Das kanadische System war doch aber schon vor über einem Jahr publiziert worden, Martin. Man hätte schon längst viel weiter sein können. Damals aber wurde gesagt, das ginge ja gar nicht, überhaupt nicht umzusetzen hier in Europa.
Ja, eine Mengensteuerung mit einem Aussenschutz funktioniert. Russland macht es uns auch gerade vor. Der eine schöne Exportmarkt, wohin die Meiereien so gerne liefern wollen, macht die Schotten dicht, wie es ihm gerade passt. Wer darauf spekuliert hat leicht mal verloren. Mit China ist es nicht viel anders. Süd- und Mittelamerika sind auch anvisierte Ziele deutscher Meiereien. Dumm nur, das Nestle schneller war und diese Märkte abgedeckt hat.
So wird es mit Export zukünftig verdammt schwer für uns. Das einzige, wie wir Export aufrecht erhalten könnten, wäre über den Preis. Und das ist es, was ich vorhin schrieb. Andere bestimmen über unsere Märkte und wollen das Heft nicht aus der Hand geben. Deshalb haben wir keinen Einfluss auf die Preise, die wir erzielen müssen, um unsere Kosten zu decken. Wir sind umzingelt von Marktbestimmern, tun aber selber nichts.
Und da sehe ich beileibe nicht, wieso die Meiereien mit ins Boot sollen. Zugegeben, wir Milcherzeuger haben mit dafür gesorgt, dass uns die Genossenschaften entwachsen sind. Da haben wir früher nicht aufgepasst und letztlich wurde es uns auch immer von der Meiereigeschäftsführung und vom Genossenschaftsverband als alternativlos verkauft. Wir wurden verkauft. Und haben zugestimmt. Jetzt stehen wir doof da und haben so gut wie keinen Einfluss mehr auf die Meiereien, ob wir nun Genossen sind oder nicht.
Ich habe es erlebt, als die Meiereisatzung bezüglich dieser unsäglichen "Winterrückstellung" geändert werden sollte. Welche ja den Bauern vorwirft, mit ihrem eigenen Geld nicht umgehen zu können, weshalb die Meierei selber es lieber verwalten sollte. Letztlich diente das nur dazu, die Bücher zu schönen. Und es war nötig, weil die Banken es verlangt haben, um Millionenkredite für Milchpulvertürme zu bewilligen. Aber das nur am Rande.
Jedenfalls: diese Satzungsänderung lief derart ab, dass der Genossenschaftsverband den Änderungstext vorstellte, dieser auf relativ breites Unverständnis traf, eine heftige Diskussion entbrannte, bis dann irgendwann etliche sinnvolle Vorschläge für einen sinnvolleren und besserer Satzungstext aus den Reihen der Genossen Milchlieferanten kamen. Es waren wohl so um die 10 bis 12 Vorschläge, die durchaus ernst zu nehmen gewesen waren. Und allesamt wurden von Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat und dem Vertreter des Genossenschaftsverbandes niedergeknüppelt. Muss man leider so sagen, denn die, die diese Vorschläge gemacht hatten, wurden tatsächlich in versammelter Runde verhöhnt, ausgelacht und beschimpft, was für einen Blödsinn sie denn da anbringen würden. Von eben diesen forderen Riegen wohlgemerkt, nicht aus den eigenen Reihen.
Nein, der Text für diese Satzungsänderung war vom Genossenschaftsverband ausgearbeitet und anwaltlich geprüft worden, den könne man auch nur genauso in die Satzung aufnehmen und nicht anders, auch wenn der Satz so für die Milcherzeuger völlig bescheuert klingen und rechtlich auch quasi überhaupt keinen Bestand haben könnte, anders wäre es eben für die Meierei rechtlich nicht möglich, das umzusetzen was sie will, nämlich das Geld der Bauern! Nein, das geht nur so mit genau diesem Text und nicht anders. Dieser Satzungsänderungstext ist alternativlos! Ja, dieses unsägliche Wort wurde live und in Farbe in der Versammlung ausgesprochen! Also Abstimmung, Pfoten hoch, wer ist dafür und wer dagegen?
Und weil die meisten Bauern Hunger haben und auch eingeschüchtert sind, weil doch schon über 10 ihrer eigegen Kollegen so niedergemacht und ausgelacht wurden ob ihrer sinnvollen Beiträge, so wurde dann eben mit relativ knapper Mehrheit der Satzungsänderung zugestimmt.
Übrigens, mal ganz nebenbei: Es wurde damals bei dieser Versammlung von Seiten der Meiereileitung gesagt, es würde in den Milchzetteln ausgewiesen werden, wann Milchgeld zurückgestellt wird und wie viel und wann es wieder in welcher Höhe ausbezahlt wird. Wegen der alternativlosen Satzungsänderung kam dieser Ausspruch leider nicht in Textform mit in die Satzung. Hätte er auch laut Genossenschaftsverband nicht dürfen. Ja, warum denn wohl??? Das ist jetzt gut ein Jahr her und ich habe bisher noch nie etwas über diese "Winterrückstellung" gelesen von der Meierei. Gar nichts! Die behalten einfach nur Geld ein, um es in neu gegründete GmbH's zu stecken, wo es eventuell nie wieder zurückfindet zu den Bauern. Ich habe jedenfalls keinerlei Anhaltspunkte, ob ich tatsächlich noch den Teil des erwirtschafteten Geldes als Milchgeld ausbezahlt bekomme, den ich vor der Satzungsänderung bekam.
Nein, ich glaube der Zug mit den Meiereien ist abgefahren. Wir haben selber eine Teilschuld daran. Aber da wieder was hinbiegen zu können, das sehe ich nicht mehr. Solange es noch Genossenschaften sind geht vielleicht einiges. Aber unser vierer-Konsortium hier oben, das DMK und andere "Leuchttürme", die sind keine Genossenschaften mehr, die haben die für uns Bauern wichtigen Firmenbestandteile in GmbH's und AG's ausgelagert, unserem Zugriff entzogen. Da könnten wir am verbliebenen genossenschaftlichen Teil der Meierei rütteln wie wir wollen, es würde sich kaum etwas für uns bessern. Das müssen wir schon selber machen. Aber nicht jeder für sich alleine, das würde nie funktionieren. Gerade dadurch, das man uns erzählt, wir würden alleine da stehen, schaffen es die anderen ja gerade, das sie uns über den Tisch ziehen. Und die ziehen einige offenbar so schnell über den Tisch, dass sie die dabei entstehende Reibungshitze für Nestwärme halten...
Nein, Reinhard. Nicht zum Anfangspost. Der stammte ja vom Wittke. Der stammt aus einer Zeit, wo die Wahrheit ein derart kostbares Gut war, dass man sie vor allen Menschen verstecken musste. Er würde sie auch heute vermutlich nicht mehr erkennen können. Aber das macht nichts. Er ist in Rente, für ihn spielt die Wahrheit eh keine große Rolle mehr.
Genau wie für den Achler. Der wird von uns bezahlt und das nicht schlecht. Vom Bauernverband wird der auch noch bezahlt für seine schicken Vorträge. Oder hält er die etwa für umsonst ab? Nein, der Achler kann schreiben und sagen was er will, sein Verdienst hängt davon kaum ab. Und so schlaue Sachen, die er erzählt. Wir haben Andienungspflicht und müssen notfalls auf für die Hälfte an Geld produzieren können. Ich sags ja, das setze ich gleich mal um. Der Vertrag mit topagrar besteht und die haben Andienungspflicht ihres Heftchens an mich, bezahlen werde ich zukünftig aber nur die Hälfte. Muss der Achler eben auch mal auf die Hälfte seines Lohnes verzichten und dafür am besten noch mehr arbeiten, sich mehr anstrengen. Sollen wir doch auch... Also gleiches Recht für alle!
Aber schön, dass Du Dich hiermit selber outest, tatsächlich nur stören zu wollen, weil Dir offenbar diese ernsthaften Diskussionen zuwider sind. Ach: und schön, dass Du schon so brav auf den Namen "Reinhard" reagierst.
Ich hatte ja vermutet, dass Dir dieses hier nicht so gefallen hatte:
Vielleicht hält ja Herr Achler auf der nächsten Reise nach Polen dort auch diesen Beitrag der stammt aus der Schweiz:
http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_28467.html
"Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber warb erneut für Fortschritte in der Bündelung der Milch und forderte darüber hinaus, eine gemeinsame flexible Mengensteuerung in Erzeugerhand zu etablieren"
Hallo!
Diese Forderung ist ebenso alt wie aussichtslos.
Ein Milcherzeuger, der sich nicht einem geordneten
wie harten Wettbewerb stellen will oder kann
und nicht bereit ist auch für bescheidenes Geld
viel zu leisten, wird in der zukünftigen
Milcherzeugung nicht bestehen können.
Das mag man bedauern oder gar verwerflich
finden, ändern wird man es nicht können.
MfG
Klaus Wittke
Hallo Martin,
ich denke, ich kann Dir Deine Fragen beantworten:
- Wie die Canadier es schaffen, einen derartigen Milchpreis zu verwirklichen?
Indem sie zusammenstehen, da ihnen ein guter Milchpreis wichtiger ist als sonstige Verschiedenheiten, die es dort sicher genauso gibt.
- Wie wir es schaffen könnten, es in Europa ebenfalls zu verwirklichen? Indem wir zusammenstehen und sonstige Verschiedenheiten einfach ignorieren, da dieses Ziel immens wichtig für uns alle ist. Da kann man sich eben Niedlichkeiten und persönlichen Animositäten nicht leisten.
Die Molkereien kannst Du vorerst aber mal außen vor lassen. Detmar hat es ja ausführlich erklärt. In den letzten Jahren hat man mehrfach versucht, die Molkereien mit ins Boot zu holen. Dies hat nicht funktioniert. Irgendwann muss man sich deshalb der Realität stellen, dass die meisten von ihnen ihre Lieferanten als reinen Kostenfaktor und ( sehr praktisch für die eigene Gewinnmaximierung ) als Restgeldempfänger sehen.
Somit bekommen wir, entgegen den so netten politischen Beteuerungen, dass man keine ausgeräumten Landschaften und Dörfer mag, eben doch amerikanische Verhältnisse, falls wir uns nicht selbst auf die Füße stellen.
Dann allerdings könnte es sogar mit einer tatsächlichen Partnerschaft mit den Molkereien klappen.
hier hat er auch rumgesabbert;
http://www.proplanta.de/Agrar-Nachri...334222273.html
Bei einem nachhaltigen Preisrutsch ist bei den Milcherzeugern wie bei den Winzern zu befürchten, dass die Milchproduktion aus zwar touristisch attraktiven, aber arbeitsintensiver zu bewirtschaftenden Regionen in die so genannten Gunstregionen abwandert. „Auch Milch ist mehr als ein Produkt“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.
Die Milchproduktion bringe nicht nur Geld in die Tourismuskassen einiger Regionen, sondern sei Motor für den ländlichen Raum in ganz Deutschland.
Nee nee FK, das ist keine Beleidigung, sondern Slowfoots sprachliches und inhaltliches Niveau. Vermutlich kann er nichts dafür. Daher ist es auch Zeitverschwendung, mit ihm zu diskutieren.
Kirsten
Oh Verzeihung, muss natürlich sabbelt heißen, so schnell passierts, aber war etwas
beschäftigt heute Nachmitteg, sehts mir nach...
Klar, passiert schon mal, weil das L genau neben dem R auf der Tastatur liegt, is klar geworden.
Kirsten
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