Biokraftstoffe

Erfolgreicher Rapsöleinsatz im Forst

Im Projekt Rapster haben mehrere Forschungspartner einen Forst-Harvester 1470 G von John Deere auf den Rapsölbetrieb umgerüstet. Die Maschine arbeitete 1,5 Jahre störungsfrei.

Dr. Christoph Härle, StMWi; Dr. Edgar Remmele, TFZ; Andreas Sollmann, Ölmühle Mara; Sebastian Mautner, TFZ; Prof. Dr.-Ing. Peter Pickel, John Deere ETIC; Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender BaySF; Franz Pschierer, Staatsminister für Wirtschaft, Technologie und Energie; Dr. Michael Kutscher, Leiter Forsttechnik BaySF; Andreas Gabler, Geschäftsführer Donauwald Forstmaschinen; Günther Satzinger, John Deere Forestry; Gerhard Redenböck, BaySF; Gregor Friedl, BaySF sowie Roland Fleischmann, TFZ. (Bildquelle: TFZ)

Der Einsatz von Rapsöl ist auch bei Forstmaschinen praxistauglich. Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Rapster“. In dem vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderten Projekt arbeiten die bayerischen Staatsforsten, die DonauWald Forstmaschinen GmbH und John Deere unter der Leitung des des Technologie- und Förderzentrums Straubing (TFZ) zusammen.

Die Projektpartner haben 1,5 Jahre lang einen Forst-Harvester 1470 G von John Deere unter Praxisbedingungen getestet. Dieser war auf Rapsölkraftstoff nach DIN 51605 umgerüstet worden. Das Rapsöl ist biologisch schnell abbaubar und nicht wassergefährdend. Das gilt auch für das Hydrauliköl Panolin HLP 46 bzw. Bio Hydrau-Gard 46 mit dem das Hydrauliksystem befüllt wurde.

Heizung im Kraftstoffsystem

Für den störungsfreien Betrieb bei sehr niedrigen Temperaturen wurden die Kraftstoffleitungen zwischen Tank und Motor mit einer Heizung ausgestattet. Eine zusätzliche Standheizung erwärmt eine Teilmenge des Kraftstoffs im 350 Liter fassenden Tank, so dass der Harvester auch bei -15°C einsatzbereit sein soll. Die Software des Motorsteuergeräts wurde für den Betrieb mit Rapsölkraftstoff angepasst. Das TFZ hat durch sogenannte PEMS-Messungen nachgewiesen, dass die Prüfstandsemissions-Grenzwerte der aktuellen Abgasstufe IV für mobile Arbeitsmaschinen auch im realen Praxiseinsatz eingehalten werden.

Der Harvester hat in zwölf Monaten 1.700 Einsatzstunden ohne Störungen absolviert. Während des Tests wurden 35.000 l Rapsöl verbraucht. Das entspricht einer Einsparung von 100 Tonnen CO2-Äquivalent. Die Leistung der Maschine war während des kompletten Einsatzes nicht eingeschränkt. Mit dem Einsatz von Rapsöl statt Dieselkraftstoff kann die Forstwirtschaft einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten. Gleichzeitig verringern sich die Auswirkungen von Leckagen auf Boden und Gewässer beim Betanken im Wald.

Ein rapsöltauglicher Harvester „Rapster″ wird vom 18. bis 27. Januar 2019 auf der Grünen Woche in Berlin ausgestellt. Auf dem UFOP-Stand (117) in Halle 3.2 stehen Fachleute der Branchenplattform Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft bereit, um Fragen rund um den Einsatz von Rapsölkraftstoff zu beantworten.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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