Klimaschutz

Klima-Allianz hält Klöckners Klimaschutzplan für unzureichend Premium

Das Öko-Institut hat im Auftrag der Klima-Allianz Maßnahmen bewertet, wie die Landwirtschaft das Klimaschutzziel erreichen kann. Dazu gehört die Abstockung der Tierbestände und Ausweitung des Ökolandbaus genauso dazu wie die Gülle-Vergärung.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat am 10. April nach der ersten Sitzung des Klimakabinetts einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, wie die Landwirtschaft den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren kann. Hintergrund ist der vor längerer Zeit beschlossene Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung. Er sieht für die deutsche Landwirtschaft vor, die Treibhausgase (THG) bis 2030 um 11 bis 14 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente auf 58 bis 61 Mio. Tonnen CO₂ zu reduzieren. 2016 lagen die Emissionen noch bei 71,7 Mio. Tonnen CO₂.

Die zehn Punkte des BMEL

Klöckner schlägt folgende Maßnahmen vor:

  1. Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Fläche
  2. Erhöhung der Energieeffizienz
  3. Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und Holzverwendung
  4. Senkung der Stickstoffüberschüsse, einschließlich der Ammoniak- und Lachgasemissionen
  5. Energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern und landwirtschaftlicher Reststoffe in Biogasanlagen
  6. Emissionsminderung in der Tierhaltung
  7. Vermeidung von Lebensmittelabfällen
  8. Humusaufbau im Ackerland
  9. Erhalt von Dauergrünland
  10. Schutz von Moorböden und Reduzierung der Torfverwendung in Kultursubstraten

Klima-Allianz legt eigenen ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

"...Gülle über hunderte von Kilometer..."

Niemand redet davon, Gülle für Biogasanlagen so weit zu transportieren. Die Biogasanlagen gehören natürlich in die Region, wo auch die Tierhaltung ist.

von Markus Grehl

7.

Abstockung des Menschenbestandes hilft dem Klima auch

von Christian Bothe

Märchen der Gebrüder Grimm (Neuerscheinung)

Außer 3. alles Müll und jedweder Kommentar dazu ist Zeitverschwendung,da das alles ein neuer Band für Grimm's Märchen sein könnte...

von Klaus Fiederling

Das verschmitzte Teufelchen, das zunächst als grüner Engel daherkommt...

Schon allein das Signal, dass die „Klima-Allianz“ sich der durchaus brisanten Themenvielfalt widmet, suggeriert unserer Gesellschaft ökologisch nachhaltigen Aktionismus auf „fachlich höchster Ebene“,...sollte man so wohl meinen. Wie so oft, steckt aber das Teufelchen extrem hinterhältig im jeweiligen Detail. // Die Umwandlung z.B. von Ackerland in Grünland wird seitens unserer Gesellschaft als überaus erstrebenswert zeitnah förmlichst herbeigesehnt. Das bayerische Volksbegehren hat viele Menschenherzen derart berührt; in der Mainstream-Brust hämmert jetzt geradezu das grüne Gewissen. Von diesem gerne sofort gelebten Ökotraum nun aber geerdet zur greifbaren Wirklichkeit in der Praxis: Was passiert, wenn ein Bewirtschafter den Ackerstatus verfristen lässt und selbige Fläche bei Vertragsende hernach als Dauergrünland an den Flächeneigentümer zurückgeht. Auf Basis höchstrichterlicher Entscheidung hat sodann nämlich der erzürnte Eigentümer Anspruch auf Schadenersatz, den der Bewirtschafter zu leisten hat, da er seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen und damit für den Eigentümer ein enormer Wertverlust für die Zukunft entstanden ist. Nichts ist‘s mit einem dahingehend richterlichen ökologischen Gewissen. Da geraten Biene Maja & Co. sofort brutalst ins Hintertreffen, der grüne Heiligenschein wird im Gerichtssaal knallhart von den Begehrlichkeiten astronomischer Schadenersatzansprüche -nicht nur dem Grunde nach- abgelöst. „Kohle“ muss fließen; latzen darf, wie wohl auch anders zu erwarten, das tumbe Bäuerlein. - Der für mich durchaus schlüssige Gedanke, der sich hier folgerichtig geradezu aufdrängt, dass hier ein unabhängiger Richter folgenlos gegen den Naturschutz verstoßen kann, hat der sich für andere unvoreingenommene Beobachter schon aufgedrängt!? Wie viel Leben wird beim Umbruch von Dauergrünland immer wieder brutal zerstört!? // Hat man also überhaupt schon sinnvolle Nutzungsalternativen für das unter höchstem Schutzstatus stehende Dauergrünland in petto? Wie soll Wertschöpfung generiert werden, wenn die künftige GAP nicht mehr Prämienzahlungen im äußerst großzügigen Gießkannenprinzip durchwinken sollte, insbesondere für die in Rede stehenden Flächen. - Wird wirklich jedes ökologische Gewissen einem solchen ökonomischen Druck standhalten können oder entfleucht es allenthalben so schnell auch wieder wie es aktuell urplötzlich angeflogen gekommen ist? - Money makes the world go round!

von Wilhelm Grimm

80 Millionen sollen 8 Milliarden retten.

Selten so gelacht !

von Ahrend Höper

Die Klima-Allianz Deutschland

und das Ökoinstitut sind mit ihren Forderungen zum Klimaschutz an Schizophrenie nicht zu übertreffen! Einerseits fordern sie Abstockung der Tierbestände und gleichzeitig soll Ackerland in Grünland umgewandelt werden. Zur Grünlandnutzung brauch man bekanntlich Tiere, die z.B. mit ihrem Kuhfladen sehr viel zur Insektenvermehrung beitragen. Im krassen Gegensatz zur Weidetierhaltung seht allerdings die von den Grünen geforderte völlig überhöhte Wolfspopulation in unseren dicht besiedelten Gebieten. Genauso kontraproduktiv ist die Forderung nach mehr Leguminosenanbau in Ökobetrieben. Mit der Maßnahme erreicht man eindeutig einen weit höheren Nitrateintrag ins Grundwasser als wenn ein gut geführter konventioneller Betrieb normalen Ackerbau betreibt!

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