütten zu schützen. Ab 15 cm Wuchshöhe stellt man die Rollhacke so ein, dass Erde in die Reihe geworfen wird, um dort wachsende Unkräuter zu verschütten. Scharhacken erreichen diesen Effekt über Arbeitstiefe und Fahrgeschwindigkeit.

Eine direkte Hackarbeit in der Reihe ist mit Fingerhacken möglich. Der Einsatz erfordert aber einen Wachstumsvorsprung des Maises vor den Unkräutern. Diesen können Sie entweder durch Blindstriegeln oder eine frühe Herbizidbehandlung erreichen. Wollen Sie das Unkraut in der Reihe mit einer Bandspritze bekämpfen, ist es wichtig, dass die Spritzdüsen deutlich vor den Hackaggregaten angebracht sind. Andernfalls sind die Wirkverluste bei Trockenheit wegen des Staubs zu groß.

Insgesamt ist die mechanische Unkrautkontrolle „leichter geschrieben“ als getan. Bei starkem Unkrautdruck kommt man um eine Bandspritzung oder – wie im Bioanbau – um thermische Verfahren nicht umhin. Zu bedenken ist auch, dass die Bodenbearbeitung organische Substanz abbaut und somit CO2 freisetzt. Ziel ist es demnach nicht, in allen Situationen mechanisch oder gar thermisch zu arbeiten. In folgenden Fällen hat das Striegeln oder Hacken aber Vorteile:

  • Tritt starker Besatz mit Storchschnabel auf (z.B. am Rand) und ist die Witterung trocken, würde die wichtige Grundwirkung von Bodenherbiziden nicht einsetzen. Dann ist ein Striegelgang wirkungsvoller.
  • Günstig ist das Nachfahren von Unkrautnestern mit der Hacke. Ein Beispiel: Auf einem Großteil des Schlages reichte die Herbizidwirkung aus. An den Rändern und auf einem Teilstück ist aber noch Hirse nachgekommen. In diesem Fall lohnt es sich, die Hacke gezielt zu nutzen, weil man mit einer Nachspritzung die Gefahr erhöhen würde, resistente Pflanzen zu selektieren. Diese sind immer zuerst an Stellen zu finden, an denen viele Pflanzen stehen – demnach in den Nestern.
  • Beim Ausbringen von Gülle in Mais mit Schleppschläuchen kann die Hacke Ausgasungsverluste verhindern und gleichzeitig Unkräuter bekämpfen. Bei dickflüssiger Gülle oder bei trockenem Wetter sind ...

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