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  1. #41
    rocknrolldirk
    Gast
    Detmar Kleensang schrieb:
    Aber sich doch, Reinhard. Genauso, wie bei der Stalltechnik zählen auch Maschinenkosten eine Rolle. Und bei beiden gilt die persönliche Ausrichtung des Betriebes. Das man möglichst günstig produzieren muss ist klar und unstrittig. Unterschiede gibt es dann aber, ob einige sich vielleicht die Arbeit durch Maschineneinsatz erleichtern wollen und dafür auch geringfügig höhere Kosten akzeptieren. Am meisten sparen kann man sicherlich bei der Produktion, wenn man wenig Technik einsetzt, dafür aber viele Arbeitskräfte bevorzugt aus der eigenen Familie, weil die es quasi umsonst tun können.
    Im Mittel allerdings müssen diese Produktionskosten auch durch den Milchpreis erwirtschaftet werden können. Ist der zu niedrig dafür, muss er wie auch immer gesteigert werden. Daran führt kein Weg vorbei.
    Das ist aber ´ne Milchmädchenrechnung, wenn du durch hohen Personaleinsatz Kosten sparen willst. Geleistete Arbeitsstunden sollten bei einer korrekten Erfassung der Betriebsparameter (zur Errechnung der Vollkosten) immer mit erfasst werden. Ob du damit bei der Vollkostenrechnung noch besser dastehst als mit angemessener Technik wage ich mal zu bezweifeln.

    Da wir Milchprofis sind (oder sein sollten, um in diesem schwierigen Geschäft zu bestehen) macht es im Normalfall keinen Sinn, an der Stalltechnik zu sparen-dort muss alles perfekt rundlaufen und möglichst wenig Arbeit, Umwege und Misserfolge generieren-diese Einrichtungen kann man gut auslasten und somit hochrentabel einsetzen. Je größer der Betrieb ist, desto professioneller (besser!) darf die Technik im Stall sein. Womit wir beim Thema Kosten/kg wären.

    Alle Maschinen ausserhalb des Stalls können bei der Ernte Geld einsparen, oder sogar im Lohn arbeiten und dabei Erträge erzeugen. ABER: Jeder Einsatz dieser Maschinen kostet im Stall Geld, sofern dort Arbeitskräfte für z.B. die Erntezeit entbehrt werden müssen-diese Kosten muss man
    gegenrechnen (übersehene Brunsten, Lahmheiten etc). Dabei kann es passieren, dass ein scheinbar schön billiger, gut funktionierender alter Ladewagen die teuerste Maschine im Betrieb ist. Die Alternative Lohnunternehmer+selbst im Stall bleiben bringt in vielen Fällen die besseren Resultate.
    Was sich ein moderner Milchviehbetrieb sicher nicht leisten kann sind solche \"Schlampereien\" während der Ernte und auch sonst, womit wir schon wieder beim Thema Kosten/kg Milch wären...

  2. #42
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    15
    Hallo Treffler,
    wie bewertet ihr folgende Risiken bei den vorgestellten Außenfuttertrögen:

    - starkes Austrocknen des Futters im Hochsommer ?

    - Gefahr von Nacherwärmungen bei Wetterlagen wie heute ( Regen und Sonne im Wechsel ) ?

    - bei Schnee( wie in diesem Winter ), Hagel, Starkregen alles ein Matsch, anschließend Eis ?

    - Vogelfraß ?

    Frage : ist das erstrebenswert sein teuer und mit aller Sorgfalt produziertes und sein zugekauftes Futter anschließend ( wenn auch nur für 24 Std.) schutzlos dem Wetter auszuliefern ?
    Mag ja sein, daß es in der Praxis besser funktioniert, als ich mir das vorstellen kann, aber erstens habe ich über die Jahre gelernt, daß Konstanz in der Fütterung ein nicht unerheblicher Faktor ist und wechselde TS Gehalte im Futter passen da für mich nicht rein, und zweitens heißt bloß die magische Zahl 10.000 für mich nicht, daß alles paletti ist, weil mehr ja nicht geht oder soll oder muß ?

    Grüße, Henning

  3. #43
    stallbauer
    Gast
    Diese Fragen Henning können am besten die Betreiber beantworten, die es schon längere Jahre machen....bei der Fahrsilofütterung treten seit 35 Jahren die gleichen Fragen auf...und dennoch: sie laufen und laufen und laufen und laufen.....

    Ich würde die Fragen wie folgt baentworten:
    zu 1 = Wasser zusetzen (machen sonst auch schon etliche mit konventioneller Vorlage)
    zu 2 und 3 bei kritischen Wetterlagen mind. zweimal vorlegen...wird sich im Jahresverlauf auf nur wenige Tage beschränken....


    R. Seevers

  4. #44
    rocknrolldirk
    Gast
    Henning Aschermann schrieb:
    Hallo Treffler,
    wie bewertet ihr folgende Risiken bei den vorgestellten Außenfuttertrögen:

    - starkes Austrocknen des Futters im Hochsommer ?

    - Gefahr von Nacherwärmungen bei Wetterlagen wie heute ( Regen und Sonne im Wechsel ) ?

    - bei Schnee( wie in diesem Winter ), Hagel, Starkregen alles ein Matsch, anschließend Eis ?

    - Vogelfraß ?

    Frage : ist das erstrebenswert sein teuer und mit aller Sorgfalt produziertes und sein zugekauftes Futter anschließend ( wenn auch nur für 24 Std.) schutzlos dem Wetter auszuliefern ?
    Mag ja sein, daß es in der Praxis besser funktioniert, als ich mir das vorstellen kann, aber erstens habe ich über die Jahre gelernt, daß Konstanz in der Fütterung ein nicht unerheblicher Faktor ist und wechselde TS Gehalte im Futter passen da für mich nicht rein, und zweitens heißt bloß die magische Zahl 10.000 für mich nicht, daß alles paletti ist, weil mehr ja nicht geht oder soll oder muß ?

    Grüße, Henning
    Austrocknung ist ein eher kleines Problem, ebenso Schnee, Frost und etwas Regen. Der TM-Gehalt ist hauptsächlich bei der Erstellung der Mischung wichtig, um dort von jeder Komponente die richtige Menge einzumengen. Solange die Mischung nicht hochgeht, oder im Wasser absäuft(Gewitter) und die Kühe die vorgelegte Ration mit dem nachträglich veränderten TM-Gehalt wunschgemäß aufressen gibt es kein Problem.(der veränderte TM-Gehalt wird über die Tränken ausgeglichen) Nacherwärmung ist im Sommer ein Problem (insgesamt das größte), wenn bei schwülwarmem Wetter die Sonne den ganzen Tag das Futter heizt, wie derzeit. Man kann diesen Prozess mit diversen Konservierungsmitteln bremsen, was aber Geld kostet und eigentlich nicht nötig sein sollte.
    Neu bauen würde ich einen Futtertisch grundsätzlich mit Überdachung, um diesem Hauptprobleme vorzubeugen-mein Aussenfuttertisch war seinerzeit eine extrem preisgünstige Möglichkeit zur Herdenverdoppelung, und eine Überdachung wäre kompliziert und teuer gewesen(das Thema ist aber wieder auf dem Plan)
    An dem in TA vorgestellten Fütterungssystem sehe ich weder Kosten- noch irgendwelche anderen Vorteile, vor allem wenn nur gelegentlich Futterreste entfernt werden... Grundsätzlich ist es richtig, die Kühe der Witterung auszusetzen, das minimiert Keimbelastungen und nutzt die bekannten Effekte des direkten Sonnenlichts auf den Hormonhaushalt-aber das Futter gehört unter Dach, vor allem zum Schutz vor der direkten Sonneneinstrahlung.

    Gruß Dirk

  5. #45
    Erfahrener Benutzer
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    Hallo liebe Kollegen,

    es freut mich, dass so viel über unseren Stall diskutiert wurde! Ich versuche jetzt mal, auf möglichst viele Fragen und Aspekte einzugehen.

    Wir haben den Stall gebaut, weil wir unseren Bestand auf ca 120 Kühe aufstocken möchten. Das ist die Zahl, die wir uns mit 2 Personen zutrauen. Allerdings müßte Gerd dann seine Arbeit außerhalb des Betriebes aufgeben. Diese Zahl passt auch gut zur Fläche, die uns zur Verfügung steht.

    Eine Erweiterung des neuen STalles ist also geplant. Bzgl der Unterbringung des Jungviehs sind wir uns nicht sicher, ob der neue Stall erweitert oder der alte umgebaut werden soll. Eine Erweiterung ist bei dieser Bauweise im Vergleich zu den ersten Plätzen sehr günstig. Einfach den Beton verlängern und den Motor auf der einen Seite zurück setzen.

    Warum wird nicht für den Istzustand gebaut, sondern beim Neubau erweitert? Weil das nicht finanzierbar wäre. Besserer Kuhkomfort wird nicht in ausreichendem Maße entgolten.

    Bis wann wird der neue Stall den Anforderungen der Tiere und neuen Standards entsprechen? Wir haben bewußt sehr großzügig gebaut. Das soll den Kühen so viel Komfort wie möglich geben. Boxenbreite 1,25 und sehr breite Laufgänge. Somit auch biofähig. Und eben kein 6, sondern Vierreiher. Ist auch wegen der Freßplätze viel schöner.

    Kostet natürlich im ersten Moment so richtig Geld (wegen der fehlenden Überdachung aber nicht soooo schlimm). Aber: die Tiere, besonders die Färsen, haben DEUTLICH weniger Streß. Die Tiere sind sehr ruhig, da sie wissen, dass sie jederzeit fliehen könnten. Wenig Verletzungen.

    Zum Trog und Futtermanagement. Wir haben uns natürlich Tröge vorher angesehen. Unsere Freßgänge sind so breit, dass wir einen Futtertisch erstellen und diesen überdachen könnten. Aber nach letztem Sommer und diesem Winter sehen wir dafür absolut keine Notwendigkeit.

    Beim ersten Schnee waren die Kühe zugegebenermaßen etwas irritiert bis entrüstet. Danach gabs kein Problem. Bei dem starken Frost ging die Futteraufnahme etwas zurück, habe mir aber von Kammer und Beratern sagen lassen, dass dies auch bei konventioneller Futtervorlage so war.

    Die Entfernung der Futterreste ist kein Problem. Der Trog ist beschichtet und es ist ein leichtes, ihn mit einem Schneeschieber auszuschieben. Oftmals muss man dafür nicht einmal den Trog betreten. Wenn ja - dann nur mit sehr sauberen Stiefeln!!! Die Reste werden ans Ende geschoben, dort wohnen die Jungtiere. Sie bekommen sonst einfach alle paar Tage Siloblöcke in den Trog gekippt, sehr easy. Ansonsten lassen wir evt mal eine Hälfte liegen und füttern drauf und nehmen es am nächsten Tag mit raus.

    Schäffer etc ist für uns viel zu teuer, Anschaffung lohnt für die 5-10 Minuten nicht. Außerdem würde das Gerät zu viel Schmutz in den Trog eintragen. Und hier kommen wir zum Knackpunkt: ich würde nie einen unüberdachten Futtertisch für Milchkühe bauen. Das ständige drauf rumfahren, wenn es feucht ist, klebt das Futter an den Boden, dort gammelt es und ist schwer zu entfernen. Soetwas gibt es im Trog gar nicht, der ist ohne Putzen immer blitzblank!

    Dadurch, dass er draußen liegt, bleibt das Futter auch frischer als im Stall. Wir beschäftigen uns mit der Futtervorlage genau einmal am Tag, mehr Zeit für andere Dinge (Herr Wittke, auf die Organisation im Betrieb kommt es an!).

    Regen macht nichts, solange ausreichend Futter im Trog ist. Die Tiere scheinen dann einfach weniger zu saufen. Sind nur noch Reste da und es gibt so wie im vergangenen Jahr starken Regen, dann ziehen wir das Futter zu einer Seite und durch das 1%ige Gefälle fließt das Wasser ab. Ein Teil der Reste wird dann noch gefressen, der Rest muss weg (am Trogende mit Frontlader entsorgt). Passiert aber selten.

    Im Hochsommer kann abends gefüttert werden, wenn die Kühe von der Weide kommen. Sollte es sehr heiß sein, gehen die Kühe nachts raus. Dann ist das Futter der Hitze ausgesetzt. Vielleicht kann da unsere Sprenkleranlage für die Laufgänge das Futter und die Kühe beim Fressen kühlen. Ich befürchte, wir werden dieses Jahr keine Gelegenheit bekommen, das auszuprobieren...

    Ich sehe keinen Nachteil, wenn man zum Füttern über den Mist/Futtergang fahren muss. Der Schieber macht den vorher schön sauber und los gehts. In anderen Ställen muss oft die Überfahrt per Hand gereinigt werden etc! Ich finde Futtertische eine rechte Verschwendung, denn 4 Meter werden nur dafür genutzt, den Trecker einmal am Tag überdacht spazieren zu fahren. Ich finde es besser, wenn diese Fläche von den Tieren zum Auslauf an der frischen Luft genutzt werden kann. Ganz zu schweigen von der erforderlichen Höhe des Daches... (ich vergaß, mit Solar tuts nicht mehr so weh. Haben wir jetzt übrigens auch auf den Stall aufgesattelt, ziemlich häßlich).

    Natürlich hat der Trog auch Nachteile. Gruppenhaltung schwierig, wir sind aber mit Transponder zufrieden. Freßgitter nur auf einer Seite (wo nicht gefütter wird) möglich. Haben wir aber im alten Stall oder man macht sich eh einen Behandlungsgang. Die Tiere können so schön schnell weg, wenn ranghöhere am Trog nerven.

    Es steht auch mal eine Kuh im Trog. Wenn Futter drin ist, kommt sie auch so wieder raus. Wenn er fast leer ist, muss man evt erst füttern.

    Dann hatte Henning noch angemerkt, dass 10.000 Liter keine entscheidende, magische Zahl ist. Da gebe ich ihm recht. Allerdings scheinen wir unsere KÜhe nicht davon abhalten zu können, diese Leistung zu erbringen. Da wir eher etwas gemütlich sind, haben wir den Betrieb so geplant, dass er möglichst wenig Arbeit macht. Wir haben nur 3 Stallgebäude, einen Maschinen und einen Strohschuppen. Also wenig Lauferei und Tüddelei. Auch die Fütterung ist eher schlicht: Mais, Gras, Stroh, Kalk, Salz und fertige Vormischung. Geht ruckzuck. Und wir finden, dass unsere Kühe recht gesund sind. Seit Jahren kein ernsthafter Labmagen, selten Infusionen (bei älteren Kühen Kalzium prophylaktisch), kaum Nachgeburtsverhaltungen und große Freude über gute Klauen (toitoitoi).

    Seit 2 Jahren haben wir keinen Klauenpfleger mehr gehabt. Zunächst haben wir bewußt ausgesetzt, um die Klauen für den Umzug in den neuen Stall lang genug zu halten. Das kann ich wirklich jedem empfehlen!!! Und nun sind sie in den meisten Fällen immer noch kurz genug und es werden eben die Tiere sofort behandelt, die mal eine Lahmheit zeigen. Das ist nich allzu häufig. Und wir können einfach nur von Glück sagen, dass Mortellaro unsere Tiere so gut wie nie quält.

    Man kann ja viel von Arbeitseinsparung und Leistungssteigerung durch ganzjährige Stallhaltung reden. Aber die Fitness, Klauengesundheit, Fruchbartkeit die wir durch Weide und Offenstall haben, die muss erst einmal durch die Stallhaltung erbracht werden.
    (Zugegeben, Weidemanagement ist echt aufwendig. Und man braucht einen guten Hund, damit die Tierbewegungen von 1-2 Personen erledigt werden können.)

    Fruchtbarkeit ist derzeit nicht ganz unproblematisch (Aborte), da wir im letzten Jahr nach jahrelanger MD Freiheit und Nichtimpfen einen MD Einbruch hatten. Ich persönlich bin froh, wenn die MD Sanierung bundesweit irgendwann abgeschlossen ist! Außerdem besamen wir alles und verwenden auch beim Jungvieh keinen Bullen.

    Insgesamt haben wir versucht, den Stall so auszurichten, dass er den Kühen möglichst viel Komfort und uns möglichst wenig Arbeit bringt. Wir sind ganz froh, dass es in den meisten Punkten so geklappt hat. Ich muss dabei auch sagen, dass wir vom Hersteller Zimmermann hervorragend beraten worden sind. Bei deren Produkten steht das Wohlbefinden der Kuh auch ganz vorne an. (Super Liegebügel, fällt mir gerade noch ein. Was sind bei 120 Bügeln 20 Euro/Bügel mehr für eine Ausgabe - wenn die Kühe bestens und sehr schnell liegen, die Boxen echt sauber sind?)

    Wir haben ja keine Eigenleistung im Bau erbracht. Der Stall wurde in der echten Hochpreisphase gekauft. Aber wir haben es noch nicht bereut. Ich bin auch froh, dass wir doch nicht in ein Melkzentrum investiert haben. Das hätten wir nicht gewuppt. Nun stehe ich eben stundenlang im alten Melkstand. Das ist aber nicht so richtig schlimm (und schon gar nicht im letzten Winter, hahaha), denn ich schaue die ganze Zeit auf schön saubere Kühe, klare Sprunggelenke mit Fell drauf und freue mich über die sauberen Euter aus denen jede Menge Milch kommt.

    Gestern haben wir Jungtiere aus ihren Vollspaltenboxen auf die Weide gelassen. Ich hoffe sehr, dass sich die wirtschaftliche Situation so entwickelt, dass wir auch ihnen bald einen besseren Stall anbieten können. Das sieht aber im Moment eher noch mau aus. Ich tröste mich damit, dass sie aber ja mindestens 6 Monate des Jahres auf der Weide verbringen.

    Ich muss auch sagen, dass wir in einer bevorzugten Lage sind und hier draußen \"auf dem Feld\" die Möglichkeit haben, überhaupt so großzügig zu bauen. Das kann bestimmt nicht jeder. Allerdings muss auch in beengter Lage irgendwo gefüttert werden. Und dort könnte man eben Futtertischfläche sparen und den Tieren als Auslauf zur Verfügung stellen, gerade auch dann, wenn Weidegang nicht möglich ist.

    So, das reicht aber für den Einstieg.

    Einen schönen Sonntag wünscht Kirsten

  6. #46
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    Nun muss ich doch mal fragen

    wie geht es Euren Kühen bei diesem Wetter (Leistung, Gesundheit) und was macht Ihr gegen Hitzestress?

    Wir weiden jetzt nachts, damit die Kühe tags im Stall im Schatten sein können. Das scheint recht gut zu gehen, denn nach etwas Leistungsabfall geht es jetzt trotz steigender Temperaturen wieder besser. Das Futter im Trog scheint trotz Sonne kein Problem zu sein.

    Sollte von irgendwoher ein Lüftchen gehen, liegen die Tiere dort bevorzugt oder halten sich schon mal im Stehen in den Übergängen auf.

    ABER: wir haben ja zwecks Bewässerung der Laufflächen unterschiedliche Systeme in der Testphase installiert: Düsen aus dem Gartenbau, Rasensprenger oder einfach Löcher im Polyrohr.

    KEINE Kuh findet irgendeine Variante chick, um sich besprenkeln und kühlen zu lassen!! Mit genervten Gesichtern stellen sie sich so hin, dass sie um Gottes Willen nicht naß werden.

    Alle Bekannten, die ich befrage, berichten das Gegenteil.

    ???!???

    Gruss Kirsten
    (die ebenfalls nicht gern kalt duscht und wie die Kühe um die Sprenkler umzuklettert...)

  7. #47
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    Kirsten Wosnitza schrieb:
    Nun muss ich doch mal fragen

    wie geht es Euren Kühen bei diesem Wetter (Leistung, Gesundheit) und was macht Ihr gegen Hitzestress
    Moin Kirsten.
    Bis heute ging es noch immer. War der gefühlt heißeste Tag bisher. Den Kühen gehts besser wie den Menschen
    Die Bullen haben heute etwas schlapp gemacht. Die liegen die meiste Zeit rum und freuen sich, wenn sie mal ne kalte Dusche bekommen. Ein bisschen muss man ja immer aufpassen dabei, dass sie keinen Schock bekommen.

    Die Weiden halten sich bis jetzt noch. Neubewuchs ist kläglich, aber noch vorhanden. Keine großen Massen mehr, reicht aber. Im Überfluss schwelgen ist jedenfalls langsam vorbei. Nächste Nacht soll es aber wohl gewittern. Hoffentlich.

    Beim Gang in den Stall kriegen die Kühe eine kalte Dusche per Hochdruckreiniger. Niedrige Stufe, innen längs der Wand an der Tür vorbei. Hält auch die Fliegen draußen. Die Kühe stehen einen Augenblick draußen vor der Tür, gucken sich den feinen Sprühnebel an und dann gehen sie genüsslich langsam durch.
    Wenn sie alle drin sind halte ich noch einen Moment aus größerer Entfernung mit voll Power drüber. Der Nebel bläst dann durch den halben Stall. Die Hälfte der Herde duckt sich, die andere Hälfte reckt die Köpfe in die Höhe, um möglichst viel Wasser abzubekommen.
    Der Ventilator läuft die gesamte Melkzeit.

    Die Milchleistung ist natürlich etwas zurück gegangen. Nicht wirklich anders zu erwarten bei dem Wetter. Sonst keine gesundheitlichen Probleme. Einer frischen Kaiserschnittkuh gehts prächtig, obwohl sie sicherlich von der OP geschwächt sein dürfte. Die Hitze sieht man ihr nicht an.

    Was hast Du mit Deinen Kühen gemacht, dass die so wasserscheu sind??? B)

    Ich dusche bei dem Wetter übrigens gerne mal kalt. Und ich mache keinen Umweg um den HD-Reiniger, obwohl mir der Gartenschlauch nach dem melken lieber ist.

  8. #48
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    Wir haben zwei große Schattenflächen auf der Weide durch riesige Bäume am Rand und zusätzlich zum Wasserfaß eine Wanne aufgestellt, damit die Kühe schneller und mehr Wasser zu sich nehmen können. Bis jetzt klappt es gut.
    Wobei wir natürlich nicht Eure lange Hitzeperiode haben.
    Die Idee mit dem Hochdruckreiniger, Detmar, finde ich wirklich gut. Mal sehen, ob wir sie nicht übernehmen, wenn es weiter so bleibt.

    @Kirsten, Deine Kühe haben Dich sicher beobachtet, wie Du sorgfältig das kalte Wasser vermeidest und tun es jetzt ihrer Chefin gleich...B)

  9. #49
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    Hallo Doris und Detmar,

    ich weiß wirklich nicht, wie wir unseren Kühen die Wasserkühlung abgewöhnt haben. Wir hatten auch vor den Melkstandeingängen Düsen, aber da konnte ich, auch nach längerer Gewöhnung, jede Kuh einzeln reinholen. Die einzige die echt naß war, das war ich.

    Dies fand ich im zum Thema im Netz:
    http://www.coolcows.com.au/cost-of-hot-cows/excessive-heat-load.htm


    Ich kann mir gut vorstellen, dass das Duschen vor dem Melken im Stall gut hilft. Wir werden jetzt auch über den gesamten Wartebereich Wasser installieren. (Dann ist ja der Eingang in den unberegneten Melkstand ein Genuß...)

    Schönen Sonntag wünscht Kirsten

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