Verkehrswende

Steinbach: „Einseitiger Fokus auf Elektrofahrzeuge ist Fehler!“ Premium

Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Jörg Steinbach diskutierte gestern mit Journalisten über Defizite bei der Verkehrswende. Sehr kritisch ging er mit batterieelektrischen Fahrzeugen um.

Es gibt zwei wichtige Gründe, die aus Sicht von Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof Jörg Steinbach gegen die Elektromobilität sprechen: Die schlechte Ökobilanz und die fehlende Ladeinfrastruktur. „Angefangen von den Rohstoffen wie Lithium, Mangan und Kobalt für die Batterie bis zur Inbetriebnahme eines Fahrzeugs ist die Klimabilanz schlechter als die spätere CO2-Einsparung im Betrieb. Darum sehe ich Elektrofahrzeuge nicht als Lösung, sondern als zusätzliche Belastung an“, erläuterte der Minister gestern bei einem Pressegespräch auf dem Gelände des Biokraftstoffherstellers Verbio in Schwedt (Brandenburg), zu dem die Agentur für Erneuerbare Energien geladen hatte. Angesprochen auf mehrere Studien, die Elektrofahrzeugen sehr wohl eine positive Klimabilanz attestieren, entgegnete der Minister: „Selbst wenn dem so wäre, halte ich es für falsch, einseitig auf nur eine Technologie zu setzen und sich damit in eine ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

Sag ich doch auch, dass der Verbrenner mit den richtigen Treibstoffen uns noch lange begleiten wird. Aber die E-Mobilität ist keine Spielerei bei Pendelern oder Stadtverkehr, das funktioniert und ist effektiv. Allerdings hat Der Verbio-Chef recht, dass die E-Mobilität z.Zt. genutzt wird, dass sich die Autobauer die CO2-Quoten zurechtrechnen, denn ein E-Auto gilt perse als CO2-frei, was ja bei dem aktuellen Strommix nicht stimmt. Gleichzeitig wird das Biomethan-Auto mit seinem CO2-Ausstoss so gerechnet, als käme das CO2 aus fossiler Quelle, was auch nicht stimmt. Und das ist ja auch die Kritik, die ich teile: Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

von Christian Bothe

Utopia

@Geveke,lesen Sie mal was der GF von Verbio zur E-Mobilität in Top Agrar sagte. Das Ganze ist nichts weiter wie Spielerei, um den von der EU geforderten CO2 Ausstoß der Fahrzeugflotten in den nächsten Jahren im Durchschnitt zu senken, meine ich.Der Verbrennungsmotor hat noch soviel Reserven und Entwicklungen vor sich(Bioäthanol,Biodiesel,Rapsöl,)und wird uns deshalb noch viele Jahre begleiten.

von Paul Siewecke

die Langstrecke....

könnte auch per Schiene bedient werden. Bei den verschiedenen Bahngesellschaften gibt es schon lange sogen. Autozüge, bei denen Fahrzeuge per Schiene zum Zielort transportiert werden. Da muss ein E-Auto dann auch keine 1000 Kilometer mehr haben... Aber das gesamte Verkehrskonzept muss halt stimmen....

von Erhard Prinz

Hoher Stromverbrauch

ist nicht unbedingt negativ. Es kommt nur drauf an, wie er hergestellt wird. Und dass der Staat ihn nicht künstlich mit Steuern und Abgaben verteuert.

von Jens Geveke

Vor allem muss das Konzept jeweils passen...

die Politik muss technologieoffen fördern. Wenn in Augsburg seit 2011 100% Biomethanbusse erfolgreich klimaneutral laufen, dann kann es doch nicht richtig sein, dass eine EU-Richtline denen jetzt vorschreibt, einen Anteil Elektrobusse anzuschaffen. Ein Elektroauto ist erst einmal sehr effektiv und einfach, insbesondere für den Pendel- und Stadverkehr. Am besten ergänzt durch eine Solaranlage mit Batterie zu Hause. Aber es im Langstreckenverkehr, bei größeren Lasten, Transporter usw. wird sehr schnell der Gasmotor mit Biomethan interessant. Technik und Tankstellen sind vorhanden, auch schon die Wirtschaftlichkeit. Jeder der möchte, kann morgen umstellen und braucht sich dann auch keine Gedanken mehr über die Höhe der CO2-Steuer machen... Das Argument, dass wir für den Elektroantrieb zuviel Strom benötigen und deswegen auf grünen Wassertsoff setzen sollten, hinkt natürlich, denn für grünen Wasserstoff benötige ich wesentlich mehr Strom für die Herstellung und Verdichtung. Biomethan entsteht aus Vergärung von Biomasse mit 5-10% Eigenstrombedarf.

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