Grundbesitzer und Umweltschützer an einem Tisch

Brandenburg: Spitzentreffen zum Insektenschutz gescheitert

Es hätte Vorbildcharakter für ganz Deutschland haben können: Grundbesitzer und Umweltverbände wollten gemeinsam ein Konzept für den Insektenschutz erarbeiten, an dem alle erfolgreich mitarbeiten. Einzige Bedingung: Dialog statt Verbot. Genau daran ist die Idee schon nach dem ersten Treffen gescheitert. Die Umweltschützer verlangen flächendeckende Verbote.

Ein Treffen zwischen den Verbänden des ländlichen Raums und Naturschutzorganisationen (NGOs) zum Thema Insektenschutz in Brandenburg ist am Mittwoch in Potsdam ohne Einigung beendet worden.

Laut dem Landesbauernverband hatten die NGOs bei dem Treffen klar formuliert, dass es nur mit flächendeckenden Verboten wie beispielweise beim Einsatz von Pestiziden zu einem aus ihrer Sicht angemessenen Artenschutz kommen kann. Das Argument der Vertreter des ländlichen Raums, durch Dialog statt Verbot zum Erfolg zu kommen, und dass der Insektenschutz nur im Verbund und unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und mit den Landnutzern erfolgreich umgesetzt werden könne, lehnten BUND, Nabu, Grüne Liga sowie die Naturfreunde Brandenburg kategorisch ab.

„Die Haltung der NGOs ist weder nachvollziehbar noch verständlich“, sagt Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbands Brandenburg, für die Verbände des ländlichen Raums. „Es ist offensichtlich, dass die NGOs beim Insektenschutz eine ideologisch getriebene Verbots- und Bevormundungsstrategie verfolgen. Dabei wird keine Rücksicht auf die Belange und Bedürfnisse der Menschen genommen, die im ländlichen Raum arbeiten und leben und deren Lebensgrundlage die nachhaltige Bewirtschaftung der Natur ist.“

„Die Landnutzer sind diejenigen, auf deren Flächen gute Ideen zum Artenschutz umgesetzt werden können und bei denen sie bereits seit Generationen umgesetzt werden“, sagt Scherfke. So nehme auch der Anteil an nachhaltig und ökologisch bewirtschafteten Betrieben in Brandenburg stetig zu. Diese sind nicht nur ein Garant für hochwertige regionale Lebensmittel, sondern auch einer der größten Arbeitgeber im Land. „Insofern haben alle Landnutzer ein hohes Interesse an einem vernünftigen und sachgerechten Artenschutz,“ sagt Scherfke. Diesen werde man aber nicht durch ideologiegefärbte Verbote und Bevormundung erreichen, sondern im Dialog mit den Betroffenen.

Am Freitag werden die Verbände des ländlichen Raums im Rahmen einer Pressekonferenz eine Volksinitiative zum Thema Insektenschutz präsentieren. „Wir müssen das Vorgehen seitens NABU und BUND zur Kenntnis nehmen, gehen aber davon aus, dass insbesondere die tatsächlich betroffene Bevölkerung im ländlichen Raum die richtigen Schlüsse ziehen wird,“ sagt Scherfke. Die Initiative habe sehr konkrete Vorschläge und Forderungen an die Landesregierung und setzt dabei auf Dialog und nicht Verbote, um die Artenvielfalt und den Insektenschutz im Land Brandenburg sinnvoll und sachgerecht umzusetzen.

Insbesondere verwies Scherfke auf die konkreten Aussagen für ein umfassendes Biozidmonitoring, die dringend notwendige Förderung der Weidetierwirtschaft und die dialogorientierten Maßnahmen für ein Kulturlandschaftsgremium, das unter anderem Programme für den Vertragsnaturschutz entwerfen soll. Die Verbände des ländlichen Raums haben keinen Zweifel daran, dass ihre Forderungen einen effizienten und wirksamen Insekten- und Kulturlandschaftsschutz gewährleisten werden. Mit der gleichen Überzeugung werben die Verbände des ländlichen Raums nun für die notwendigen Stimmen der Brandenburgerinnen und Brandenburger. Bis heute sind dem Bündnis der Volksinitiative 18 Verbände beigetreten - von den Imkern und Schäfern über die Jäger und Fischer bis hin zu ökologisch und konventionell wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

NGOs...

War doch klar,wenn diese Typen von NGOler mit am Tisch sitzen. Man sollte das gar nicht erst machen sondern den eingeschlagenen Weg einer entwickelten nach wissenschaftlichen Grundsätzen arbeitenden LW weiter verfolgen, Das Gerede über Agrarwende von Grünen,NGOs und deren Vasallen einfach ignorieren. Viel wichtiger ist der direkte Kontakt mit der landwirtschaftlich unbedarften Bevölkerung durch Tage der offenen Höfe,ab Hof Verkauf, Betriebsbesichtigungen von Großanlagen Auftritte in Schulen,Kindergärten etc. ich denke da gibt es noch Reserven im DBV und den Landesbauernverbänden,was die Aufklärung und sachliche Argumentation betrifft.

von Wilhelm Grimm

Und Frau Klöckner träumt immer noch von Kompromissen mit der NABU- Ministerin.

Die Frage ist: Will sie für und mit den Bauern und für und mit der Bevölkerung realistische Agrarpolitik betreiben oder will sie gemeinsam mit Frau Schulze NABU -Politik durchsetzen?

von Andreas Gerner

War leider absehbar und offenbart die niederen Beweggründe

Warum sollten die radikalen "Umwelt-"Verbände auch gemeinsam erarbeitete Lösungen unterstützen? Wähler und Politik mit falschen Studien und anderen Lügen gegen Landwirte (die wahren Umweltschützer) aufhetzen funktioniert doch "bestens" (siehe "Artenschutz-"Volksbegehren Bayern) und füllt nebenbei reichlich die Spendenkassen. Ob das für Umwelt, Insekten, Arten, Landschaft oder Klima der beste Ansatz ist, ist den Hetzern in Wahrheit egal.

von Gerhard Steffek

die Fratze der Ideologie

zeigt sich hier langsam. Dabei bräuchte man nur ein wenig in der Geschichte zurückblicken, zu was es führen kann. Wobei sich hierbei immer die besonders hervortaten die für sich in Anspruch nahmen für das Volk zu sprechen. Heißt ja deshalb nicht umsonst Populismus. Angefangen bei Lenin und seinen sozialistisch/kommunistischen Gedanken über Stalin, Hitler und Mao bis jetzt hin zu Kim Jong-un, alle diese waten doch aufgrund ihrer idealistisch, ideologischen Gedanken und Vorstellungen im Blute ihrer Opfer bis zur Unterkante Oberlippe. Ich will jetzt BUND, Nabu und Co. nicht unbedingt mit diesen Extremfällen gleichsetzen, aber auch deren Vorgehen wird Opfer kosten. Hat es unter den Bauern ja schon zur Genüge gegeben. Die Frechheit mit der sie jetzt in Brandenburg auftreten ist, denke ich, dem geschuldet das sie in Bayern mit dem Volksbegehren soviel Erfolg hatten. Die Frage ist nur, wann sie den Bogen überspannen. Hochmut kommt vor dem Fall! Bin mal gespannt, wen sie dann mitreißen, denn wenn ich mir jetzt so die Vetternwirtschaft im BMU ansehe, dann kann es eigentlich nicht mehr lange gutgehen, denn dort tanzen die Mäuse anscheinend mittlerweile ungeniert auf dem Tisch. Wir haben hier eine unselige rot-grüne Verbindung bei der sich die Schwarzen Gedanken machen sollten diese einzubremsen. Nicht das aus diesen Mäusen dann Elefanten werden und wir dann letztendlich vor einem Scherbenhaufen stehen. Wie gesagt, Hochmut kommt vor dem Fall!

von Willy Toft

Die NGO`s fordern nun schon Enteignungsähnliche Maßnahmen!

Das die Organisationen sich an den freiwilligen Maßnahmen nicht beteiligen wollen, spricht doch für sich, wie Ernst es den Herrschaften ist!

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