Umweltministerkonferenz

Höfken: „Die Energiewende ist in Gefahr“

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken kritisiert die Blockadehaltung der Bundesregierung. Sie hat dazu konkrete Vorschläge.

Eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland ist Voraussetzung dafür, die Klimaziele zu erreichen. „Der Bund aber blockiert, deckelt und bremst aus: Darum fordern wir die Bundesregierung auf, endlich die Rahmenbedingungen so zu ändern, dass die Erneuerbaren wieder eine Zukunft haben“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken im Rahmen der Umweltministerkonferenz (UMK), die am 10. Mai in Hamburg stattfand. Der Klimawandel sei längst spürbar und bedrohe akut nicht nur den Wald, sondern auch die Artenvielfalt, die Gewässer und die Versorgung mit Trinkwasser. „Wir erwarten vom Bund daher, seine Blockadehaltung aufzugeben und endlich die richtigen Weichen für eine Zukunft mit erneuerbaren Energien und Ausbau von Wind, Solar und Biomasse zu stellen und die Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern“, forderte Höfken. Dazu gehöre zum einen die Unterstützung für Speicher, Sektorkopplung, Flexibilität, Digitalisierung, dezentrale Verteilnetze und eine Förderung der Eigenstromversorgung. „Zum anderen brauchen wir endlich ein konsequentes Bundesklimaschutzgesetz, einen zügigen Kohleausstieg und eine CO2-Bepreisung.“

Wald als Kohlenstoffsenke

IRheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, dass sich der Bund auf EU-Ebene für eine Netto-Treibhausgas-Neutralität bis 2050 und dabei auch die europäischen Wälder stark macht. „Der Wald ist CO₂-Speicher. Aber er ist derzeit bedroht – wir sehen die Schäden an den Bäumen und sie sind klimagemacht. Denn Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich an von Trockenheit geschwächten Bäumen stark aus. Darum appellieren wir an den Bund, sich europaweit für eine nachhaltige Aufforstung einzusetzen.“ Der Wald als Kohlenstoffsenker müsse in die EU-Langfristklimastrategie aufgenommen werden, ebenso Holz als nachhaltiger Rohstoff.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Josef Doll

Wir sind erst am Anfang der Energiewende

Bis jetzt sind eher nach einem rasanten, teuren Anfang eher Abwehrforderungen nach erneuerbarer Energie durchgesetzt worden. Inwieweit man die Stromtranssen in der Größenordnung braucht sei dahingestellt. Nur jetzt bricht aber das Angebot in Form von der Abschaltung der Atom und sehr schnell auch der Kohlekraftwerken weg. Der Absatz von Strom durch immer mehr Aku betriebene Geräte die weniger als 5kw verbrauchen. Auch der Absatz der E-Autos wird wegen der Flottenverbauchsregelung stark steigen. Wo hier der echte erneuerbare Strom herkommen soll ist mir ein Rätsel. Strom aus dem Ausland der in Form von Atom oder von Erdgaskraftwerken kommt geht am Ziel vorbei. Bis jetzt jedenfalls glaube ich das " Die Grünen " letzteres wenn auch nicht ausgesprochen befürworten. Um auch das dann wenn die Nachteile über wiegen auch ablehnen. Würde der erneuerbare Strom nicht nur ins Netz sondern an auch an meinen Nachbar verkaufen können ohne hier mit einer neuen Steuer(Z. B. Stromtrasenentgeld) belastet zu werden. Ob hier dann wirklich Strom zur Erzeugung von Wasserstoff übrig bleibt ich denke eher.....

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