Biogas

Keller fordert kostendeckende Vergütung für Gülleanlagen

Der EEG-Rahmen für Neu-und Bestandsanlagen bietet derzeit nur wenigen Anlagenbetreiber wirtschaftliche Anreize. Darum fordert Thüringens Landwirtschaftsministerin Birgit Keller eine Änderung des EEG 2017.

Die Biogaserzeugung durch Gülle leistet in Thüringen einen großen Beitrag für eine nachhaltige Landwirtschaft. „Mit der Biogaserzeugung schließen Landwirte Nährstoffkreisläufe, produzieren erneuerbaren Strom und Wärme für ihre Region und speisen klimafreundliches Biogas ins Erdgasnetz ein. Die Biogaserzeugung unterstützt die regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum und bietet Landwirten ein zusätzliches Einkommen. Das alles sind gute Gründe, Biogasanlagen in Thüringen zu erhalten und besser zu stellen“, so Thüringens Landwirtschaftsministerin, Birgit Keller.

EEG läuft 2021 für die ersten Anlagen aus

Im Jahr 2021 läuft für die ersten Thüringer Biogasanlagen die feste Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. Der EEG-Rahmen für Neu-und Bestandsanlagen bietet derzeit nur wenigen Anlagenbetreiber wirtschaftliche Anreize. Das bedroht den Fortbestand der standortangepassten und nachhaltigen Bioenergieerzeugung.

Keller fordert deshalb eine Änderung des EEG 2017. „Bei der Änderung des EEG müssen künftig regionale Ansätze für die Gestaltung einer Einspeisevergütung verfolgt werden. Jedes Bundesland hat eine eigene Strategie, um die erneuerbare Energieerzeugung zu fördern. Die Energiewende braucht Vielfalt, damit die Länder auch voneinander lernen können.“

Festvergütung außerhalb des EEG

Darüber hinaus setzt sich Keller für eine kostendeckende Höchstvergütung der Betreiber von Biogasanlagen im EEG ein. „Eine Alternative wäre die Festvergütung außerhalb des EEG für Bestandsanlagen mit mehr als 80 % Wirtschaftsdünger- und Reststoffeinsatz. Nachhaltige Energieerzeugung muss sich für die Landwirte lohnen.“ Zudem fordert Keller, die Bemessungsleistung für Güllekleinanlagen auf bis zu 500 kW zu erhöhen, damit der in Stallanlagen anfallende Wirtschaftsdünger vollständig erschlossen werden kann und eine flexible und bedarfsgerechte Stromerzeugung ermöglicht wird.

Über die Nutzung von Wirtschaftsdünger und Reststoffen hinaus gibt es laut Keller unter Nachhaltigkeitsaspekten gute Gründe, in einem erneuerbaren Energiekonzept anteilig auch nachwachsende Rohstoffe energetisch zu nutzen. Nachwachsende Rohstoffe böten Chancen, um die Biodiversität zu steigern, das Kulturartenspektrum und Fruchtfolgen zu erweitern und sie sorgten zudem für ökologische Vorteile für die Agrarlandschaft.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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von Jens Geveke

Top! Guter Vorschlag. Hoffentlich wird er in Berlin wahrgenommen...

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