Schleswig-Holstein will Energieexporteur werden

Die Staatssekretärin im Kieler Landwirtschaftsministerium, Ingrid Nestle, hat die Pläne ihrer Landesregierung bekräftigt, Schleswig-Holstein bis zum Ende des Jahrzehnts zum Nettoexporteur von erneuerbarer Energie zu machen.

Schleswig-Holstein will bis zum Ende des Jahrzehnts zum Nettoexporteur von erneuerbarer Energie werden. Das hat die Staatssekretärin im Kieler Landwirtschaftsministerium, Ingrid Nestle, noch einmal bekräftigt. Bei einem von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ausgerichteten Pressegespräch in Kiel mit Regierungsvertretern, Finanzierern und Netzbetreibern erklärte sie in der vergangenen Woche, die regenerativen Energien seien für Schleswig-Holstein eine stetig an Bedeutung gewinnende Branche, in der schon mehr als 15.000 Menschen arbeiteten.

Gerade für die ländlichen Räume setzten die „Erneuerbaren“ neue Impulse. Unternehmen, Forscher und Entwickler hätten sich bietende Möglichkeiten ergriffen und neue Wertschöpfungsketten etabliert. Nestle zufolge bleibt die schleswig-holsteinische Regierung bei ihren Plänen, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch des norddeutschen Landes bis 2020 auf bis zu 400 % steigern zu wollen und zunehmend auch andere Bundesländer mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen. Der auf den Weg gebrachte Ausbau des Stromnetzes schaffe dafür die Voraussetzungen, so die Staatssekretärin.

Gemeinsame Windparks errichten

Nach Angaben von AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer wird ein Großteil der bei der Energiewende anfallenden Investitionen in den ländlichen Regionen Deutschlands von den Landwirten „gestemmt“. Landwirtschaftliche Betriebe hätten in Deutschland zwischen 2009 und 2012 schätzungsweise 18,2 Mrd. Euro in Erneuerbare-Energien-Anlagen investiert. Damit stellten sie unverzichtbare Treiber der Energiewende dar, stellte Vohrer fest. Wie der Bereichsvorstand der Rentenbank, Imke Ettori, weiter ausführte, gewinnen bei den landwirtschaftlichen Investitionen in erneuerbare Energien vor allem Windkraftanlagen mehr und mehr an Bedeutung. Darüber hinaus würden Windparks immer häufiger gemeinsam von Landwirten und Bürgern aus der Region, als Bürger- und Bauernwindparks, errichtet. Die Landwirtschaftliche Rentenbank als Förderbank für die Agrarwirtschaft biete deshalb entsprechende Finanzierungen an.

„Die direkte Beteiligung der Bevölkerung bietet Chancen für alle und erhöht darüber hinaus die Akzeptanz für diese Anlagen“, erläuterte Ettori. Auch für die Rentenbank selbst seien die Programmkredite für erneuerbare Energien inzwischen eine wichtige Sparte ihres Förderangebots. Ettori zufolge hat die Rentenbank 2012 in diesem Bereich mehr als 1,4 Mrd. Euro an neuen Krediten zugesagt.

Westliche Küstenregion bleibt wichtig

Das Mitglied der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers TenneT TSO GmbH, Lex Hartman, gab auf dem Pressegespräch eine Prognose über das künftige Energieaufkommen in Norddeutschland und den daraus resultierenden Netzausbau ab: Nach seinen Angaben werden in den nächsten Jahren zwischen 8 % und 10 % des deutschen Strombedarfs aus Schleswig-Holstein gedeckt werden. Nahezu die Hälfte des hier erzeugten Windstroms werde dabei heute und auch in Zukunft entlang der Westküste produziert. „Der Bau der Höchstspannungsleitung an der Westküste ist deshalb eines der zentralen Infrastrukturprojekte im Land, um die Energiewende umzusetzen“, betonte Hartman. Bei TenneT sei man zuversichtlich, dass dieses Projekt mit guten Beteiligungsmöglichkeiten für die Bevölkerung gelingen werde.

Artikel geschrieben von

Diethard Rolink

Redakteur Betriebsleitung

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