Leitlinien Ackerbau

Bauernverband SH ruft Mitglieder zu Anpassung auf

Der Bauernverband erwartet, dass die Landwirte die neue Ackerbaustrategie leben und sich den neuen Herausforderungen anpassen. Gerade ältere Kollegen müssten weg vom "Das haben wir immer so gemacht".

Der Bauernverband Schleswig-Holstein erinnert seine mehr als 12.000 Mitglieder daran, Landwirtschaft nach dem Vorbild der "guten fachlichen Praxis" zu betreiben. Sie sollten die Fruchtfolge beachten und Dünger umsichtig ausbringen. Mit neuen Leitlinien für den nachhaltigen Ackerbau will der Verband auf Kritik aus Politik und Gesellschaft an der heutigen Landwirtschaft reagieren, berichtet der NDR.

Der Bauernverband biete dazu Praxistipps und benennt Förderlücken, heißt es. Die Bauern seien aufgerufen, sich notwendigen Veränderungen nicht zu verweigern. Als Beispiele nannte Verbandspräsident Werner Schwarz am Donnerstag in Kiel den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, sowie die Erhaltung der biologischen Vielfalt.

"Landwirtschaft hat sich immer angepasst", sagte Schwarz weiter. "Wir erwarten, dass unsere Berufskollegen das in ihre Ackerbaustrategie mit einbauen.“ Jüngere Landwirte setzten Veränderungen oft sehr aufgeschlossen um. Ältere verhielten sich da weit kritischer - nach dem Motto "Das haben wir schon immer so gemacht".

Beim Schwerpunktthema Einsatz von Dünger dringt der Bauernverband laut NDR darauf, mit Gülle, Mist und Jauche die Bodenfruchtbarkeit zu stärken und zugleich den Verbrauch von Mineraldünger zu senken. Lagerbehälter für Gülle sind punktuell nötig, wo der Nährstoff im Übermaß anfällt. Aber auch an bislang nicht genutzten Standorten. Perspektivisch soll aber weniger Gülle gezielter in die Böden eingebracht werden.

Was regional übrig bleibt, müsse landesweit verschoben werden, zitiert der Sender Schwarz weiter. Die Rede ist von einem Fünftel bis zu einem Drittel der Gesamtmenge anfallender Tierexkremente im Norden.

Kritisch-distanziert äußere sich der Verband zum Ende von Glyphosat. Für Schwarz ist klar, dass dann Unkraut stärker mechanisch bekämpft werden muss.

Bundesregierung plant weitere Verschärfungen in der Düngeverordnung

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hermann Reinmuth

Lachnummer

aber der Fisch stinkt vom Kopf

von Roland Opitz

Unglaublich

Bisher hatte ich geglaubt der Bauernverband vertritt die Interessen der Landwirte und nicht grüne Ideologien. Nur zur Kenntnisnahme von Herrn Schwarz, die neue Düngeverordnung hat nichts mit guter fachlicher Praxis und schon gar nichts mehr mit vernünftigem Ackerbau zu tun. Es gibt nämlich auch Regionen in Deutschland die nie mit Gülle oder Gärresten überschwemmt wurden. Aber nach dieser Verunglimpfung seiner eigenen Mitglieder kann man nur den Landwirten gratulieren die diesem Verband nicht angehören. Roland Opitz Dipl.-Ing.-agr.

von Reinhard Matzat

@Didrich Stromann

Du hast sowas von Recht! BV Schwarz Widerspricht uns unsere ständige Innovation die wir Tag für Tag und Jahr aus Jahr ein für unsere Betriebe an den Tag legen ! Scheinbar will BV Schwartz uns auch alle samt in die BLÜMCHEN und BIO SAKGASSE treiben !

von Diedrich Stroman

BV Schwarz!

Einfach unsachlich und unverschämt sich über Landwirtschaft die in der Sackgasse der Politik getrieben wird solche Äußerungen von sich zu geben!!Das grenzt an übles Bauernbasching!!Und Anzeichen von Realitätsverlust!!

von Albert Maier

Dieser Aufruf des BV...

...geht gar nicht!!! Er setzt am Ende des Tages die Bauern schachmatt!!!

von Hermann Kamm

Mich wundert es,

das der Bauernverband überhaupt noch über so viele Mitglieder in SH verfügt.

von John Nissen

Scheinheilig

Wann erklärt mal jemand, dass Vielfalt und "Ökologisierung" den Bauern direkt Geld kosten. Wenn man nicht versucht von jedem Hektar einen möglichst hohen DB zu erwirtschaften, dann hat man verloren bei den Kosten (Pachten). Ach ja, zur Dürrehilfe und deren mieser Verteilung hat der BV auch nichts mehr öffentlich gesagt. Die Betriebe, denen "gute fachliche Praxis" sowie ein vernünftiger Umgang mit Düngemitteln völlig egal waren, die sind heute die großen Pachtentreiber. Da hat der BV auch nie rechtzeitig mahnende Worte gefunden sondern noch Unterstützung gebracht. Herr Schwarz sollte erst mal zur Vernunft unter den Landwirten aufrufen und gezielt die schwarzen Schafe ansprechen ihre Wirtschaftsweise zu überdenken, um eine Veränderung anzustoßen. Was nützt es wenn Höfe mit 100 - 200 Hektar etwas mehr Vielfalt anwenden und bestraft werden, aber der Biogasbauer mit Mais-Weizen-Raps 1000 Hektar zusammenpachtet und noch hoch subentioniert belohnt wird.

von Ernst Storm

Anpassung

Anpassung regelt der markt und keine diffusen ratschläge oder Vorschriften!! ernst Storm

von Wilhelm Grimm

Aufpassen beim Anpassen !

Die Bauernhöfe haben sich in den letzten 50 Jahren stndig angepasst und werden das auch weiter tun, auch in Richtung Nachhaltigkeit, wenn man uns denn lassen würde. Das tut der Staat und seine Parteien mit einer verhängnisvollen Gesetzgebung aber nicht, im Gegenteil Dafür gibt es sehr viele Beispiele: Gentechnik, Glyphosat, Neonikotinide und Pflanzenschutz allgemein sind nur einige der staatlich erzwungenen Sündenfälle. Wichtige Pfeiler einer gesundenen Fruchtfolge wie Zuckerrüben und Raps werden wgen staatlicher Eingriffe weniger. Da ist es doch scheinheilig, uns wegen vereinfachter Fruchtfolgen anzugreifen. Für die Tierhaltung gilt das leider auch. Immer neue Vorschriften und Baubehinderungen für veränderungsbereite Tierhalter überfordern die Landwirte in großer Zahl.

von Josef Meier

Anpassen ja,

aber in erster Linie an fachlich und betriebswirtschaftlich richtige Massnahmen. Diese waren auch meistens für Natur und Umwelt die nachhaltigeren Entscheidungen. Was der BV- SH hier fordert ist die Befolgung und Bedienung eines überwiegend kranken und Natur und Nachhaltigkeits schädlichen Zeitgeistes. Anstatt fachlicher Aufklärung fordert hier unser Verband die Unterwerfung an den Mainstream. Warum erklärt der BV der Bevölkerung nicht, dass ein hektar ordentlicher Mais oder Rüben die doppelte Menge an CO2 aufnimmt als dieselbe Waldfläche. Warum sagt er nicht dass die Rückführung unserer Landwirtschaft auf die vielgepriesene Kriegsmangelbiowirtschaft die gleiche Fläche an Urwald in Brasilien kostet. Ich verstehe zwar unvermeidliche politische Zwänge unserer Verbandsleute, aber weit schlimmer ist häufig deren schlechte oder fehlende fachliche Kompetenz.

von Frank Groenewold

Früher hatte man drei Felderwirtschaft heute geht das nicht mehr ,vor allen mit Gründland wäre das gut mal zuwechseln mit Ackerland .

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