Eigentlich erstaunlich. Oder doch nicht? In jedem Markt gibt es etwas, dass die Produktionsmenge steuert, und somit auch den Preis. Nur in der landwirtschaftlichen Produktion nicht. Da heißt es seit Bekanntwerden der Quotenaufgabe und der jährlichen Aufstockung, der Markt würde sich schon selber regeln. Und das, wo der Markt aus den Menschen besteht, die an ihm teilnehmen. Was für die Bauern nicht gilt, wie auch das Bundeskartellamt festgestellt hatte.
Sind die Preise oben: Produktionsausweitung.
Sind die Preise unten: Produktionsausweitung.
Wir sind uns unsere eigenen Discounter. Die haben längst festgestellt, dass der Markt gesättigt ist. Und das ein Wachstum nur noch durch Verdrängungswettbewerb zu realisieren ist. Also jeder gegen jeden und fleissig die Konkurrenz im Preis unterbieten.
Letztens hatt eich irgendwi ein Interview mit dem Migros-Chef gelesen (schweizer Supermarktkette). Der war der Meinung, alleine um ihre Marktanteile halten und vielleicht noch ein wenig ausbauen zu können, müssten die Lebensmittelpreise deutlich runter. Um ein Drittel mindestens. Nicht, weil die schweizer Kundschaft die jetzigen Preise nicht bezahlen würde. Auch nicht, weil die schweizer Kundschaft auffällig über die Grenze nach Deutschland tingeln würde, um billiger einkaufen zu können.
Bisher hat die Quote zumindest ein wenig die Produktion gesteuert, wenn auch das Konstrukt dieser Quote von Anfang an schwerwiegende Fehler aufwies. Was steuert die Produktion nach Ende der Quote? Irgendwas kommt, ganz zweifelsfrei. Und nur der reine Verdrängungswettbewerb ist nicht dazu geeignet, da sich trotz jeder Verdrängung gesamtwirtschaftlich nichts verändert. Des einen Wachstum ist des anderen Schrumpfung. Am Ende bleibt nichts über. Im Gegenteil: die Wachstumsschritte fallen derzeit meist höher aus als die Schrumpfung auf der anderen Seite. Die Schweiz hat es uns vorgemacht.
Das hochwertige Futtermittel einfacher und preiswerter zugekauft werden können als Grundfutter verwundert mich. Wenn dem tatsächlich so wäre, warum wird das dann nicht schon jetzt in ganz großem Stile gemacht?
Und warum wurde in einem Thread nebenan gerade die Integration bei den Hähnchenmastanlagen gelobt, weil dort die großen Schlachtbetriebe in der Lage waren, die enorm gestiegenen Futterkosten (bei Geflügel weitgehend Zukauffuttermittel) weitergeben zu können?
Marktwirtschaftliche Lehre: Wenn erst eine Abhängigkeit von Importen/Zukäufen etabliert ist, die nicht durch Eigenversorgung mit Grundfuttermitteln ausgeglichen werden kann, dann kann man die Preise für Zukaufwaren erhöhen, deutlich erhöhen.
Dann wäre das eigene Grundfutter wieder deutlich günstiger. Wenn man aber aufgrund seiner Strukturen nicht mehr die Möglichkeit hat, auf Grundfutter auszuweichen, dann hat man sich seine Produktion selber verteuert.
Slowfoot der Fehler lag ja ganz woanders:
In der Schweiz muß man sich bei seiner Molkerei( überwiegend privat) einkaufen um liefern zu können.
Damals als die Milch knapp war hat man "sogenannte"Lieferrechte freigegeben und danach einfach nicht mehr zurückgenommen. Somit liefern die Eidgenossen Milch die eingentlich gar nicht hätte da sein sollen/können. ALso NIX freie Marktwirtschaft in der Schweiz. Diesen Hintergrund muß man wissen!! und nicht verschweigen!
Ich hab einen Berufskollegen dort der ist gar nicht froh darüber.
Aber das Preisniveau ist sowieso höher aber auch die Futterkosten.
Das Dielmma hat sich ja aber schon vor einem Jahr angebahnt und man ist sich nicht einig geworden mit der BOM. Nun schiebt man einen Butterberg vor sich her und ist nicht bereit die durch einen eigenen Beitrag zu reduzieren. Logische Konsequenz der Milchpreis fällt weiter!
Hallo Detmar,
Deine Darstellung ist wirklich sehr zutreffend!
Mir fällt es auch sehr schwer zu verstehen, warum sich einige Berufskollegen nichts sehnlicher wünschen, als sich in eine noch größere Abhängigkeit von noch weniger Abnehmern/Lieferanten zu begeben.
Dadurch entfernen sie sich Schritt für Schritt immer mehr vom idealen Zustand in einer Marktwirtschaft mit möglichst viel Wettbewerb.
Die Verarbeiter äußern immer deutlicher, dass sie ihre Zukunft in einer offensiven Exportstrategie sehen. Und da wir alle wissen, dass es in dieser Welt viele gibt, die deutlich billiger können als wir, ist klar worauf das hinaus laufen muss.
Der europäische Markt muss gesättigt sein, damit viel und billig erfolgreich platziert werden kann.
Kirsten
Das mag ja zutreffend sein, nichtsdestrotrotz steht ja noch die unbeantwortete Frage
im Raum, um wieviel (To /oder % ist wurscht), muss die schweizerische Milchproduktion abgesenkt werden um den "gewünschten" Milchpreis zu erreichen, gerade in Anbetracht der aktuellen Franken- Situation? Da soll mal einer ne fixe Zahl in den Raum stellen, dann redet man weiter.
Wieviel Produktionsausweitung war denn nötig, um den Preis verfallen zu lassen?
Um das herauszufinden, wirst den oben dargestellten Rechengang wohl nicht umgehen können, versuchs mal!
@Detmar und Slowfoot ich werd mal nachfragen bei den eidgenossen wie die ds sehen und meinen?!
FK
lass Dich nicht aufs Glatteis führen. Eine genaue Zahl interessiert hier in Deutschland niemanden. Und wenn, dann kann der SF doch leicht selbst bei den schweizer Nachbarn fragen. Einfach Martin Haab anrufen. Hm, allerdings müsste er da vielleicht am Telefon seinen Namen nennen - und davor hat er dann wohl doch nicht genug Popo in der Hose.
Es soll lediglich suggeriert werden dass, wenn man nicht auf eine Zahl mit zwei Stellen nach dem Komma hinweisen kann, das System oder die Kritik in sich nicht schlüssig ist.
Alles leicht zu durchschauende Maßnahmen davon abzulenken nach Lösungen zu suchen, die vielen Milcherzeugern langfristig das Überleben sichern können.
Bauern werden so gerne mal für dumm verkauft.
Gruß Kirsten
Warten wir einfach auf das, was der Holländer beitragen kann, warum KW selbst nicht daran interressiert ist, ich kanns mir nur mit Angst erklären, das Mathematik ihre Ideologie gegen die Wand fährt, das weiss auch jeder erfolgreiche Schuhverkäufer.....
Ob Fachbücher, DVDs oder die beliebten Cartoons von Uli Schnitkemper als Bettwäsche oder Badetuch. Im top agrar-Shop gibts alles auf einen Klick... Eingang
Unsere Aktion: Eine Woche Praktikum auf den top-Betrieben Mehr...
Die kostenlose Karrierezeitschrift für junge Agrarier. Zum epaper oder zur pdf...
Wir machen Schluss mit den Vorurteilen über die Bauern! Mehr...
Die praktischen Helfer für das Smartphone. Mehr...
Vier Teams, fünf Entdecker und vier spannende Landtechnik-Ziele. Jetzt entdecken...