Schweizer Bäche sind hoch belastet

Beprobte Oberflächengewässer in der Schweiz enthalten über 70 pestizide Wirkstoffe. Wasserversorger fordern den Aktionsplan zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln rasch umzusetzen.

Insgesamt 145 verschiedene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe fanden die Mitarbeiter der Studie „Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität Spezialuntersuchungen“ (NAWA SPEZ). Dazu beprobten sie von März bis November 2017 fünf kleiner Bäche mit landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten auf Belastung durch Pflanzenschutzmittel. Die Anzahl nachgewiesener Stoffe pro Standort reichte von 71 bis 89. In allen fünf Gewässern überschritten 31 Wirkstoffe die chronischen und akuten ökotoxikologischen Qualitätskriterien. Damit stellt die Studie eine hohe Belastung für Wassertiere und –pflanzen fest. Herbizide dominierten an vier Standorten, während im vom Rebbau geprägten Hoobach etwa gleich viele Fungizide wie Herbizide nachgewiesen wurden.

Bereits 2015 zeigten sich die beprobten Gewässer hoch belastet. Die Untersuchung 2017 sollte Erkenntnisse darüber bringen, ob kleinere Gewässern in einem anderen Messjahr ähnlich Werte aufweisen. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) sieht die Ergebnisse aus 2015 bestätigt und fürchtet um die Qualität des Trinkwassers. Zwar gewinnen die Wasserversorger das Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser. Dieses steht aber häufig durch Einsickern mit dem Oberflächenwasser in Kontakt. Der SVGW fordert daher schnell effektive Maßnahmen zu ergreifen, um die Pestizidbelastung zu reduzieren. Der Schweizer Bundesrat verabschiedete dazu bereits im September 2017 den Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Darin finden sich Maßnahmen wie z.B. die Anlage von Pufferstreifen an Gewässern oder zur mechanischen Unkrautbekämpfung.

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Artikel geschrieben von

Anne Katrin Rohlmann

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Europas Bauern müssen eigene Untersuchungen machen

und eigene Bewertungen in die Öffentlichkeit bringen, oder unser Eigentum ist bald weg. Wo bleiben Europas Bauernverbände ? Sind die unfähig oder schlafen die nur ?

von Paul Siewecke

auf 89 kommt man sehr schnell....

zumal die Metabolite der entsprechenden PSM meist noch über Jahre im Boden sind und erst nach und nach auswaschen. Zu den Laborgenauigkeiten wäre anzumerken: ein Stück Würfelzucker in den Bodensee geworfen kann inzwischen nachgewiesen werden! Im Artikel steht auch nur, dass 89 Mittel nachgewiesen wurden, nicht, in welcher Konzentration! (gefunden insgesamt: 145, davon 31 jedoch mit Grenzwertüberschreitungen....)

von Johann Schneider

Hans Dieter

Du willst doch nicht behaupten,dass Schweizer Labors schlecht arbeiten ?

von Hans-Dieter Pool

Unglaubwürdig

Selbst wenn man mehrjährige und kleinstruckturiete Agrarkulturen unterstellt, ist ein Ergebnis mit 89 unterschiedlichen Stoffen einfach unglaubwürdig.

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