Gentechnik

COPA und COGECA fordern Regeländerung für die neuen Züchtungstechniken

COPA/COGECA beklagt, dass das Urteil zu neuen Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas gravierende Auswirkungen auf die Gesamtstrategie der europäischen Züchter hat. Erste Zuchtprogramme seien gestoppt.

Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) haben an die künftige Europäische Kommission appelliert, die Regelungen für die neuen Züchtungstechniken (NBT) anzupassen.

Die Dachverbände forderten die Behörde in Brüssel dazu auf, eine echte europäische Strategie zu entwickeln, um das EU-Landwirtschaftsmodell sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels als auch die starken internationalen Herausforderungen anzupassen.

Hintergrund für die Forderungen von COPA und COGECA ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Juli vergangenen Jahres, wonach Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas, bei denen die Mutagenese gezielt eingesetzt wird, unter die Regeln der EU-Verordnung zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO) fallen.

Laut dem Vorsitzenden der COPA/COGECA-Arbeitsgruppe für Saatgut, Thor Gunnar Kofoed, hat das EuGH-Urteil bereits jetzt gravierende Auswirkungen auf die Gesamtstrategie der europäischen Züchter. Kofoed beklagte, dass bereits Züchtungsprogramme zur Resistenz gegen Pilzkrankheiten beim Weizen eingestellt worden seien. Zudem hätten Forschungszentren für Pflanzenzüchtung bereits damit begonnen, ihre Einrichtungen in Drittstaaten zu verlegen.

Diese Situation sei beunruhigend, da ein Wegfall agrarwissenschaftlicher Instrumente und Fähigkeiten drohe und entsprechende Zukunftsstrategien nur begrenzt umgesetzt werden könnten, warnte Kofoed. Ein pauschales Verbot der neuen Züchtungstechniken werde sich zwangsläufig negativ auf die europäische Landwirtschaft auswirken, so der Arbeitsgruppenvorsitzende.

Es bestehe die konkrete Gefahr, dass Europas Landwirtschaft auf den Weltgetreidemärkten an Boden verlieren werde. Ganz konkret sieht der Däne eine „europapolitische Doppelmoral“ vorliegen. Am Beispiel der Mercosur-Übereinkunft müsse die Europäische Union ihren Landwirten und Verbrauchern erklären, warum sie einerseits ein entsprechendes Verbot umsetze, während andererseits nicht garantiert werden könne, dass mittels NBTs erzeugte Agrarprodukte aus Brasilien importiert würden.

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Kraus

So wie Monsanto mit ihren Gensaatgut Milliarden oft auf Kosten der Bauern verdient hat so sollen jetzt mit Crispr/Cas wieder Milliarden fließen für Bayer/Monsanto und Konsorten. Es wird so getan als ob WIR das brauchen würden. WIR haben gar nichts davon! Es wird nie ein Saatgut geben an dem wir Bauern richtig verdienen. Es gibt auch kein Wunder-Saatgut das bei Dürre wächst. Wenn z. B. ein Saatgut erfunden werden würde das gegen Pilze resistent ist dann ist dieser Vorteil beim Saatgutpreis mitzuzahlen. Bayer/Monsansto und Konsorten wollen nur eins und das ist Geld verdienen und Copa/Cogeca sind willige Handlanger. Wozu machen die sich so stark das Crispr/Cas Saatgut einzuführen solange es NICHTS gibt was uns einen wirklichen Vorteil bringt? Wir versäumen auch in Zukunft nichts denn es steht sogar im Artikel das sie jetzt halt woanders weiter forschen. Wenn es irgendwann was gäbe das wir wirklich brauchen dann kann man das auch später immer noch zulassen.

von Wilhelm Grimm

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