Pflanzenschutzmittel

Französische Landwirte warnen vor Kosten eines Glyphosatausstiegs

Vorerheblichen Mehrkosten für die Landwirte bei einem weitgehenden Verzicht auf die Anwendung von Glyphosat hat der französische Verband der Weizenerzeuger (AGPB) am vorvergangenen Freitag erneut gewarnt

Laut AGPB würden beim Ersatz des Wirkstoffs durch mechanische Methoden Extrakosten zwischen 50 Euro und 160 Euro pro Hektar anfallen, bedingt durch zusätzliche Arbeitsgänge wie Pflügen oder Mulchen; zudem seien Ertragsminderungen bei den Folgekulturen zu befürchten. Das Pariser Institut für Pflanzenbau (Arvalis) veranschlagt nach AGPB-Angaben die Belastung für die Erzeuger durch den Glyphosatausstieg bei den wichtigsten Ackerkulturen auf insgesamt 950 Mio Euro pro Jahr.

12,7 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Verzicht auf das Totalherbizid jährlich etwa 12,7 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden nötig machen und den Dieselverbrauch um rund 87 Mio l steigern würde. Der entstehende Investitionsbedarf wird auf mehr als 160 Mio Euro geschätzt. Nicht vergessen werden dürften auch die negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, die CO2-Bilanz, die Bodenverdichtung, die Erosion sowie die Fähigkeit der Böden, Kohlenstoff zu speichern. AGPB-Präsident Éric Thirouin warnte bei einer Anhörung in der Nationalversammlung vor starken Wettbewerbsverzerrungen zum Nachteil der heimischen Landwirte. Der Umgang mit Glyphosat sei zu einem äußerst politischen Thema geworden; daher müsse man sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse besinnen und von Alleingängen absehen.

Vom Staat forderte der AGPB-Präsident Unterstützung. Bislang sei lediglich von den Pflichten der Landwirte die Rede; zu staatlichen Flankierungsmaßnahmen würden hingegen keine Überlegungen angestellt. Notwendig seien unter anderem Investitionsförderungen sowie eine Anpassung des Bewässerungs- und Düngerechts.

Bundesregierung plant weitere Verschärfungen in der Düngeverordnung

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

AUCH WIR MÜSSEN HEFTIGER AUF DIE pAUKE HAUEN 1

Die Politiker streamen dem NABU-Ministerium und den NGOs hinter her, und die in Landwirtschaft bildungsfernen Städter glauben denen und nicht uns Bauern.

von Gerhard Steffek

Kosten, Kosten, Kosten -

das kümmert doch die Kritiker nicht, solange sich diese nicht tatsächlich auf den Preis des Brotes für den Verbraucher auswirkt. Genauso wenig wie die Arbeitsstunden geht das alles am Arsch des Verbrauchers vorbei, solange dies ihn nicht direkt betrifft. Einzig und allein der Preis ist entscheidend! Alles andere wird nicht verstanden, da keine Zusammenhänge bekannt sind. Wenn dann muß massiv auf die Vorteile hingewiesen werden. Darauf, daß mit dem Einsatz der Pflanzenschutzmittel CO2 eingespart werden kann, da weniger Treibstoffverbrauch, der Böden und das darin befindliche Bodenleben besser geschützt wird, da weniger Bodenbearbeitung. Bei Glyphosat wird immer auf den Artenschutz hingewiesen. Welche Tierarten werden dadurch denn wirklich bedroht. Auf einem vom Pflug umgedrehten Acker findet die Biene ja auch nichts mehr. Im Gegenteil, Wurm und Co. wird auch noch der Garaus gemacht. Nehmt diesen Besserwissern und Lügenbolden mal ordentlich den Wind aus den Segeln und nicht immer nur halbherzig.

von Bernd Müller

Herr Toft

Ist doch laut den Grünen ganz einfach: führen wir eine CO2 Steuer ein. Dann müsste eigentlich Glyphosat, Atomkraftwerke und der Maisanbau immer lukrativer werden und der Bioanbau weniger lukrativ werden. Das wird aber so nicht passieren, weil sich wieder nicht an Fakten gehalten wird.

von Willy Toft

Kosten, Effizienz und CO² Einsparung!

Der Erfolg bei der Unkrautbekämpfung ist bei Keiner anderen Anwendung so gegeben!

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