Biodiversität

Mehr Artenvielfalt mit nachwachsenden Rohstoffen

Auf einer Biodiversitätstagung in Straubing zeigten Wissenschaflter, wie sich bei nachwachsenden Rohstoffen ökologische Vorteile mit ackerbaulicher und forstlicher Produktion kombinieren können.

Die Jahre 2019 und 2020 will das bayerische Landwirtschaftsressort zu „Biodiversitätsjahren“ machen und die Vielfalt auf dem Acker in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen. Den Startschuss dazu bildete vergangene Woche die Tagung "Da blüht uns was – Mehr Biodiversität durch Nachwachsende Rohstoffe“ des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) im Herzogsschloss in Straubing.

Auf der Tagung stellen Wissenschaftler aus verschiedenen Einrichtungen ihre aktuellen Forschungsergebnisse zur Steigerung der Biodiversität vor, um sie mit hochrangigen Verbandsvertretern und Praktikern zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war es, der Landwirtschaft und Beratung Kulturpflanzen vorzustellen, die neben ihrer energetischen und stofflichen Verwertungsmöglichkeit auch zur Vielfalt auf dem Acker beitragen.

Landwirtschaft kann Lösungen bieten

Generell bestand Einigkeit über den aktuell belegten Artenrückgang, der neben dem hohen Flächenverbrauch auch durch die Fokussierung auf Produktionseffizienz in der Landwirtschaft erklärt werden kann. Zwar bietet die Landwirtschaft durch ihre große Flächenwirkung den besten Hebel für Lösungsmöglichkeiten. Jedoch ist der Artenschutz eine gesamt-gesellschaftliche Verpflichtung, die nur gemeinsam zu stemmen ist.

Im Verlauf der Tagung wurde deutlich, dass viele, aber auch gegensätzliche Werkzeuge zur Steigerung der Biodiversität bereits vorhanden sind. Allerdings fehlt bislang ein gesellschaftlicher Konsens, wie diese eingesetzt und welche konkreten Ziele damit erreicht werden sollen.

Fazit der Veranstaltung: Es wird mehr Lebensraumvielfalt in der Agrarlandschaft benötigt, die ein räumliches und zeitliches Nutzungsmosaik bietet. Das kann beispielsweise über die zielgerichtete Gestaltung von Fruchtfolgen, den Anbau von Dauerkulturen und Blühmischungen für die energetische Nutzung, sowie verbindende Strukturen wie Gehölze oder Landschaftselemente geschaffen werden. Auch im Wald kann durch integrative Forstwirtschaft die Biodiversität erhöht werden, ohne eine Trennung in Nutz- und Schutzgebiete vorzunehmen. Ein Beispiel dafür ist die aktive Biotoppflege durch Mittelwald-Bewirtschaftung.

Acker- und Forstwirtschaft Hand in Hand mit Ökologie

Insgesamt bieten Nachwachsende Rohstoffe die Chance, ökologische Vorteile mit ackerbaulicher und forstlicher Produktion zu kombinieren. So stellte Dr. Maendy Fritz, Sachgebietsleiterin Rohstoffpflanzen am TFZ, mehrere Energiekulturen vor, die als Fruchtfolgeergänzung und auf Flächen mit geringerer Produktionseignung angebaut werden können. Ihr Credo: „Ökologie und Ökonomie können Hand in Hand gehen.“

Die Redaktion empfiehlt

Um die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft Mais zu fördern, haben mehrere Betreiber von Biogasanlagen den Verein „Bunte Felder“ gegründet und Blühstreifen an ihren Feldern angelegt.

Projektstart: Julius Kühn-Institut erprobt den kombinierten Anbau von Energiepflanzen und Anden-Lupinen.

Beim 25. C.A.R.M.E.N.-Forum am 13. März 2018 in Straubing geht es in diesem Jahr um das Thema „Bioraffinerie – Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Chemie“.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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