Strommarkt

Aktuelle Preise für Stromzähler

Die Preise für Stromzähler zur registrierten Leistungsmessung (RLM) schwanken nach einer aktuellen Studie je nach Region für das gleiche Produkt zwischen rund 200 und über 1.000 Euro im Jahr.

Betreiber von Photovoltaikanlagen ab einer Größe von 100 kWp sind zum Einbau sogenannter RLM-Zähler verpflichtet. Die Gebühren für die registrierende Leistungsmessung (RLM) variieren dabei regional sehr stark, da die Preise von den jeweiligen Verteilnetzbetreibern selbst festgelegt werden können. Dies ist das Ergebnis einer Kurzanalyse, die ComMetering im März 2019 durchgeführt hat.

Betroffen sind alle PV-Anlagen mit einer Größe von 100 bis 500 kWp, die im Zeitraum 2009 bis 2016 errichtet wurden und die nicht in der Direktvermarktung sind. Der Einbau der RLM-Zähler ist seit 2009 Pflicht. Seit 2017 gilt die Direktvermarktungspflicht für PV-Anlagen ab 100 kWp.

Preise von 50 Verteilnetzbetreibern untersucht

Für die Analyse wurden die aktuellen Preislisten von knapp 50 Verteilnetzbetreibern untersucht, die einen Großteil des Bundesgebietes abdecken und in deren Netzgebieten sich rund 78 % der 22.000 betroffenen PV-Anlagen befinden. Hintergrund ist, dass im Falle der Direktvermarktung Preisunterschiede durch die spezifischen Leistungen und erhöhten Nutzen für die Betreiber gerechtfertigt sein können. Ohne Direktvermarktung ist dies nicht der Fall. Daher wurden im Rahmen der Analyse nur Neuanlagen aus den Jahren 2009 bis 2016 betrachtet.

Die Preise schwanken demnach zwischen unter 200 und 1.070 € pro Jahr. Dabei unterscheiden sich die Angebote aus Verbrauchersicht nicht. Die Funktionalität und der Nutzen der RLM-Zähler sind für die PV-Betreiber, die nicht in der Direktvermarktung sind, gleich. Ein hoher Preis macht das Produkt also nicht besser. Bei marktüblichen Vergleichskosten für RLM-Zähler von 260 Euro ergibt sich daraus ein jährliches Einsparpotenzial von durchschnittlich rund 30 % bzw. 100 Euro pro PV-Anlage. Regional kann der Einsparbetrag sogar bei bis zu 750 Euro im Jahr liegen. Zusammengenommen überweisen die 22.000 betroffenen Betreiber der PV-Anlagen Jahr für Jahr rund 2 Millionen Euro zu viel an die Verteilnetzbetreiber, erklärt Commetering.

„Aus Sicht der Betreiber von PV-Anlagen wird dem Messstellenbetrieb bislang zu wenig Beachtung geschenkt. Sowohl hinsichtlich der Leistungen, wie auch der Preise kann es sich aber lohnen, die Angebote der lokal zuständigen Verteilnetzbetreiber und der wettbewerblichen Messtellenbetreiber zu vergleichen. Der Messstellenbetrieb ist liberalisiert. So wie sich jeder seinen Stromlieferanten selbst aussuchen kann, ist dies auch für den Betrieb der Zähler möglich“, sagt Fabian Zuber, Mitinitiator von ComMetering.

Die Analyse der Preise für RLM-Zähler kann hier kostenlos heruntergeladen werden: https://www.commetering.de/downloads/

Die Redaktion empfiehlt

In den kommenden Jahren müssen deutsche Energieversorger schrittweise die bislang weit verbreiteten mechanischen Stromzähler durch sogenannte "intelligente Zähler" ersetzen. Doch so ganz so clever ...

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat sich in der gestrigen Anhörung im Bundestag zum Digitalisierungsgesetz klar gegen die zwangsweise Einführung von Smart-Metern bei neuen und ...

Kommentar zur Düngeverordnung: „Anderswo ist es auch hart!“

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

Schreiben Sie Hinrich Neumann eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen