Energiewende: Altmaier will Ausbau bremsen

Bundesumweltminister Peter Altmaier hat davor gewarnt, beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien die volkswirtschaftlichen Lasten zu vernachlässigen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier hat davor gewarnt, beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien die volkswirtschaftlichen Lasten zu vernachlässigen. „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn alle Komponenten zusammenpassen”, erklärte er in Berlin anlässlich der 4. Handelsblatt-Jahrestagung „Erneuerbare Energien”.

Die Regenerativen hätten sich in den letzten Jahren trotz aller Probleme als Erfolgsmodell erwiesen. Heute liege ihr Anteil am gesamten Energiemarkt bei mehr als 25 %, ohne dass der weitere Ausbau ernsthaft in Frage gestellt werde. „Die nächsten 25 % müssen aber wesentlich kostengünstiger werden als das erste Viertel”, forderte der Minister. Aktuell liege der finanzielle Beitrag der Privathaushalte zum grünen Strom bereits bei rund 170 Euro pro Jahr. Steige dieser Anteil an den privaten Stromkosten in Zukunft ungebremst weiter, werde die Zustimmung der Bevölkerung nicht so groß bleiben wie heute.

Tempo ist zu hoch

Ein Problem der Energiewende ist Altmaier zufolge ihr hohes Tempo. In den letzten Jahren sei der Ausbau der regenerativen Energien meist schneller vorangekommen als zuvor prognostiziert. Dabei sei die Kostenfrage weitgehend ungelöst geblieben, was in entsprechend hohen Ausgaben für die Umlage im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) resultiert habe. Allein im letzten Jahr sei die EEG-Umlage deshalb um rund 50 % gestiegen. Gleichzeitig zögen die Kosten für die Umlagebefreiung energieintensiver Unternehmen weiter an, was ebenfalls die Lasten für die restlichen Zahler in die Höhe treibe.

Angesichts der absehbaren Konsequenzen dieser Entwicklung für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die Akzeptanz in der Bevölkerung plädiert der Umweltminister für kurzfristige kostensenkende Maßnahmen direkt nach der Bundestagswahl und eine anschließende grundlegende EEG-Reform. Notwendig sind nach seiner Einschätzung vor allem ein neues Strommarktdesign und eine regional abgestimmte bundesweite Ausbaukonzeption für die neuen Energien. Altmaier warb in diesem Zusammenhang für eine langfristig tragende Lösung, um sowohl für die Branche als auch für die Bevölkerung Planungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte zu erreichen.

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Artikel geschrieben von

Diethard Rolink

Redakteur Betriebsleitung

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