Interview

Aeikens zur Düngeverordnung: "Wir werden nachbessern müssen" Premium

Für Agrar-Staatssekretär Aeikens sind die zusätzlichen Forderungen der Kommission hinsichtlich der Sperrfristen bei Festmist und Grünland sowie der Düngung auf Hangflächen gesetzt und nicht mehr abwendbar. Nur über den 20-prozentigen Abschlag bei der Stickstoffdüngung in belasteten Gebieten könne man noch diskutieren.

Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens, lässt keinen Zweifel daran, dass man den zusätzlichen Forderungen der Kommission hinsichtlich der Sperrfristen bei Festmist und Grünland sowie der Düngung auf Hangflächen werde nachkommen müssen. Im Interview (s.u.) kündigt er zugleich an, über den in der landwirtschaftlichen Praxis scharf kritisierten 20-prozentigen Abschlag bei der Stickstoffdüngung in belasteten Gebieten noch einmal mit dem Bundesumweltministerium und der Brüsseler Administration zu diskutieren.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erklärte unterdessen über Twitter, dass man die Vorgaben der EU-Kommission ernst nehme, diese für die Landwirte aber auch praktikabel sein müssten. Unterdessen wurde bekannt, dass der Absatz von mineralischen Stickstoffdüngemitteln in Deutschland erneut gesunken ist.

Interview

AGRA-EUROPE: EU-Umweltkommissar Vella fordert die Bundesregierung dazu auf, kurzfristig einen umfassenden Entwurf zur Änderung der Düngeverordnung vorzulegen. Werden Sie der Aufforderung nachkommen?

Aeikens: Ja. Die Bundesregierung plant, der Europäischen Kommission einen in einigen Punkten geänderten Entwurf zur Düngeverordnung vorzulegen.

Der Kommissar verlangt in seinem Schreiben an die Bundesregierung von Mitte März eine Reihe von Nachbesserungen Ihrer Vorschläge von Ende Januar. Wie stehen Sie generell zu der Kritik, die bisherigen Vorschläge seien zu wenig ambitioniert?

Aeikens: Die bisherigen Vorschläge wurden seitens der Europäischen Kommission grundsätzlich akzeptiert. Sie hat weitere Punkte angesprochen, die sich aus dem Urteil des EuGH ergeben. Das betrifft die Sperrzeiten bei Festmist und Grünland sowie die Düngung im hängigen Gelände mit einer Hangneigung von mehr als 15 %.

Werden Sie dem nachkommen?

Aeikens: Wir werden hier nachbessern müssen. Die konkreten Nachbesserungen sind noch in der Prüfung und ...

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Diskussionen zum Artikel

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von Gregor Grosse-Kock

Das ganze

Ist eine Show, wie im Politbüro. Hr.Vella ist Bauingenieur und Tourismus Manager, das alles hat doch mit Sachverstand nichts mehr zu tun!!! Wir können fast an allen so genannten alternativlosen Entscheidenungen sehen, wie dümmlich diese sind und wie weit Europa damit zerstört wird. Die Dummheit hat die Hoheit!!

von Walter Rothenbacher

Unser Bauernverband

Warum hört man von unserem Deutschen Bauernverband keine Gegenstimmen zu der unlogischen Düngeverordnung. In keiner Zeitung nicht mal in den Fachzeitungen ist hier dazu etwas zu lesen. Müssen wir den alles so hinnehmen wie die Politiker es sich wünschen? Nein, so geht es nicht. Wen wundert es wenn so manche Bauern den Hof aufgeben.

von Klaus Fiederling

Der Glaube an die Wahrheit beginnt mit dem Zweifel an allen bis dahin geglaubten Wahrheiten (Nietzsche)

Sind wir Bauern demzufolge bislang treudoof gutgläubig den falschen Propheten gefolgt!? Wer sind diese Propheten? Haben selbige dato zumindest ein schlechtes Gewissen? - Wohl kaum! // Welche Auswirkungen ergeben sich für die jeweilige Fläche, wenn diese in einem ausgewiesenen ROTEN GEBIET liegt? Ehrlicherweise sollte man bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt medial unumwunden offen, ehrlich und transparent kommunizieren, welche Konsequenzen sich hieraus sofort ergeben werden. Formuliert DAS glasklar! Resultiert aus den in Rede stehenden roten Gebieten eine mögliche Wertsteigerung der betroffenen Flächen oder findet nicht genau das Gegenteil statt; als dritte Option, gibt es damit einhergehend überhaupt keine Veränderungen? // Werter Herr Aikens, tragen Sie vorgenannte weitreichenden Konsequenzen an den EU-Umweltkommissar Karmenu Vella unmissverständlich heran; unsere Gesellschaft fordert das ein, deshalb MUSS(!) die EU-Kommission diese Frage auch sofort wahrheitsgemäß beantworten! // In den virtuellen Büchern unserer Analysten sind die roten Gebiete übrigens nicht existent, sehr häufig Regionen fruchtbarster Böden mit gigantischem Ertragspotential, das auch seitens der EU-Kommission für die zu erwartende Ernte 2019 bereits eingepreist ist. Von Luft und Liebe generiert das neue Sortenspektrum mithin die gemutmaßten Ertragssteigerungen von 8-10%, aus einem derzeitigen Stickstoffdüngerabsatz jedenfalls kann man diese nicht herleiten, hier stehen eher gegenläufige Vorzeichen mit entsprechenden Erwartungen im Raum. Wenn man dabei eingangs April die Niederschlagssituation noch mit berücksichtigt, bleibt‘s äußerst spannend. Unsere Winterwasservorräte gehen aktuell schon spürbar zur Neige mit Auswirkungen auf den weiteren Düngerbedarf. // Der DWD stellt mit sofortiger Wirkung bei 6-wöchiger Zuverlässigkeit sein Prognosemodell für die jeweils vorherrschenden Bodenfeuchten zur Verfügung. Herr Aikens, stellen Sie das neue DWD-Prognosemodell der EU-Kommission anheim, insbesondere Herrn EU-Kommissar Vella; jetzt endlich kann man nämlich genaue Angaben zur Nitratbelastung machen, eine extrem verzerrende Schätzometrie könnte damit sofort ad acta gelegt werden (Ablage Papierkorb!). Heute schon die nutzbaren Feldkapazitäten en détail bis Mitte Mai vorhersehen zu können, gestattet dem erfahrenen Praktiker die richtigen Folgerungen hieraus ziehen und auf dem Acker entsprechend reagieren zu können. - Hoffentlich kann unser DWD sein brillantes Versprechen an uns Bauern auch einhalten!

von Heinrich Roettger

Unglaublich unverfroren.Die 20 % Abzugsregelung gehört sofort gestrichen.

Wer die 20 % Regelung zuerst streicht, darf in der Regierung bleiben , der andere muss seinen Hut nehmen! JEDER TAG ZÄHLT BIS ZUM 4.APRIL

von Wilhelm Grimm

Das übliche Palaver.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass das BMEL nur den hilflosen Wurmfortsatz des NABU-Ministeriums und dem von den Umweltverbänden gesteuerten EU-Kommissar Vella spielt, die sich die Bälle geschickt zuspielen und dann noch mit der Rückendeckung des landwirtschaftlich ahnungslosen EuGH agieren können. Das BMEL darf lediglich ein paar Schönheitskorrekturen beisteuern, das BMEL ist unter schwarz/grün für uns Bauern wertlos. Den Unkundigen hat diese Regierung die Macht über die gut Ausgebildeten gegeben. Das kann nicht gut gehen.

von Steffen Hinrichs

Auf dem Grünland gibt es doch wohl kaum Probleme!

Sollte man nicht besser an den Verursachern ran, wir mit hauptsächlich Grünland und sogar unter 2GV/ha sollen jetzt auch herhalten !? Wieviel hat nicht die CDU zu diesem Dilemma Jahrzehntelang mit zu beigetragen und nun leiden Alle darunter !

von Gerd Uken

Warum gibt es eigentlich keine europaweite

einheitliche Regelung. Die Niederländer haben ja auch die Phosphatquote noch eingeführt und jetzt sehen auch noch die Verpächter ihren Anspruch darauf wer also länger als 13 Jahre gepachtet hat muss am Ende den „Bungalow“ an P Rechten zur Hälfte abgeben. Wir leben in einer ungerechten Welt ......... Und das alles immer nur uns anzulasten ist auch schon dreist. Diese ganze Gülle/Nitratdiskussion hätte man sich sparen können hätte man nicht so schlampig gearbeitet.

von Gregor Grosse-Kock

Düngeverordnung

Moratorium ist angesagt , das der Melde Stuss der deutschen Eiferer richtig gestellt werden kann. Somit wird eine repräsentatives Brunnennetz gemeldet und wir können uns mit unseren Nitratwerten so darstellen wie wir sind und nicht viel schlechter als wir sind. Es gehört Frau Schulze und Hr.Flasbarth gehörig die Wahrheit um die Ohren gehauen. Warum sucht unser DBV nicht die Öffentlichkeit als wie nur am 4.4.?

von Willy Toft

Wir sollen auf dem Altar der EU- Bürokratie geopfert werden, obwohl die EU nur.......

durch unsere Behörden nicht Umfänglich informiert worden sind! Die Messstellen in und an den Städten, oder an großen Wald- oder Moor- Gebieten können wir niemals mit den Dünger- Einsparungen beeinflussen!! Wären alle 11.000 Messstellen gemeldet worden, hätte man ein objektives Bild der Republik erhalten, so bleiben wir das viel zitierte Bauernopfer!

von Gerd Uken

Sorry

Verkennt sollte es heiße

von Gerd Uken

Eins. Erkennt der“ Ostfriesenjunge“

Ja komplett -in unserer Region haben wir diese Überdungung nicht verursacht- also sollte man doch dort anlegen wo es nötigt tut und außerdem Hanglagen haben wir nicht außer am Deich. Warum also eine ganze Grünlandregion nochmals abstrafen?

von Annette Eberle

Meßstellenauswahl

Ich glaube dem Herrn kein Wort. Am 26. Mai ist Zahltag (Wahltag) .

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