Grüne verärgert

Bundesrat stimmt nicht über Glyphosat ab

Der Bundesrat hat am Freitag nicht über Anwendungsregelungen für Glyphosat abgestimmt. Die Grünen sind verärgert und sprechen von "Blockade"

Der von Thüringen und Bremen bereits Ende 2017 in den Bundesrat eingebrachte Entschließungsantrag „Anwendungsregelungen Glyphosat“ bleibt weiter in der Warteschleife. Die Länderkammer stimmte am vergangenen Freitag entgegen dem Wunsch Thüringens nicht über den Antrag ab, nachdem sich eine Mehrheit der Länder dagegen ausgesprochen hatte.

Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund sprach anschließend von einer unverantwortlichen Blockade. Den unionsgeführten Ländern warf die Grünen-Politikerin vor, den Glyphosat-Ausstieg zu blockieren. Deren Ziel sei es, das Thema auf die lange Bank zu schieben. Der Bundesregierung unterstellt Siegesmund Fahrlässigkeit. Entgegen der Ankündigung im Koalitionsvertrag habe sie bislang kein Aktionsprogramm zur Reduzierung des Glyphosateinsatzes vorgelegt.

In dem Entschließungsantrag wird ein Anwendungsverbot für Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich, an öffentlichen Verkehrsflächen, in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten und Grünanlagen sowie bei der Vorerntebehandlung gefordert.

Video: Rede Siegesmund im Bundesrat 14.4.2019

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Vorerntebehandlung machen wir sowieso nicht, aber

in Notfällen sollte man sich diese Möglichkeit offen lassen oder man vernichtet die Ernte. Das würde man dann als Wegwerfen bezeichnen, was nicht im Sinne der Gesellschaft sein dürfte. Die Kommunen und die Bundesbahn brauchen dieses tolle Mittel ebenfalls. Diesen ängstlichen, wirtschaftsfeindlichen Nanogrammjägern dürfen wir nicht kampflos die Herrschaft über unsere Zukunft überlassen.

von Gerhard Steffek

@Christian Bothe -

in dem Entschließungsantrag steht eigentlich nur ein Punkt der für die Bauern relevant ist. Das ist das Verbot der Vorerntebehandlung. Alles Andere betrifft den Kleingartenbereich, somit den Ottonormalverbraucher, der trotz der Kritik an Glyphosat das anwendet aus dem einfachen Grund weil es hilft. Auch wenngleich dieser dazu keine Ausbildung wie den Pflanzenschutzmittelsachkundenachweis bedarf oder sich solcher Präzisionsgeräte wie einer Pflanzenschutzspritze in der Landwirtschaft bedienen kann, sondern eine einfach Handspritze deren Dosierung wahrscheinlich oft genug das 100-fache dessen was nötig ist übersteigt. Auch im öffentlichem Raum bei den Kommunen soll die Anwendung verboten werden. Dafür ist dann anscheinend wieder mehr Handarbeit angesagt, vielleicht bestenfalls noch mit dem Abflammgerät. Wo ist da aber dann wieder der Klimaschutz? Noch dazu wer zahlt dies? Mit einer Anwendung von Glyphosat kann ich das ganze Jahr über Ruhe haben. Habe ich das, wenn ich das Unkraut ausrupfe, bzw. abflamme? Ist ja egal, wir haben das, dann wird die Schule halt nicht saniert. Spinnt man den Gedanken weiter, so ist das ganze Betreiben eine Schädigung an der Wirtschaft, man hintertreibt ja schließlich ein Geschäft für Bayer. Im weiteren Sinne schädigt man dann damit auch den Staat. Denn macht Bayer kein Geschäft, bekommt der Staat keine Steuern. Das wollen unsere Volksvertreter sein?

von Christian Bothe

Siegesmund

Siegesmund sollte sich mal von Dr. Wagner TBV zum Einsatz von Glyphosat aufklären lassen ehe sie solche Initiativen losläßt.Sie hat es ja nicht weit...Ganz klare Ansage: wenn wissenschaftlich nachgewiesen ist das Roundup krebserregend ist,muß es sofort weltweit verboten werden! Dem ist aber nicht so und die umweltbewußten Farmer und Bauern setzen es sparsam und effektiv ein.Das hat auch etwas mit der Bauernehre zu tun und man sollte nicht immer so tun als wirtschaften unsere Bauern ständig gegen die Umwelt und sind für alle "Schäden" verantwortlich.

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