Aus der Wirtschaft

Biogas

Kunststoffstreifen für bessere Entschwefelung

Ein neuer wartungs- und kostenarmer Biofeuchtreaktor wandelt Schwefelwasserstoff nahezu vollständig in elementaren Schwefel um. Der Reaktor benötigt nach Herstellerangaben bis zu 90 Prozent weniger Wasser und 80 Prozent weniger Energie als eine herkömmliche Anlage.

Eine externe biologische Entschwefelung in einem Rieselbettreaktor ist eine Alternative zur Sauerstoffeinblasung in Biogasfermentern. Auf Füllkörpern, die die Nährfläche bilden, siedeln sich Bakterien an, die das Gas beim Durchströmen vom H2S befreien. Jedoch können falsche Auslegungsparameter oder eine unzureichende Sauerstoffzufuhr schnell zur Verblockung der Anlage führen. Der bei den Prozessen gebildete elementare Schwefel setzt sich in diesen Fällen auf die Füllkörper und verschließt sie immer weiter, bis ein Austausch notwendig wird. Deshalb hat die SH Sulphtec GmbH den Biofeuchtbettreaktor SulphPur entwickelt, der auf klassische Füllkörper verzichtet. Er nutzt stattdessen spezielle Kunststoffstreifen, die eine Verblockung ausschließen sollen. Außerdem wird für die Entschwefelung mit 0,3 Prozent ein Bruchteil der herkömmlichen Sauerstoffmenge benötigt. Der sonst hohe Wasserverbrauch, der durch die kontinuierliche Befeuchtung des Reaktors anfällt, kann um nahezu 90 Prozent reduziert werden.

11 m lange Sessilstreifen als Besiedlungsfläche

Obwohl die Anlage klassischen Biobettreaktoren ähnelt, unterscheidet sie sich in einigen Punkten grundlegend. Generell besteht die SulphPur aus einem bis zu 13 m hohen Reaktorturm, in dem sich das Füllmedium – als Besiedlungsfläche für die Bakterien – und der Sammelsumpf für den elementaren Schwefel befinden. Zusätzlich angeschlossen sind der Gasein- und -austritt sowie ein Technikraum. „Anstatt der sonst üblichen Füllkörper nutzen wir sogenannte Sessilstreifen, da sie widerstandsfähiger sind und der anfallende Schwefel ihre Funktionalität nicht negativ beeinflussen kann“, erklärt Sulphtec-Vertriebsleiter Thomas Springer.

Die Kunststofffäden werden an einem Gitter unter dem Reaktordach befestigt. Auf einer Länge von bis zu 11 m hängen sie nach unten und füllen den Reaktionsraum zu zwei Dritteln aus. Der bei der Entschwefelung anfallende elementare Schwefel lagert sich entlang der Fäden ab und rutscht nach unten in den Reaktorsumpf, wo er sich sammelt und abgepumpt werden kann.

Die SH Sulphtec GmbH mit Sitz im brandenburgischen Nauen ist ein Spezialist in der Entwicklung und Herstellung von Anlagen zur Bio-, Klär- und Deponiegasentschwefelung sowie zur Abluftreinigung. Das Unternehmen bietet modulare Systeme an. Zum Portfolio gehören neben dem klassischen Biorieselbettreaktor das eigens entwickelte und patentierte SulphPur-Verfahren sowie den S-KAT, eine kompakte Anlage zur Entschwefelung. Weitere Informationen unter: www.sulphtec.com

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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