Klimaschutz

CO₂-Preis: So könnte er ausgestaltet sein Premium

Immer mehr Verbände fordern eine Abgabe auf CO₂. Allerdings ist diese politisch hoch umstritten. Zwei renommierte Klima-Ökonomen haben dazu jetzt Vorschläge gemacht, wie man eine CO₂-Bepreisung sinnvoll umsetzen könnte.

Die Anteile der erneuerbaren Energien in der Stromversorgung steigen stetig. Im windigen März 2019 gab es rechnerisch an einigen Stunden bereits eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien erreicht, rechnet der Windindustrie-Verein Windcomm Schleswig-Holstein vor. Das soll in den nächsten Jahren auch für die Sektoren Mobilität und Wärme erreicht werden. Hierzu wäre es z.B. nötig, Windstrom über Elektrolyseure in Wasserstoff umzuwandeln, der als Gas vielseitig genutzt werden kann. Erste Unternehmen in Schleswig-Holstein investieren mit Hilfe von Fördermitteln des Bundes in den Bau von Wasserstoff-Elektrolyseuren. Allerdings, so machte der Vorsitzende des Vorstands Windcomm, Volker Köhne, kürzlich auf der Mitgliederversammlung deutlich, erwartet die Windbranche von der Bundesregierung mehr Unterstützung als alleine Projektfördermittel: „Die CO₂-Emission muss systematisch verteuert werden – nur so sind die CO₂-Reduktionsziele zu erreichen“, betonte er.

CO2-Preis als zentrale Forderung

Wie Windcomm gibt es viele Verbände und Wirtschaftswissenschaftler, die inzwischen eine CO₂-Bepreisung fordern. Dass das funktioniert, würden europäische Nachbarländer erfolgreich zeigen, berichtet das Deutsche Klima-Konsortium (DKK). In den politischen Diskussionen ist sie allerdings hoch umstritten. „Aktuell sind die CO₂-Preise auf dem Strommarkt noch nicht hoch genug und die Bereiche Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft sind komplett außen vor“, sagte Professor Gernot Klepper vom Institut für Weltwirtschaft ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

...dass Problem wird sich von selber erledigen, denn die Vorgabe 2050 die Energie CO2-Neutral herzustellen steht. D.h. es wird dann keinen herkömmlichen Diesel oder Benzin mehr geben. Es wird vom Markt verschwunden sein. Dann ist es egal wie groß oder klein der Preisabstand zu Elektro, Biomethan, LNG oder eben e-fuels ist. Wichtig ist es jetzt aber dahin zu steuern. Wenn eine CO2- Abgabe "nur" 25 ct bedeutet, dann ist es ja gut. Die EEG-Umlage beim Strom bewegt sich im ählichen Verhältnis, da ist die Aufregung gross...

von Erwin Schmidbauer

Nochmal zum Nachdenken

Eine CO2-Abgabe von 100 €/t CO2 verteuert einen Liter Benzin oder Diesel um ca. 25 cent. Dann kann sich jeder mal ausrechenen, welche "CO2-Abgabe" die heutige Mineralölsteuer schon seit Jahren bedeutet. Kohlekraftwerke müssen aktuell nur ca. 20 €/t CO2-Abgabe zahlen.

von Jens Geveke

Die CO2-Abgabe muss "spürbar" sein...

...auf beiden Seiten, so dass der Fossile Energieträger gegenüber dem erneuerbaren klar im Nachteil ist. Durch das "bestrafen" erreicht man, dass jeder freide Wahl bei den Erneuerbaren hat. Keiner ist gezwungen ein Elektroauto zu fahren oder in Hackschnitzel zu investieren, jeder kann auch ein BiomethanPKW wählen oder eine mit Windstrom betriebene Wärmepumpe. Es gibt so viele Lösungen, von denen für jeden etwas dabei ist. Man muss es nur wollen. Und aus dem "wollen" wird in wenigen Jahren ein "müssen", denn so langsam läuft die Zeit davon. Bis 2030 müssen die Treibhausgasemissionen in Deutschland halbiert werden! Für Mobilität, Wärme und Strom ! Das ist eine Mamutaufgabe für ein relativ kleines Zeitfenster. Aber die Politik hat schon viel zu lange gezögert und auf die falschen Rücksicht genommen. Bei 18.000 Arbeitsplätzen in der Braunkohle wird ein Theater ohne Ende gemacht und über die 80.000 wieder verlorenen Arbeitsplätze in der Erneuerbaren Energien Branche redet keiner.

von Erwin Schmidbauer

Kraftstoffe sind durch die Mineralölsteuer schon sehr teuer gemacht worden!

Die heutige Mineralölsteuer ist schon so hoch, dass die CO2-Emissionsabgabe dagegen nur ein Klacks ist. Hat das wirklich für die Umstellung auf andere Energieträger, auf Bahn oder öffentliche Verkehrsmittel etwas gebracht? Ich denke nein! Mir scheint es eher, man sucht nur einen "einleuchtenden" Grund, um eine Steuererhöhung durchzuführen.

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