Brandenburg

Bauernbund schreibt Merkel zur Düngeverordnung: 90 % der Bauern düngen korrekt

Der Bauernbund Brandenburg bittet Bundeskanzlerin Angela Merkel, für die 90 % der Bauern, die ihre Düngung korrekt auf dem eigenen Hof zur Pflanzenernährung einsetzen, die Düngeregeln zu vereinfachen.

Der Bauernbund Brandenburg hat sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt mit der Bitte, sich für eine ökologisch wirksame und ökonomisch angemessene Düngeverordnung einzusetzen. "Weder die Düngeverordnung 2017 noch die geplanten Verschärfungen lösen das Problem", sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze, der in Krielow im Havelland Ackerbau und Mutterkuhhaltung betreibt.

"Das ist wie wenn man wegen einer Handvoll Raser überall Tempo 30 vorschreibt, statt an den Unfallschwerpunkten Blitzer aufzustellen." Die EU-Nitratrichtlinie schreibe die flächendeckende Gültigkeit von Düngeregeln keineswegs vor, argumentiert der 47jährige Landwirt und plädiert daher für eine Differenzierung nach Betrieben und Regionen.

Konkret schlägt der Bauernbund eine Verzehnfachung der Grundwassermessstellen und ein einheitliches Verfahren zur Probeentnahme vor, um realistische Erkenntnisse über den Zustand des Grundwassers zu gewinnen. Parallel sollen besonders intensive Betriebe mit Tierhaltung oder Biogas über die 2017 eingeführte Stoffstrombilanz den Verbleib ihrer Nährstoffe nachweisen.

"Der Rest ist Verwaltungsvollzug, das heißt Risikobetriebe und Problemregionen müssen kontrolliert und wenn nötig in der Düngung konsequent eingeschränkt werden", fordert Hintze. Die weitaus mehr als 90 Prozent der Bauern hingegen, für die es "keinen nachvollziehbaren Anreiz gibt, Nährstoffe anders zu platzieren als direkt an der Nutzpflanze", sollten nach Auffassung des Bauernbundes wieder nach den Düngeregeln von 2006 wirtschaften dürfen.

Dass bei der Diskussion um die Düngeverordnung Fachrecht politisch missbraucht und der Berufsstand pauschal verunglimpft wird, empfindet Hintze als "zutiefst unredlich" und begründet damit seine Intervention bei Merkel: "Wenn Politik und Wirklichkeit allzuweit auseinanderklaffen, ist das über die angesprochenen Themen hinaus nicht gut für unser Land und seine demokratische Kultur. Hier ist Ihre Autorität als Bundeskanzlerin gefragt."

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Aukamp

Düngeverordnung MdB

verzehnfachung der Messstellen und keine neue Bürden für korrekt düngende Landwirte - abwägen was Sinn macht und Verschärfen wo wirklich nötig - das ist sinnig und wird vom DBV und der Politik sicherlich unterstützt. Es wird der Wissenschaft, der Natur, der Umwelt und den Landwirten Rechnung getragen. Eine Düngeverordnung -mit der Brechstange- nach jetztiger Manier ist nicht unumstritten und politisch riskant. Welcher Politiker will sich schon in 2-3 jahren sagen lassen, dass er die kleinbäuerlichen Strukturen unnötig bürokratisch erschlagen hat ?

von Christian Bothe

@Nagl

Das finde ich doch etwas daneben, Ihre Ironie H.Nagl. Das die Dame in Südafrika geheiratet hat sei ihr doch vegönnt oder? Ich weiß ja nicht wohin Sie klimaneutral in Urlaub fahren? Es wird ja nun schon genug klimatisch landwirtschaftlich verursachter Unsinn behauptet und man sollte da nicht noch Frau Klöckner auf Hochzeit damit konfrontieren,meine ich. Zum Fachthema oben gibt es nichts weiter zu sagen und der DBV sollte das unterstützen!

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Rückschritt in alte Zeiten? - nicht möglich

Zitat: "Die weitaus mehr als 90 Prozent der Bauern hingegen, für die es "keinen nachvollziehbaren Anreiz gibt, Nährstoffe anders zu platzieren als direkt an der Nutzpflanze", sollten nach Auffassung des Bauernbundes wieder nach den Düngeregeln von 2006 wirtschaften dürfen." Zitat Ende. Das ca. 80-90% der Bauern gewissenhaft düngen steht außer Frage. Nährstoffe direkt an der Nutzpflanze zu platzieren ist auch korrekt. Das ist aber nicht alles!! - Wichtig ist auch, dass nach nur nach Nährstoffentzug abzügl. der N/min Werte gedüngt wird!!. Hier liegt der Casus knaxus der gesamten Problematik. Mit der Düngeverordnung 2017 wurde, nach meiner Meinung, der richtige Weg eingeschlagen um eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Kulturen zu gewährleisten. Ein Rückschritt in alte Zeiten kann und wird es nicht geben. Wenn sich alle Landwirte an die Vorgaben halten und die Politik endlich ihr Gehirn einschaltet, dass die Nitratwerte von Heute die Düngung von Gestern widerspiegeln, können alle damit leben. Macht endlich Schluss mit immer neuen Auflagen im Bereich der Landwirtschaft und Finger weg von den CO² Werten damit dieser Berufsstand eine Zukunft hat.

von Albert Maier

Die Position des Bauernbundes ist zu 100%...

...RICHTIG und zu unterstützen. Es bleibt zu hoffen, dass der DBV sich uneingeschränt anschliesst.

von Hans Nagl

Liebe TA Redaktion

Wo bleibt ein Bericht über die Klimafreundliche Heirat von unserer Landwirtschaftsminsterin ?

Anmerkung der Redaktion

Das hatten wir direkt am Tag der Verkündung bei Facebook (237.500 Leser) und Twitter (8.290 Empfänger) inkl. Foto veröffentlicht.

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