Heizen mit erneuerbaren Energien

Hausbesitzer sind unzufrieden mit der Energiewende

Schlechtes Zeugnis für die Politik – Kaum Anreize für Heizungssanierungen – Klimaschutz im Wärmemarkt mit Nachholbedarf

Deutschlands Eigenheimbesitzer unterstützen mehrheitlich die Energiewende. Den politisch gewählten Weg zur praktischen Umsetzung bewertet aber die überwiegende Mehrheit der Immobilienbesitzer negativ. Das ist das Ergebnis einer im Februar von Kantar Emnid im Auftrag des Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) durchgeführten repräsentativen Umfrage unter 1 000 Immobilienbesitzern.

Zwar geben etwas mehr als ein Viertel der befragten Immobilienbesitzer (27%) an, in den nächsten fünf Jahren das Bad oder die Heizung renovieren zu wollen, doch ein starker Trend zur Heizungsmodernisierung lässt sich daraus nicht ablesen. Für die Heizung entscheiden sich nur 16%, für das Bad 15%. „In Anbetracht des nach wie vor großen Anteils an technisch veralteten Heizungen im Markt ist diese Quote sehr gering“, sagt Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK.

Beweggründe für den Umstieg

Die wichtigsten Beweggründe für eine Heizungsmodernisierung sind laut Umfrage:

  • Kosteneinsparungen (49 %),
  • CO₂-Reduktion und Umweltschutz (45 %),
  • Einbindung erneuerbarer Energien (42 %) und
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern (29 %).
  • Verbesserung des Bedienkomforts durch digitale Steuerung (9 %).

„Die Beweggründe der Hausbesitzer für eine Heizungsmodernisierung decken sich ganz offenkundig mit den politischen Zielsetzungen der Energiewende. Nur sind Anspruch und Wirklichkeit einfach noch zu weit voneinander entfernt. Der Klimaschutz im Wärmemarkt braucht wirkungsvolle Impulse, wie etwa die im Koalitionsvertrag vorgesehene steuerliche Abschreibung auf energetische Sanierungsmaßnahmen“, betont Bramann.

Staat muss bessere Anreize setzen

Als bundesweite Interessenvertretung des deutschen Sanitär- und Heizungsbauerhandwerks fordert der ZVSHK deshalb von der Politik ein Umdenken bei der Steuerung der Energiewende. „Die bisherigen staatlichen Fördermittel als Modernisierungsanreize im Wärmemarkt, bringen nicht die notwendigen Anreize, sie werden von den Verbrauchern nicht wirklich signifikant genutzt. Alles in allem lässt sich bisher kein Befreiungsschlag für eine Wärmewende erkennen“, betont Hauptgeschäftsführer Bramann.

Zudem überdeckt aus Sicht des ZVSHK eine viel zu einseitig geführte politische Diskussion rund um die Stromproblematik die Wahrnehmung anderer wichtiger Felder für die Steigerung von Klimaschutz und Energieeffizienz. So ergab die Kantar Emnid Umfrage, dass bei Hausbesitzern vor allem der Strom den Blick auf die Energiewende beherrscht.

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Eine aktuelle Prognose von EuPD Research zum deutschen Heizungsmarkt zeigt bis zum Jahr 2030 lediglich geringe Tendenzen, dass Hausbesitzer auf erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung umsteigen.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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