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Wissenschaftler warnen: Gasnetze könnten unwirtschaftlich werden Premium

Die Umsetzung der Klima- und Energieziele wird dazu führen, dass der Gasbedarf in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgeht. Das wird größere Auswirkungen auf die Gasinfrastruktur in Deutschland haben, besagt eine neue Studie des Fraunhofer ISI.

Deutschland hat sich im Pariser Klimaabkommen verpflichtet, den Ausstoß klimarelevanter Gase weitestgehend zu vermeiden. Deshalb muss auch Erdgas langfristig als Energieträger ersetzt werden. Für die Studie „Roadmap Gas für die Energiewende - Nachhaltiger Klimabeitrag des Gassektors“ hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht, was die Umsetzung der Klimaziele für die Gasinfrastruktur und die Gaswirtschaft in Deutschland bedeutet. Dazu hat die Studie Szenarien aus der Literatur analysiert und darauf aufbauend den infrastrukturellen Bedarf und die damit verbundenen Kosten modelliert.

Rückgang der Gasnachfrage wahrscheinlich

Insbesondere im Gebäudebereich zeichnet sich demnach ein erheblicher Rückgang der Gasnachfrage ab. Dieser Rückgang kann in bestimmten Gebieten dazu führen, dass die Kosten zum Unterhalt des Gasnetzes so stark steigen, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr wirtschaftlich ist. Hinzu kommt, dass die Umsetzung der Klimaziele den Ausbau alternativer ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

...deswegen soll die Wärmepumpe ja nicht zu Spitzenlastzeiten laufen, sondern dann wenn das Verhältnis Strom/Verbauch besser ist. Mit einem großen Wärmespeicher im Garten lässt sich dass doch locker überbrücken. Wir hatten vor unserer Biogasanlage auch eine Wärmepumpe, ohne Gastherme. Lief sehr gut, geht halt nur bei großflächigen Heizungsverteilern im Haus, also bei Neubauten oder größeren Umbauten.

von Werner Kriegl

Grau ist alle Theorie!

Die WP Besitzer die ich kenne, haben komischerweise eine kleine Gastherme oder Holzofen als Backup-Anlage - fragt sich nur warum! Und wenn das Gasnetz schon mal da ist, ist nichts billiger als ein Weiterbetrieb, zumal der Strom immer teuerer wird - speziell bei Spitzenbedarfszeiten. Da kann der COP der Wärmepumpe noch so toll sein...

von Jens Geveke

Wärmepumpen sind ideal...

sie laufen eben nicht (!) wenn es kalt und dunkel ist, sondern können genau dann laufen, wenn der Wind weht. Zu jeder Wärmepumpe gehört dann ein ordentlicher Warm-Wasser-Tank, den man im Garten vergraben kann. So muss man nicht den Strom speichern, sondern "nur" die Wärme, was bei einem Privathaus überschaubar ist. Die Lücken, die es dann noch gibt (tagelange Dunkelflaute) müssen dann von den Gaskraftwerken gefüllt werden, was diese Studie ja auch nicht verneint, denn es geht hier um das flächendeckende Gasverteilnetz in jeder Wohnsiedlung, nicht um das Ferngasnetz. Ob NordStream2 "umsonst" gebaut wird , müssen die Investoren ja selber wissen. Ich würde da kein Geld reinstecken, Bis 2050 brauchen wir sicherlich noch ordentlich Gas, denn das ist die fossile Energieform, die nicht nur am saubersten verbrennt, sonder auch je kwh am wenigsten CO2 freisetzt.

von Werner Kriegl

Allmählich wird die Debatte lächerlich!

Also, wir schalten erst die Kernkraft (2022) komplett ab, anschließend die Kohlekraftwerke (2030) und GLEICHZEITIG soll der Gasverbrauch zurück gehen? Dann frage ich mich, warum z.Z. neue Standorte für Gaskraftwerke gesucht werden! Im Übrigen werden die Wärmepumpen - die Strom benötigen - in erster Linie dann laufen wenn es KALT und DUNKEL ist. Da hilft die PV-Anlage auf dem Dach zur Versorgung der WP gar nichts! Wenn dann auch nur ein laues Lüftchen weht, dann ist die Frage woher der Strom kommen soll für Industrie, Heizung der Privathaushalte, Licht und Kochen sowie den (zukünftigen) Elektroautos. Eigentlich simple Mathematik Bedarf = Erzeugung - aber die PISA Ergebnisse machen sich offenbar auch immer mehr in Forschungseinrichtungen bemerkbar...

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Sinn oder Irrsinn?

da kommt bei mir zunächst die Frage auf: wofür benötigen wir den Nord-stream 2??? - nur um Putin milde zu stimmen?. Der Beitrag geht nach meiner Meinung an der Realität vorbei!!. Der Rohstoff Gas wird bei uns wesentlich länger eingesetzt als alle anderen fossilen Brennstoffe. U.a. wird Gas für den Lückenschluss bei der Stromversorgung eine wichtige Rolle spielen. Solarthermie ist wirtschaftlich ein Flop. Wärmepumpen könnten die fossilen Brennstoffe ersetzen. Bis 50% der Haushalte damit ausgestattet sind wird noch sehr viel Wasser den Rhein herunterfließen!!!.

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