Ökofeldtage

Konventionelle und ökologische Landwirtschaft rücken in Zukunft stärker zusammen

Zwischen ökologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben gibt es mehr Verbindendes als Trennendes. Das zeigte eine Diskussion bei dem Ökofeldtagen.

Der ökologische und der konventionelle Landbau werden sich in den kommenden Jahren wieder stärker aufeinander zubewegen. Einig waren sich darin Jan Plagge (Präsident des Biolandverbandes) und Carl-Cristian von Plate (langjähriges früheres Mitglied des DLG-Vorstandes und konventioneller Landwirt). Unter der Moderation von Dr. Ludger Schulze Pals (top agrar) diskutierten die beiden Experten bei den diesjährigen Ökofeldtagen auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen über das Verhältnis von ökologisch und konventionell. Ökologische und konventionelle Landwirtschaft seien zwei unterschiedliche Betriebssysteme, die voneinander lernen können und müssen. „Im Ökolandbau geht es in Zukunft vor allem um eine ökologische Intensivierung, im konventionellen Landbau in erster Linie um eine Verbesserung der Nachhaltigkeit“, beschrieb von Plate die künftigen Herausforderungen.

„Auf Ebene der Bauern ist das Verhältnis schon heute unkompliziert und entspannt. Auf Ebene der Verbandsspitzen ist das Verhältnis aber mitunter noch angespannt“, skizzierte Plagge den Status quo. „Hier sind die Interessen einfach zu unterschiedlich.“ Der Bioland-Präsident vermisst beim Bauernverband eine selbstkritischere Bewertung des eigenen Tuns und ein mutigeres Herangehen an die zukünftigen Herausforderungen in Bezug auf Tierwohl, Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität. Die Gesellschaft erwarte hier mehr Engagement von der Landwirtschaft, ist Plagge überzeugt. Die DLG sei diesbezüglich schon ein Schritt weiter.

Von Plate warnte die Ökoverbände davor, sich zu sehr auf die medialen Kampagnen gesellschaftlicher Interessenvertreter einzulassen. Notwendig sei vielmehr eine lösungsorientierte, fachliche Diskussion. Der konventionelle Landwirt wünscht sich einen intensiveren Austausch über gemeinsame Ideen z.B. in der Pflanzenzüchtung, den Produktionstechniken oder bei der Erschließung von Märkten.

„Ökologischer und konventioneller Landbau müssen zusammenrücken. Es gibt viel mehr gemeinsame Ziele als trennende Themen, zum Beispiel die EU-Agrarpolitik nach 2020. Auf Ebene der Bauern funktioniert das schon gut. Aber die Verbände können diesbezüglich noch zulegen“, fasst Schulze Pals die Diskussion zusammen.

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Artikel geschrieben von

Anne Katrin Rohlmann

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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Diskussionen zum Artikel

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von Martin Hofmann

Unsinn

Trotz der zahlreichen Beschuldigungen von Seiten der Öko-Brache (Brunnenvergifter, Tierquäler, Umweltzerstörer, Vernichtung der Schöpfung....) wollte ich mich über den Ökolandbau informieren und evtl. positive Seiten daraus übernehmen. Die wenigen positiven Seiten werden in der guten fachlichen Praxis der konventionellen Landwirtschaft bereits angewandt. Alles andere läuft sehr schnell ins Esoterische. Außerdem habe ich noch keinen Ökolandwirt gefunden, der nur von seiner Landwirtschaft lebt. Viele davon sind als gut bezahlte Berater bzw. Missionare unterwegs. Wirtschaftlich gesehen funktioniert Öko nur mit Michviehhaltung und in Stadtnähe. Ökolandwirtschaft in der jetzigen Form hat mehr mit Religion als mit Landwirtschaft zu tun. Jedoch finde ich immer mehr Landwirte, die an einer neuen Form des Ackerbaus experimentieren. Weg von massiven Einsatz chemischer Mittel und hin zu biologischen Maßnahmen. z.B. Einsatz von Zuckerlösungen gegen stechende Insekten etc. Dabei wird jedoch nicht gänzlich auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet, sondern nur minimiert. Leider wird in den Medien und in den Forschungsanstalten wenig darüber informiert, obwohl diese Methoden bekannt sind. Ich sehe hier, dass nach der Mechanisierung der Landwirtschaft die chemische Landwirtschaft folgte. Jetzt aber zusätzlich biologische Mittel eingesetzt werden. Eine Beteiligung oder Einbindung dieser enthusiastischen Ökoverbände würde jede Verbesserung verhindern.

von Michael Emmrich

Ich bin LANDWIRT der ökologisch wirtschaftet .

Dieser Satz sagt alles über meine Meinung.

von Wilhelm Grimm

Das auf einander Zugehen ist unrealistisch.

Die unterschiedliche finanzielle Förderung und der bereits selbstverständliche aber ungerechtfertigte Ruf nach immer mehr durch die eingebildeten GUTEN wird das verhindern.

von Josef Doll

Kontis und Ökos

Werden nach der nächsten Wahl wenn Die Grünen entweder den Bundeskanzler stellen oder mit der CDU mitregieren werden die Kontis wohl oder Übel Zwangskolletiviert werden. Und nur das ist das was, Sie auch akzeptieren würden. <<<<<<<<Denn nur Sie sind die GUTEN !!!!!!!!

von Willy Toft

Solange die Verbände gegeneinander arbeiten, schadet es der ganzen Szene!

Beide Formen der Bewirtschaft haben ihre Berechtigung, und sie können von einander lernen! Jeder hat seinen Fan- Club, und den sollte man ohne Vorwürfe und Vorhaltungen bedienen können.

von Harald Finzel

Solange Plagges Verband weiterhin als Träger von "Wir Haben Es Satt" auftritt, wo mit Lügen und Halbwahrheiten gegen die konventionelle Landwirtschaft gehetzt wird, sehe ich wenige Verbindendes zwischen ihm und seinem Gefolge und denen, die Deutschland tatsächlich satt machen.

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