So bleiben Kraut und Knolle gesund Premium

Die neueste Krautfäule-Population ist aggressiver und bildet mehr Sporen. Wie Sie den Pilz dennoch bekämpfen können und zusätzlich Alternaria in Schach halten, erklärt Hans-Jürgen Meßmer, LTZ Augustenberg, Außenstelle Donaueschingen.

Wann schlägt der immer aggressivere Krautfäule-Erreger zu? Diese Frage ist für Kartoffel-anbauer entscheidend. Denn der Pilz ist unberechenbar: Entweder tritt – wie in 2013 und 2015 – fast kein Befall auf, oder er ist wie im letzten Jahr kaum zu kontrollieren. Extreme Krautfäulejahre kommen in der Regel alle drei bis vier Jahre vor. Zusätzlich sorgt die Dürrfleckenkrankheit Alternaria immer wieder für böse Überraschungen.

Neben erheblichen Ertragsausfällen verursacht der Krautfäulepilz auch hohe Qualitätseinbußen. Die großen Probleme in vielen Regionen im letzten Jahr resultierten vor allem aus extrem hohen Niederschlägen und latent belastetem Pflanzgut. Zudem gab es einen enorm hohen Anteil an Durchwuchskartoffeln in anderen Kulturen, die das Risiko einer Infektion deutlich erhöhten. Wer seine Fungizidstrategie nicht optimal anpasste, musste häufig massive Schäden in Kauf nehmen.

Der Spritzstart entscheidet!

Der Zeitpunkt und die Intensität des Erstauftretens von Krautfäule hängen wesentlich von der Witterung ab. Sind Ihre Kartoffelschläge zu Beginn der Vegetationsperiode wegen ergiebiger Niederschläge über mehrere Tage nicht befahrbar, müssen Sie mit frühem, massivem Stängel- und Wipfelbefall bereits vor Reihenschluss rechnen. Vor allem in diesen Fällen ist ein rechtzeitiger Spritzstart, ein optimaler Spritzabstand und die passende Fungizidstrategie wichtig.

Nur wenn der erste Spritztermin exakt zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, ist eine Krautfäuleepidemie zu verhindern. Die besten Erfolge erzielen Sie immer dann, wenn der Fungizideinsatz bereits mehrere Tage (ca. 8 bis 10 Tage) vor dem ersten sichtbaren Feldbefall erfolgt.

Um diesen Zeitpunkt möglichst genau treffen zu können, helfen computergestützte Simulationsprogramme. Das weiterentwickelte Modell „Simblight“ nutzt zur Berechnung des Behandlungsbeginns nun zusätzlich die Bodenfeuchte. Unter www.isip.de sind Prognosemodelle in nahezu allen Bundesländern kostenfrei abrufbar. Für die Berechnung des Spritzstarts sind folgende Parameter in der Regel notwendig.

  • Name der angebauten Sorte,
  • Datum, nach dem mindestens 80% der Kartoffelpflanzen aufgelaufen sind,
  • Anteil der Kartoffelfelder in der Region und
  • die Befahrbarkeit des Schlages.

Als Ergebnis liefert z.B. das Prognosemodell Simblight den Phytophthora-Index. Dieser beschreibt das Risiko für das Erstauftreten von Krautfäule. Bei einem Wert von 100 ist der Behandlungsbeginn erreicht. Das System zeigt Ihnen das konkrete Datum für den Spritzstart an. Die bundesweite Trefferquote liegt nach unseren Erfahrungen bei nahezu 100%. Eine eventuell falsche Prognose führt allenfalls dazu, dass zu früh behandelt wird.

Strategien für Ihre ...

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