Photovoltaik

Lies will mehr Solarstrom auch im Norden

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies versteht nicht, warum nicht mehr Gewerbebetriebe Solarstrom zur Selbstversorgung nutzen.

Umweltminister Olaf Lies hat sich heute (Montag) für einen starken Ausbau der Photovoltaik in Niedersachsen ausgesprochen. „Wenn wir die Energiewende mit Tempo voranbringen wollen, müssen wir auf weitere CO2-neutrale Stromquellen setzen. Beim Windstrom sind wir bundesweit die Nummer 1, der Solarstrom sollte das zweite wichtige Standbein für eine klimaneutrale Stromerzeugung werden", sagte Lies bei einer Veranstaltung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) in Hannover.

Solar- und Windstrom ergänzen sich

„Die Flächen auf Haus- und Gewerbedächern warten darauf, mit Photovoltaik bestückt zu werden, rein rechnerisch könnten hier bis zu 57 GW an Leistung installiert werden." Dies würde einen Stromertrag von 51 Mrd. kWh im Jahr bringen, das entspricht rein rechnerisch fast dem derzeitigen Bruttostromverbrauch in Niedersachsen.

Der Solarstrom sei eine ideale Ergänzung zum Windstrom und damit das notwendige Pendant beim Umstieg auf eine weitgehend CO₂-freie Stromerzeugung. Während Windkraftanlagen im Herbst und Winter den größten Stromertrag einfahren, könne Photovoltaik im Frühjahr und Sommer Höchstleistungen vollbringen. „Photovoltaik-Anlagen ermöglichen eine dezentrale Stromerzeugung, verbinden den Erzeugungs- und den Verbrauchsort und können dadurch sogar die Netze entlasten", nannte Lies als weitere Vorteile.

Lies forderte die Eigentümer von großen Gewerbehallen auf, zu prüfen, ob ihre Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden können. Mit dem Strom könne der eigene Verbrauch direkt im Unternehmen kostengünstig gedeckt werden. Während die Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern die Photovoltaik zunehmend nutzten, seien die Unternehmen immer noch zurückhaltend. Dies sei nicht verständlich angesichts von Gestehungskosten von 7 bis 8 Cent bei größeren Dachanlagen in Norddeutschland. Vor Fachleuten aus der Energiewirtschaft, Solarforschung und -beratung erläuterte Lies weiter: „Die Unternehmen sollten die derzeit günstigen Rahmenbedingungen wahrnehmen, die sich vor allem aus den niedrigen Modulpreisen und der Einspeisevergütung für den überschüssigen Strom ergeben." Kostenfreie Beratungsangebote der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen stünden den kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung.

Das Ministerium wolle prüfen, ob künftig beim Neubau von größeren Gewerbehallen die Statik so ausgelegt werden müsse, dass die Dächer für die Installation von PV-Anlagen von vornherein geeignet seien.

Auf Bundesebene will sich Niedersachsens Umweltminister für sichere Perspektiven für die Solarstromerzeugung einsetzen. „Die Begrenzung des Zubaus von Photovoltaik auf 52 GW insgesamt macht energie- und klimapolitisch keinen Sinn. Der Bundeswirtschaftsminister muss diesen Deckel sofort streichen, sonst bricht der PV-Ausbau spätestens 2021 wieder zusammen." Dann werde die Größenordnung von 52 GW erreicht sein und in der Folge die Einspeisevergütung wegfallen.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

Solarenergie

Endlich mal eine gute Initiative zu PV- Anlagen vom Minister.Das ist für mich im Mix mit konventioneller Energiegewinnung der richtigere Weg als diese landschaftsverschandelnden Windmühlen! Fahre seit ein paar Tagen durch die Tschechei und keine Windmühlen! Einfach herrlich und nicht dieser Umweltfrevel wie in der BRD und sogar Licht brennt immer...Dem Minister sei noch gesagt, das meine Erfahrungen mit einer 207kwp Anlage, installiert 2001, die höchsten Stromerträge im Winter bei klarem Sonnenschein erbringt.

von Alois Riedl

Selbst Rezo und Ohrfeigen werden werden wenig helfen...

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von Gerd Schuette

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