Saatgut braucht Schutz: Beizen enorm wichtig!

Kaum ein konventioneller Ackerbauer kennt noch die samenbürtigen Ährenkrankheiten. Denn die Saatgutbeize schützt sicher vor Befall. Warum sie so wichtig ist und welche Krankheiten der Ähre zusetzen, beschreibt Prof. Dr. Klaus Schlüter, FH Kiel.

Ährenkrankheiten des Getreides (v.l.n.r.): Streifenkrankheit der Gerste, Steinbrandbefall an Winterweizen („Stinkbrand“) und Schneeschimmel an Weizen (Bildquelle: Schlüter)

Kaum ein konventioneller Ackerbauer kennt noch die samenbürtigen Ährenkrankheiten. Denn die Saatgutbeize schützt sicher vor Befall. Warum sie so wichtig ist und welche Krankheiten der Ähre zusetzen, beschreibt Prof. Dr. Klaus Schlüter, FH Kiel.

Viele Ährenkrankheiten des Getreides gehen auf Krankheitserreger zurück, die mit dem Saatgut übertragen werden und sich durch Einsatz von Beizmitteln wirkungsvoll ausschalten lassen. Die Saatgutbeizung ist aber ein Thema, mit dem sich viele Praktiker meist gar nicht mehr befassen. Woran liegt das?

Im konventionellen Ackerbau werden seit fast drei Jahrzehnten nahezu perfekte Beizmittel in zuverlässigen Anlagen so auf das Saatgut aufgebracht, dass sie in der Regel gut wirken. Deshalb sieht man auf dem Acker nur sehr selten Ährenkrankheiten, deren Übertragung mit dem Saatgut erfolgt. Das hat zur Folge, dass man immer öfter die Notwendigkeit der Saatgutbeize infrage stellt.

Wer glaubt, auf die Saatgutbeizung als gezielteste Pflanzenschutzmaßnahme verzichten zu können, möge sich mit Öko-Landwirten unterhalten. Ohne chemisch-synthetische Wirkstoffe ist es unmöglich, Krankheiten mit Saatgutübertragung auszuschalten. Im Öko-Landbau versucht man mit hohem Aufwand wie Heißwasser- oder Dampfbehandlung den Befall zu vermindern. Ein Problem bleiben die Krankheiten dennoch.

Welche Beize ist besser?

Die Saatgutbehandlung mit niederenergetischer Elektronenstrahlung gibt es bereits seit längerem. Dieses Verfahren leistet sehr gute Arbeit bei allen Krankheitserregern, die sich außen auf oder in der Samenschale befinden. Problematisch wird es bei Schadpilzen, die unter der Schale, tief im Mehlkörper oder gar im Keimling sitzen, wie Gersten- und Weizenflugbrand. Diese lassen sich damit nicht zuverlässig ausschalten. Außerdem ist beim Vergleich von Elektronenbehandlung und chemischer Beizung zu bedenken, dass Beizmittel am Saatkorn auch die Infektion vieler Schadpilze aus dem Boden unterbinden oder zumindest stark vermindern. Das leistet eine Elektronenbehandlung nicht.

Leider stellt sich immer wieder heraus, dass hochwertige Saatgutpartien aus bekannten Hochburgen des Krankheitsbefalls oder in starken Befallsjahren nicht immer automatisch zu völlig gesunden Beständen führen. Hier tun sich Chancen auf, die Saatgutvermehrung – wie bei Pflanzkartoffeln – in „Gesundlagen“ zu intensivieren.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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