Klimaschutz

Regierung plant offensichtlich doch eine CO₂-Abgabe Premium

Laut Medienberichten zeichnet sich ein Konsens in der Koalition zu einer Klimaschutzabgabe ab. Danach sollen u.a. Hausbesitzer, Autofahrer oder Landwirte für den CO₂-Ausstoß zahlen.

Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO₂) konnte doch schneller als ursprünglich angekündigt in Deutschland ein Preisschild bekommen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine. Wer in Deutschland beim Autofahren, Heizen oder in der Landwirtschaft das Treibhausgas CO₂ verursache, soll demnach künftig zahlen müssen. Gleichzeitig sollen die Bürger in gleicher Höhe entlastet werden, heißt es in dem Bericht. Laut FAZ gehe man auch im Bundeswirtschaftsministerium „davon aus, dass eine CO₂-Bepreisung in irgendeiner Form wohl kommen werde“. Das ist neu: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte sich bislang genauso gegen einen CO₂-Preis gewehrt wie Finanzminister Olaf Scholz. Beide Ministerien haben ihre Gegenposition aber offensichtlich aufgegeben.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

CO2 Steuer

@Gerner,dazu mal eine andere Sichtweise (lese ich gerade): Kattowitzer Klimagipfel,150 Staaten versuchen von 40 "schuldbeladenen" Industriestaaten möglichst viel Geld zu bekommen und Deutschland glaubt sich mit 1,5Milliarden € illusionären Klimaschutz abbittend freikaufen zu können.Dazu braucht man Geld und erschafft die CO2 Steuer auf VK,DK,Heizöl usw. und zwingt den Bürger auf Verzicht von Lebensqualität... Ist nicht unbedingt meine Meinung,aber eine andere Sichtweise und man kannauch darüber mal nachdenken,zumal die Studie von einem anerkannten Agrarwissenschaftler kommt.

von Andreas Gerner

Es führt kein Weg an der Klimagassteuer vorbei.

Das CO² muss besteuert werden, anders gelingt der Umschwung nicht oder zu langsam. Dabei ist wichtig, dass alle Bereiche, vor allem auch Heizöl, Schweröl, Industrierohstoffe und Flugbenzin mit einbezogen werden. Dies kann natürlich nur gelingen, wenn alle Länder mitmachen. Denn sonst verlagert sich nur die Produktion bzw. geht der Flieger dann nicht ab Frankfurt, sondern halt erst ab Heathrow nach New York.

von Andreas Gerner

@Geveke

Das Methan darf nicht den Rindern, sondern muss dem Grünland(bzw. Prärie) zugeordnet werden. Ob der Aufwuchs auf der Wiese ungenutzt verrottet, oder im Pansen nutzbringend "zu Milch und Fleisch" umgesetzt wird, bleibt sich gleich. Der Mensch selbst kann mit Grassilage auf dem Teller nunmal nichts anfangen. Auf absolutem Grünland, oder wo dieses erhalten werden soll, ist es also mindestens sinnvoller, an Rinder zu füttern. Noch besser natürlich, wenn deren Ausscheidungen in der Biogasanlage landen. Oder noch besser, wenn man das Gras ernten, aber nicht dem Rind, sondern direkt der Biogasanlage füttern würde!

von Jens Geveke

Ich bewerte den Anteil der Landwirtschaft nicht zu hoch...

... Methan aus der Rinderhaltung ist weltweit sicherlich ein größeres Problem als in Deutschland. Der Anteil Landwirtschaft an den Klimagasen ist in Deutschland aber auch nur so gering, weil der Ausstoss der Industrie und der Energieerzeugung so groß ist. Jeder muss seinen Teil an der Senkung der Klimagase beitragen. Und wir Landwirte können unser Ziel relativ gut erreichen, in dem wir die Möglichkeiten die wir haben, einfach nutzen. Dann sind wir aus dem Schussfeld raus, andere Branchen werden es da schwerer haben. Es wird einfacher sein, mit diesen Themen umzugehen, als sich dagegen aussichtslos zu wehren. Die nächsten 10 Jahre werden beim Klimawandel die entscheidenden für die Weichenstellung werden. Nicht umsonst diskutiert man doch plötzlich ernsthaft diese Ansätze der Steuerung. Und es ist auch nicht mehr nur die Politik, die steuerend eingreift, der Martk wird es viel schneller machen. Zunächst haben die großen Fonds die Finanzierung von Kohle- und Ölkraftwerken eingestellt und jetzt beginnen überall in der Wirtschaft die Unternehmen, sich selber CO2-Ziele zu setzen, weil sie ihrem Produkt in den nächsten Jahren ein Klimafreundliches Merkmal verpassen wollen. Und das wird und in der Landwirtschaft dann auch vom Markt her betreffen. Daher jetzt lieber mit dem Wind anpacken, als wehren. Der Vorteil der Ertragssteigerung durch CO2 dürfte bei realtiv gering sein und durch den Treibhauseffekt und der ungleicheren Wasserverteilung mehr als aufgehoben werden. Im Gewächshaus kann ich die CO2-Gabe getrennt vom Wasser und Temperatur steuern, in der Atmosphäre nicht...

von Christian Bothe

@Geveke

Die Rinderhaltung gehört zu den Hauptemittenten der Landwirtschaft. Dennoch beträgt ihr Anteil an der nationalen THG-Emission nur etwa 2,5 %, davon 1,8 % aus der ruminalen Methan-Emission.Das entstehende CO2 sollte man nicht überbewerten, da es durch Ertragssteigerung kompensiert wird(CO2 Düngung in Gewächshäusern).

von Jens Geveke

@Steinle

Das ist richtig, das der Mais CO2 in Sauerstoff wandelt, aber wenn Sie diesen wieder an Ihre Kühe verfüttern, geht das wieder zurück als CO2. Dadurch wäre es zunächt einmal Klimaneutral. Das Problem ist aber, dass die Kühe dabei Methan produzieren, so dass im Kreislauf (auch Methan wird langsam wieder zu CO2 abgebaut) ein Gas entsteht, dass in den Jahren 8mal klimaschädlicher ist, als das reine CO2 im Kreislauf. Das scheint erst einmal nur wenig schädlich, aber wenn Sie die Rinderherden weltweit betrachten, summiert sich das ganz schön auf. Man hat aber mit Biogasanlangen eine gute Möglichkeit, einen Teil der Methanemissionen über die Wirtschaftsdüngervergärung wieder einzufangen. Dann wird es mindestens neutral, eher noch positiv, weil mit der gewonnen Energie woanders fossile Energie ersetzt werden kann. Das gleiche gilt auch für die Rapsölkraftstoffe. Und die CO2-Bepreisung wird uns helfen, diese Kreisläufe schneller wirtschaftlich zu bekommen, denn wir sind nicht mehr darauf angewiesen, dass die Politik jedes Detail versteht und daraus ein Förderprogramm macht, sondern es werden einfach die Energien, die man nicht mehr möchte, teurer gemacht. Und dann werden CO2-neutrale Energien plötzlich wirtschaftlich, wenn vor Ort eine Lösung technisch möglich ist. Z.B. Methan in CNG-Autos tanken oder die Rapsölpressen werden wieder hervorgeholt, weil Diesel einfach teuerer wird. Die CO2-Bepreisung wird uns in vielen DIngen weit nach vorne bringen, denn Sie ist technologieoffen und das ist gut. Ich warte schon lange darauf und je teuerer das CO2 wird, desto schneller werden nachhaltige Kreisläufe wirtschaftlich.

von Oswald Steinle

Abgaben für die Landwirtschaft ? Eher das Gegenteil ist der Fall...

Den Pflanzen die von der Landwirtschaft angebaut werden entziehen der Luft ja das Co2. Z.b. entzieht der Bestand von einem ha Mais den Co2 Anteil, den 60.000km Autofahrt verursachen. Dann müsste man als Landwirt doch Co2 Zertifikate auf dem Markt anbieten können anstatt dafür auch noch zu bezahlen. Wir werden doch nach Strich und Faden verarscht ... Siehe Link: https://www.google.com/url?sa=i&source=web&cd=&ved=2ahUKEwjg9OXg9_nhAhUGyKQKHelvB7YQzPwBegQIARAC&url=https%3A%2F%2Fwww.agrarheute.com%2Fpflanze%2Fmais%2Fmais-wandelt-co2-effektiver-sauerstoff-um-andere-pflanzen-477959&psig=AOvVaw3G5Dng979eZwvRZHe-q5yi&ust=1556786493585474

von Christian Bothe

CO2 Steuer

Hauptsache unsere schlauen Politiker berücksichtigen bei dieser übertriebenen Besteuerung die Unterschiede bei Betankung zwischen E5,E10 oder E85! Übrigens kann man den Äthanolanteil noch erhöhen(USA) und damit den CO2 Ausstoß verringern und die LW würde es freuen...

von Edelhard Brinkmann

Abgaben

Nur der was hat kann man was abnehmen. Ein Loch ohne Ende. ( Loch Ness )

von Alexander Audrit

Und wieder wird das arbeitende Volk von den Ökofaschisten abgemolkene. Weiter so! Bald sind wieder Wahlen!

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