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Goldene Regeln für Grassilagen Premium

Gute Grassilagen sind die Grundlage für eine rentable Milchproduktion. Was Sie von der Aussaat bis zum Siloabdecken beachten sollten, zeigen fünf goldene Regeln.

Die anstehende Grasernte ist mit Blick auf die Dürre im letzten Jahr und die knappen Grundfuttervorräte vieler Rinderhalter besonders wichtig. Denn Grassilagen sind für viele Milchviehhalter der wichtigste Bestandteil der Ration: Mit einer hochwertigen Silage lassen sich hohe Milchleistungen aus dem Grundfutter erzielen und im Idealfall Zukauffutter einsparen.

Einfluss auf die Futterqualität haben nicht nur Häckseln und Silieren, sondern alle Arbeiten, von der Aussaat bis zum Abdecken. Ziel der Grünlandernte ist es, das Futter verlustarm und in bestmöglicher Qualität zu konservieren. Eine Anleitung für gute Grassilagen bieten die folgenden Grundregeln.

Die Grünlandpflege beeinflusst die Silagequalität: Grünlandstriegel lösen Beikräuter und Verfilzungen. Der Zinkeneinsatz regt die Bestockung an und fördert die Krumenbelüftung. (Bildquelle: Bommelmann)

Grasarten und -pflege

Schon vor der Ernte werden Voraussetzungen für eine gute Silage geschaffen. Für eine erfolgreiche Vergärung des Futters ist ausreichend Zucker nötig. Bakterien können diesen zu Milch- und Essigsäure umsetzen und so den pH-Wert absenken. Viele Praktiker versuchen den Zuckergehalt durch den Schnittzeitpunkt zu beeinflussen. Das ist aber nur bedingt möglich.

Viel wichtiger ist der natürliche Zuckergehalt der Pflanzen. Dieser kann zwischen Gräsern um 100 g pro kg Trockenmasse (TM) schwanken (siehe Übersicht). Bei den Leguminosen hat z.B. Rotklee höhere Zuckergehalte als Luzerne. Doch Zucker ist nicht das alleinige Maß für die Silierfähigkeit. Von Bedeutung ist auch der Anteil puffernd wirkender Substanzen. Dazu zählen Rohprotein und Teile der Rohasche.

Richtwert für das Säuerungspotenzial ist der Z/PK-Quotient. Das ist das Verhältnis von Zucker (Z; in g/kg TM) und Pufferkapazität (PK). Die PK ist die Milchsäuremenge in g/kg TM, die für das Absenken des pH-Wertes auf 4,0 nötig ist. Für eine gute Silierung sollte der Z/PK-Quotient mindestens 2,0 betragen. Ist er niedriger, gilt das Material als schwer vergärbar.

Mit Z/PK-Quotienten von rund 3,5 zur ersten Mahd eignen sich Weidelgräser besonders gut für die intensive Schnittnutzung. Die Nachsaat dieser Gräser lässt sich mit Pflegemaßnahmen im Frühjahr, wie dem Striegeln oder Schleppen, kombinieren. Damit lassen sich auch lückige Narben schließen und Maulwurfshügel einebnen, was den Schmutzeintrag ins Futter reduziert.

Um deutliche Erfolge zu erzielen, sollte die Aussaatstärke mindestens 10 kg pro ha betragen. Anschließendes Walzen fördert den Auflauf der Nachsaat. Das empfiehlt sich besonders auf humosen Böden. Hier kann Frost die oberen Bodenschichten auffrieren und so die Grasnarbe von der darunterliegenden Schicht trennen.

Der erste Schnitt

Der Schnittzeitpunkt hat großen Einfluss auf die Silagequalität. Welches Aufwuchsstadium optimal ist, hängt von den Fütterungsansprüchen ab.

Hohe Rohproteingehalte (XP) im Futter lassen sich mit Schnitten der frühen Entwicklungsstadien realisieren. Gleichzeitig erschwert ein hoher Proteingehalt aber auch die Silierbarkeit. ...

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Obergräser

schieben die Rispen und Ähren zu früh und das Untergras bringt zu langsam Ertrag wegen Wassermangel.

von Gerhard Lindner

Und jetzt wegen Ackerstatuserhalt müssen wir sogar noch Kleegras umbrechen

von Gerhard Lindner

Da brauchen wir uns noch keine Gedanken dazu machen, denn bei uns regnets schon seit Wochen nicht mehr, nur Staub, Wind, alles trocken.

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