Mehr Mängel durch viröse Eisenfleckigkeit Premium

Das Tobacco Rattle Virus sorgt für zunehmende Qualitätsmängel im Kartoffelbau. Übertragen wird es von freilebenden Nematoden. Was Sie dagegen tun können, wissen Dr. Marianne Benker und Dr. Monika Heupel, Landwirtschaftskammer NRW. Die „Eisenfleckigkeit“, die kleine braune Flecken im Knolleninnern verursacht, bereitet zunehmend Probleme im Kartoffelanbau. 2009, 2011 und 2012 waren Starkbefallsjahre in Nordrhein-Westfalen (NRW). Zahlreiche Partien wiesen über 50 % befallene Knollen auf. Hohe Qualitätsabzüge bis zur Weigerung der Annahme und die Entsorgung befallener Partien waren die Folge. Neben den „Eisenflecken“ können Ringnekrosen auf der Knollenoberfläche und Pfropfenbildung im Knollenfleisch auftreten. Verantwortlich für diese Symptome ist das Tobacco Rattle Virus. Im Boden freilebende Nematoden (Trichodoriden) übertragen dieses Virus. Bei hohen Bodenfeuchten und warmen Temperaturen entwickeln sich diese optimal, befallen die Kartoffelwurzeln und übertragen das Virus. Erste Symptome sind in anfälligen Sorten häufig schon Mitte/Ende Juli zu finden. Der Befall nimmt dann bis zur Ernte und im Lager noch weiter zu. In 2009 war in NRW zunächst unklar, ob es sich um die physiologische oder viröse Eisenfleckigkeit handelt. Seitdem untersucht der Pflanzenschutzdienst betroffene Knollen molekularbiologisch auf das Tobacco Rattle Virus. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass in fast allen Proben das Virus für die Eisenfleckigkeit verantwortlich war. Mehr Virussymptome:Die Ursachen, warum die viröse Eisenfleckigkeit in den letzten Jahren deutlich zunimmt, sind vielfältig. Sie erklären sich unter anderem durch den Wegfall der Boden­entseuchungsmittel, enge Fruchtfolgen und eine intensivere Nutzung der Flächen (z .B. Gemüsebau). Auch die geforderten Wasser- und Erosionsschutzmaßnahmen, wie z. B. Gründüngung, Zwischenfruchtanbau und reduzierte Bodenbearbeitung, fördern die frei-lebenden Nematoden und hierdurch die Virusübertragung deutlich. Test auf Virusbefall:Die deutliche Zunahme der Eisenfleckigkeit gab Anlass, nach Lösungsansätzen zu suchen. Deshalb hat der Pflanzenschutzsdienst der Landwirtschaftskammer NRW in 2009 einen Biotest als Hilfestellung für Landwirte entwickelt. Hiermit lässt sich feststellen, ob auf der für das nächste Jahr eingeplanten Kartoffelanbaufläche ein Risiko auf Tobacco Rattle Virus besteht. Wie der Tabaktest funktioniert, lesen Sie im nebenstehenden Kasten. Die Trichodoriden, die das Virus übertragen, treten im Vergleich zu den anderen freilebenden Nematoden im Boden ...

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