Insektenschutz

Landwirt Krainbring sucht Wildbienenpaten für Blühwiese auf seinem Acker

Wenn Landwirt Phillip Krainbring dort dort, wo er dieses Jahr eigentlich Mais anbauen wollte, einen Hektar aus der Anbaufläche herausnimmt und stattdessen mit einer Blühwiese bestellt, dann fehlen ihm Einnahmen in Höhe von 5.000 Euro. Deshalb sucht er dafür jetzt Bienenpaten.

Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" in Bayern hat es deutlich gezeigt: Immer mehr Menschen ist das Thema Artenvielfalt wichtig und sie wollen, dass die Landwirtschaft mehr zur Förderung der Biodiversität tut. Viele Landwirte sind bereit dazu.

Einer von ihnen ist Phillip Krainbring. Er leitet einen Ackerbaubetrieb in Hohendodeleben und hat sich ausgerechnet: Wenn er dort, wo er dieses Jahr eigentlich Mais anbauen wollte, einen Hektar (10.000 Quadratmeter) aus der Anbaufläche herausnimmt und stattdessen mit einer Blühwiese Lebensräume für wilde Pflanzen und Tiere wie zum Beispiel Wildbienen schafft, dann fehlen ihm Einnahmen in Höhe von 5.000 Euro. Deshalb sucht Krainbring Bienenpaten für seine Blühwiese.

"Das Thema Artenvielfalt ist mir in den vergangenen Jahren deutlich bewusster geworden und bewusster gemacht worden. Ich habe in vielen Gesprächen mit Verbrauchern gemerkt, wie wichtig ihnen Artenvielfalt ist. Mir wurde klar, dass ich das Thema noch aktiver angehen muss. Manche Dinge kann man jedoch nicht alleine, sondern nur im Verbund schaffen. Deshalb habe ich jetzt diese Aktion gestartet, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen", erklärt Krainbring.

Für beispielsweise 5 Euro können die Bienenpaten so einen Teil der Blühwiese von der Größe einer durchschnittlichen Küche (10 Quadratmeter) realisieren. Damit helfen sie, den Insekten auf Phillip Krainbrings Acker zwei Jahre lang Nahrung und Unterschlupf zu bieten. 5.000 Euro sind nötig, damit der Blühstreifen dem jungen Ackerbauern über die zwei Jahre so viel einbringt wie ein Hektar Mais.

"Diese Aktion ist natürlich erstmal nur ein kleiner Schritt. Aber sie ist ein Anfang und wenn sie gelingt, ist sie vielleicht ein Modell, wie wir gemeinsam, Bürger und Landwirte, nachhaltig etwas für die Artenvielfalt tun können", erklärt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft, das die Aktion mit seinem Verbraucher-Magazin moderne-landwirtschaft.de und auf seiner Facebook-Seite (80.000 Fans) begleitet. Dort finden Interessierte alle Infos zu der Aktion und können mit ein paar Klicks Wildbienenpate werden.

Über das Magazin, eine exklusive Facebook-Gruppe und Krainbrings Social-Media-Kanäle wird der Landwirt seine Wildbienenpaten über die Blühwiese auf dem Laufenden halten, einen virtuellen Blick auf die Fläche ermöglichen und zeigen, wie sie sich entwickelt und welche Insekten sich dort ansiedeln. So wird der Erhalt der Artenvielfalt zum Gemeinschaftsprojekt, direkt erfahrbar für alle, die Phillip Krainbring dabei helfen, mehr als nur Naturschutz nach Vorschrift zu leisten.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hermann Freese

Paul Siewecke

ich habe im Text "Einnahmen" und nicht "Gewinn" gelesen. Man hat ne ganze menge das zu Verwalten. Es kommt ja nicht einer der einen ha finaziert sondern viele Leute.. Und ganz ehrlich: Machen Sie es doch für weniger, wenn Sie meinen dass es gut geht!

von Paul Siewecke

tolle Idee, aber...

mich täte brennend die Beispielkalkulation interessieren, wie man auf 2500 Euro Gewinn je Hektar und Jahr kommt (mit Mais), vor Fixkosten und Steuer versteht sich....

von Jan Peter

Idee finde ich toll. Problem wird sein die Bienenfreunde zu finden. Wer will schon für was sinnvolles bezahlen? Die Bauern sollen das gratis machen. Sie bekommen doch schon so viele Fördermittel. So ist die Meinung vieler Naturschützer.

von Willy Toft

So wie ich es verstanden habe sind es Einnahmen für 2 Jahre, also gerade Ausreichend, wenn.....

man den ganzen Aufwand in die Berechnung mit einbezieht! Wir wünschen ihm viel Erfolg, und es wird sich zeigen, ob der Bürger etwas für dir heeren Ziele seines eigenen Anspruchs übrig hat!

von Heinrich Roettger

Prima Aktion

2500 Euro/ha /Jahr für ein Innovatives landwirtschaftliches Produkt ist doch voll in Ordnung. 1000 Paten müssen schliesslich erst gefunden und betreut werden.Der administrative Aufwand muss doch auch entlohnt werden.Prima --WEITER SO--

von Bernd Croonenbroek

5000 € Einnahmen/ha ???????

Will der die Pachtpreise nach oben treiben, oder habe ich in der Landwirtschaftsschule nicht aufgepasst !!!

von Albert Ohling

Supper Sache

Genau wie Herr Krainbring sollte es mehr Landwirte geben die Ihren Acker für solche Projekte zur Verfügung Stellen. Dann kann der Verbraucher nämlich selbst etwas für die Umwelt tun. Ich hatte auch so eine Idee und werde am 13.03.2019 einen Pressetermin haben, um mein Bienen Projekt in Emden/Ostfriesland vor zu stellen, Dann beginnt es Paten für das Bienen Projekt zu finden. Ich bin gespannt wie es bei den Bürgern ankommt. Albert Ohling

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