Nordlink: Die neue Stromtrasse nach Norwegen

Während Bayern mit der Stromleitung "Südlink" hadert, bringt der Netzbetreiber Tennet das Seekabel-Projekt "Nordlink" zwischen Deutschland, Dänemark und Norwegen voran. Für das windreiche Schleswig-Holstein könnte das eine deutliche Entlastung bringen.

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet will eine direkte Stromverbindung zwischen Norwegen und Deutschland herstellen. Die „Nordlink“ genannte Hochspannungsleitung soll 623 Kilometer lang sein und eine Übertragungskapazität von 1400 Megawatt haben. Das entspricht der Leistung von 466 Windturbinen, rechnet Tennet vor. Die Verbindung soll zwischen Tonstad (Südnorwegen) und Wilster (Schleswig-Holstein) überwiegend als Seekabel hergestellt werden. Investor ist ein Konsortium, an dem je zur Hälfte der norwegische Übertragungsnetzbetreiber Statnett und die DC Nordseekabel Gmbh & Co. KG beteiligt sind. Die DC Nordseekabel ist wiederum eine gemeinsame Gesellschaft der Tennet und der KfW-Bank.
Noch ist Nordlink nicht in trockenen Tüchern, aber Tennet rechnet mit einer Investitionsentscheidung im ersten Quartal 2015. Die Behörden in Deutschland, Dänemark und Norwegen hätten bereits grünes Licht gegeben.

Wichtig für die deutsche Energiewende

Das Seekabel wäre wichtig für die deutsche Energiewende. Wenn es in Deutschland einen Stromüberschuss gibt (z.B. an windreichen Tagen), kann dieser zu den Wasserkraftwerken nach Norwegen übertragen werden. Bei Bedarf kann Deutschland andersherum auch günstigen Wasserkraftstrom aus Norwegen beziehen. Damit sollen die Stabilität der deutschen Übertragungsnetze in Deutschland und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöht werden.
„Während Bayern noch Rolle-Rückwärts-Diskussionen führt, geht die Energiewende im Norden mit Schwung weiter“, begrüßt Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) den Projektfortschritt.

Auch die Stromtrassenprojekte in Schleswig-Holstein gehen voran, wie Habeck erläutert: Die Westküstenleitung liege voll im Zeitplan. Dank des frühen Bürgerdialogs seien viele Kritikpunkte ausgeräumt worden. Auch Südlink als Stromautobahn in den Süden ist seit Dezember im Genehmigungsverfahren. Für die Ostküstenleitung sei jetzt auch das Dialogverfahren gestartet, um den Netzausbau im Einvernehmen mit den Bürgern gestalten zu können.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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