Biomethan

Grünes Licht für mehr Biomethan im Verkehr

Der Fachverband Biogas begrüßt den Referentenentwurf des BMU zur Änderung der 38. Bundesimmissionsschutzverordnung (38. BImSchV).

Biomethananlagen erzeugen aus Biogas das erdgasgleiche Biomethan. Es lässt sich als Kraftstoff oder Brennstoff nutzen. (Bildquelle: Neumann)

Das Bundesumweltministerium will Hürden beim Einsatz von Biomethan als Kraftstoff abbauen. Das zeigt der am Freitag (09. November 2018) vorgelegte Referentenentwurf zur Änderung der 38. Bundesimmissionsschutzverordnung (38. BImSchV). „Wir begrüßen, dass das BMU durch die Flexibilisierung der Quotenerfüllung ein potenzielles Marktrisiko entschärfen möchte. Marktakteure haben mit dieser Regelung mehr Planungssicherheit, weil sie bei Übererfüllung Überschüsse ins nächste Jahr übertragen können“, kommentierte Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, den Entwurf.

Des Weiteren sei erfreulich, dass nun auch verflüssigtes Biomethan (Bio-LNG) auf die Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) angerechnet werden könne. Um die Ziele der EU und der Bundesregierung zu erreichen, würden alle Erfüllungsoptionen gebraucht.

Es gibt noch weitere Optionen

Gleichzeitig wünscht sich der Fachverband von der Bundesregierung ein deutlich beherzteres Anpacken der Verkehrswende. Wenn schon die 38. BImSchV novelliert wird, so sollte man dies nutzen. „Wir brauchen beispielsweise eine Anpassung der energetischen Unterquote für fortschrittliche Kraftstoffe. Statt einem späten, langsamen Einstieg und dann sprunghaftem Anstieg brauchen wir baldmöglichst einen sinnvollen, stetigen Aufwuchspfad, der dem Markt eine solide Perspektive bietet und den EU-Zielen gerecht wird“, fordert Seide.

Außerdem müsse es möglich werden, Biomethan auch im Kraftstoffsektor gemäß seiner unterschiedlichen Einsatzstoffe getrennt bilanziell zu erfassen. So würden förderfähige Teilmengen aus einer Biomethan-Erzeugungsanlage auf die Quote anrechnungsfähig, indem der Anteil an etwaig vorhandenen, nicht förderfähigen tierischen Fetten abgezogen wird.

Neben diesen Vorschlägen zur 38. BImSchV sieht der Fachverband noch weitere Möglichkeiten, wie man kurzfristig mehr Biomethan für den Klimaschutz auf der Straße mobilisieren kann. Dreh- und Angelpunkt ist die THG-Quote: Sie sollte kurzfristig sukzessive auf 16% in 2030 angehoben werden. Eine weitere Erleichterung wäre die kurzfristige Einführung von Standardwerten für die Berechnung der THG-Bilanz von Biogas und Biomethan. Schließlich sollten auch die Bedingungen für die Anrechenbarkeit von ausländischen Biomethanmengen geklärt werden. Die Stellungnahme des Fachverbandes finden Sie unter www.biogas.org

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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