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  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Zur Diskussion:

    Politik
    25.07.2012
    Kritik an Energiepolitik der EU
    Nationalakademie warnt vor Biokraftstoff
    Die Erzeugung von Biokraftstoffen birgt erhebliche ökologische Gefahren: Das geht nach Informationen der F.A.Z. aus einer Analyse der Wissenschaftsakademie Leopoldina hervor. So verbrauche die Produktion von Bioethanol, Biodiesel oder Biogas mehr Fläche und verursache mehr Treibhausgase als andere regenerative Energiequellen.
    Von JOACHIM MÜLLER-JUNG

    Foto: MANZ, FLORIAN
    Die Nutzung von Biosprit und Biogas ist in größerem Maßstab „heute und in Zukunft“ keine Option für Länder wie Deutschland. Sie sollten demnach auch kein tragender Bestandteil der Energiewende werden. Das schreibt das wichtigste wissenschaftliche Beratungsgremium in Deutschland, die Nationalakademie Leopoldina, in ihrer neuen Stellungnahme zu „Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen“, die an diesem Donnerstag veröffentlicht wird.

    Gut zwanzig Wissenschaftler haben sich dafür aus naturwissenschaftlicher Perspektive mit den Voraussetzungen und dem Anbau von Bioenergie-Pflanzen befasst. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass die Erzeugung von Biodiesel, Bioethanol und Biogas, mit Ausnahme der direkten energetischen Umwandlung von organischen Abfällen, deutlich mehr Fläche verbraucht als andere regenerative Energiequellen, mehr Treibhausgase in den Landwirtschaftsbetrieben verursacht, die Nährstoffbelastung der Böden und Gewässer fördert und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.

    Berlin wird aufgerufen, darauf hinzuwirken, dass die Energiepolitik in Brüssel korrigiert wird. Die aktuelle EU-Richtlinie, wonach bis 2020 möglichst zehn Prozent der Kraftstoffe hauptsächlich durch Sprit aus Biomasse zu ersetzen sind, sollte „überdacht“ werden, empfehlen die Wissenschaftler. „Deutschland sollte sich vielmehr auf andere erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie konzentrieren. Die Einsparung von Energie und Verbesserungen der Energieeffizienz sollten Vorrang haben.“

    Grundlage der Analyse sind Lebenszyklusanalysen der Energieträger, in denen auch die Verunreinigung von Böden und Gewässern mit Nitrat und Phosphat, die Versalzung, Entwicklung der Artenvielfalt und Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel eingeflossen sind. Mit ihrer Stellungnahme widerspricht die Leopoldina dem Weltklimarat IPCC, der kürzlich zu dem Schluss gekommen war, dass Biomasse als Energiequelle zu empfehlen sei. Auch die jüngste Schlussfolgerung des Bio-Ökonomierates des Bundes, bis zum Jahr 2050 könnten in Deutschland 23 Prozent der verbrauchten Energie durch Bioenergie gedeckt werden, will die Nationalakademie nicht mittragen.

    Laut Leopoldina birgt die Produktion von E10 erhebliche Risiken für die Umwelt.

    Text: F.A.Z.

    Bildmaterial: MANZ, FLORIAN

  2. #2
    Neuer Benutzer
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    "Die Erstellung vollständiger Lebenszyklusanalysen ist schwierig und noch Gegenstand der Forschung. 26"

    Zitat: Aus der Leopoldina Studie, Seite 8 (Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen
    Bioenergy – Chances and Limits Kurzfassung und Empfehlungen)

    Wenn ich mir die Studie genau ansehe, sind doch viele Berechnungen reine Auslegungssache, die in die jeweilige Richtung gerückt werden können. Gerade was das Thema Biogas betrifft. Bei sachgereter/unsachgerechter Düngung sind die Nitrat- und Phosphor Belastungen sowie der Wasserverbrauch genauso hoch, als wenn Lebensmittel produzierrt werden. Durch die Energiewende ist es erstmals möglich dem Landwirt eine Alternative zur Produktion von Nahrungsmitteln zu bieten und dadurch Einkommensalternativen zu schaffen. Passend dazu ein Zitat von einem Viertklässler zu mir: "Warum darf der Landwirt nicht selber entscheiden, ob er Energie oder Lebensmittel produziert?"

    Ich glaube, dass kaum eine andere Branche so "klein" gehalten werden soll und so reglementiert wird wie die Landwirtschaft, denn Revolutionen haben meist Ihren Anfang in einer hungernden Bevölkerung (siehe Nordafrika).

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Bont, es steht Dir frei Energie vom Acker zu produzieren, nur halt zu Marktkonditionen und nicht zum 4 bis 6 fachen Marktpreis via EEG.

    Gruß
    Martin Schmidt

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