So bleiben Ihre Kartoffeln gesund Premium

Wer zu spät kommt, hat verloren – das gilt vor allem bei Krautfäule. Empfehlungen zu Strategien auch gegen Alternaria gibt Hans-Jürgen Meßmer, LTZ Augustenberg.

Trotz der Dürre traten 2018 in Kartoffeln viele pilzliche Krankheiten auf. So förderte die Hitze besonders die Colletotrichum-Welke. Einen Befall verwechselt man leicht mit einer „zu frühen“ natürlichen Abreife.

Krankheitsdruck trotz Hitze?

Verursacher der Welkekrankheit ist der bodenbürtige Pilz Colletotrichum coccodes, der normalerweise nur bei alternden Pflanzen auftritt und deshalb kaum Schäden verursacht. Auf Flächen, auf denen bislang keine Kartoffeln standen, spielt der Erreger keine allzu große Rolle, wie länderübergreifende Versuche zeigen. Anders ist das allerdings bei intensivem Kartoffelanbau. In engen Fruchtfolgen kann es bei ungünstiger Witterung – wie 2018 – insbesondere durch Trockenstress zu einem deutlich früheren massiven Ausbruch kommen. In solch gestressten Beständen hat dann auch der Schwächeparasit Alternaria ein leichtes Spiel. Zusätzlich ließ sich im letzten Jahr ein stärkerer Befall mit Cladosporium-Schwärzepilzen feststellen.

Der Infektionsdruck mit Krautfäule war Mitte bis Ende Juni 2018 hoch. Dies führte dazu, dass bereits Mitte Juli das Kraut in der unbehandelten Kontrolle zu fast 50% mit Krautfäule befallen war. Danach ließ die Wetterlage keine Infektionen mehr zu. Auffallend war, dass die Pflanzen durch die intensive Sonneneinstrahlung geschädigt wurden, was sich durch Nekrosen und Chlorosen an den Blättern zeigte. Das Kartoffelkraut in der Kontrolle war Ende August weitgehend abgestorben bzw. nekrotisiert.

Der Spritzstart muss sitzen

Der Zeitpunkt und die Intensität des Erstauftretens von Krautfäule wechseln abhängig von der Witterung. Sind Ihre Kartoffelschläge zu Beginn der Vegetationsperiode wegen ergiebiger Niederschläge über mehrere Tage nicht befahrbar, ist ein frühes, massives Auftreten von Stängel- und Wipfelbefall durch Primärbefall meist bereits vor Reihenschluss sehr wahrscheinlich.

Wichtig ist, Ihre Bestände genau zu beobachten und je nach Infektionsdruck, Witterung und Wachstumsverlauf flexibel zu handeln. Entscheidend ist dabei ein rechtzeitiger Spritzstart! Nur wenn dieser exakt zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, lässt sich eine Krautfäule-Epidemie verhindern. Die besten Ergebnisse erzielen Sie immer dann, wenn Sie die erste Spritzung mehrere Tage (rund 8 bis 10 Tage) vor dem ersten sichtbaren Feldbefall durchführen.

Um diesen Zeitpunkt möglichst genau treffen zu können, helfen PC-Simulationsprogramme. Das Modell Simblight ermittelt den Spritzstart anhand von Temperatur, Niederschlag, relativer Luftfeuchte und Bodenfeuchte. Neben einer regionalen Übersicht ist damit auch eine schlagspezifische Prognose möglich. Nach Angabe der Sorte, des Auflaufdatums (80% der Kartoffelpflanzen sind aufgelaufen), der Anbaudichte, Bodenfeuchte und Befahrbarkeit zeigt Ihnen das Modell den optimalen Tag der Behandlung an. Es ist unter www.isip.de kostenfrei abrufbar.

Ein Beispiel für einen von Simblight ermittelten Spritzstart am Versuchsstandort Donaueschingen zeigt Übersicht 1. In diesem Fall lag der optimale Termin der Erstbehandlung im letzten Jahr erst nach der Blüte, und zwar ...

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Artikel geschrieben von

Matthias Bröker

Redakteur Ackerbau/Grünland

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