WWF-Statement

Insektenschutz auf Sparflamme rettet keine Biene

Die Bestände von Bienen, Schmetterlingen und Käfern befinden sich im Sturzflug, meint der WWF. Umweltministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium müssten jetzt Hand in Hand arbeiten.

Hummel (Bildquelle: Radka Schöne / pixelio.de)

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Entomologische Verein Krefeld (EVK) haben am Mittwoch artenspezifische Auswertungen zur Lage von Fluginsekten in Deutschland vorgestellt. Gleichzeitig beschäftigt sich die Umweltministerkonferenz mit dem Eckpunktepapier zum „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung.

„Die Bestände von Bienen, Schmetterlingen und Käfern befinden sich im Sturzflug. Ein entscheidender Grund für das dramatische Insektensterben in Deutschland ist die ständige Intensivierung der Landwirtschaft", sagte Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF Deutschland. Falls Insekten nicht direkt durch Insektizide sterben, fehlten ihnen Lebensraum und Nahrungsgrundlagen. "Pestizide vernichten die Wildkräuter, Gräser und Grünstreifen. Enge Fruchtfolgen auf den Äckern führen zu Fehlernährung der Insekten. Da Insekten wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vögel und Amphibien sind, verschwinden auch diese zunehmend aus unseren Landschaften."

Das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ wird laut Krüger nur dann zum Lebensretter für Biene und Co., wenn Umweltministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium Hand in Hand arbeiten. Sonst drohe Insektenschutz auf Sparflamme und der rette keine Biene, so der Umweltschützer. "Das Thema Pestizidreduktion ist der Lackmustest dafür, wie ernst beide Ressorts - und damit die Bundesregierung insgesamt - das Insektensterben vor unserer Haustür nehmen. Ohne wirksame Maßnahmen zur Pestizidreduktion kein wirksamer Insektenschutz.“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Weitere Vorschläge...

Eine Verdunkelung der Fenster, zumindest im Sommer, so wie im Krieg, wäre wohl ebenfalls angebracht! Also Licht an und Rolladen runter.

von Josef Doll

Seit der Asiatische

Marienkäfer bei uns Einzug gehalten hat ,glaubte ich das es sogar weinger Kartoffelkäfer gibt . Nun ich bin kein Wissenschaftler und ich weiss auch nicht ob oder was noch auf der Speisekarte dieser invasiven Insekten noch steht -----na ja Blattläuse, und ich ---- glaube viele andere -------- vielleicht zu viele andere Insektenarten stehen . Nur sobald das raus ist ----- gibts keine Spendengel....... . Aber ich glaube das dieser Beitrag nur 20 vielleicht 100 Lesen und es gibt keine Tausend Juornalisten die tausend mal wiederholungen das die Landwirtschaft mit einem Herbizid wie Glyphosat die Insekten totspritzen . Und da nur das UBA Nachforschungen und nicht auch das Landwirtschaftsministerium kann das ja auch gar nicht sein das da was dran ist !!!

von Ernst Storm

insekten

weniger insekten? RIESIGE APFELERNTE 2018!!!!!! ERNST STORM

von Wilhelm Grimm

Das Bundesumweltministerium will mehr Macht durch die Hintertür !

Dabei ist sie lediglich der verlängerte Arm des NABU und hat die Öffentlichkeit auch bei anderen Gelegenheiten in die Irre geführt. Dieses bauernfeindliche Ministerium gehört abgeschafft.

von Wilhelm Grimm

Ich habe 2 Mistplätze auf dem Hof und jede Menge Schwalben und Fledermäuse.

Was hat Ministerin Schulze und der Entomologische Verein Krefeld in dieser Hinsicht zu bieten? Ist das dortige Naturschutzgebiet insektenfreundlich?

von Gerhard Steffek

Licht aus!

Dann sollte der WWF schon mal dafür eintreten die Straßenbeleuchtungen auszuschalten. Nebenbei kann dann auch noch der Straßenverkehr eingeschränkt werden und die Straßenbauämter sollten wieder zur guten alten Handarbeit für die Pflege an den Straßenrändern zurückkehren. Die heutige Methode mit Mulch- und Saugwagen ist ja auch schon mal ein Fiasko für die dortige Insektenwelt. Es gibt viele Stellschrauben, an denen es zu drehen gilt, aber die Landwirtschaft ist anscheinend mal wieder das leichteste Opfer. Es ist ja schon zur Genüge weichgeklopft von den anderen Hetztiraden. Nur dummerweise wird die dann doch wieder gebraucht um den eigenen "Fraß" zu sichern. Aber eigentlich ist es doch erstaunlich. Der WWF ist eine weltweit agierende NGO. Man möchte meinen es gäbe für ihn wichtigere Felder die es zu bearbeiten wert wären. Warum ausgerechnet bei uns die Insekten? Bereitet man sich hier schon auf Weihnachten vor, für die nächste Betteltour? Im reichen Deutschland, bei dem, schon nach Napoleon, gutmütigsten und dümmsten Volk Europas, kann man schon mal wieder versuchen "ein paar" Euronen abzugreifen.

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