Frankreich

Biolandwirtschaft warnt vor „Industrialisierung“ der ökologischen Veredlung

Französische Biobauern warnen vor der Gefahr einer „Industrialisierung der ökologischen Tierhaltung“. Es gebe bereits etliche Großbetriebe, die eigentlich nicht mit den Grundsätzen des bäuerlichen Biolandbaus vereinbar seien.

In Frankreich hat der Verband der Biolandwirtschaft (FNAB) vor zunehmend größeren Veredlungsbetrieben im Ökolandbau gewarnt. Es bestehe die Gefahr einer „Industrialisierung der ökologischen Tierhaltung“, erklärte der FNAB kürzlich in Paris. Dem Verband zufolge gibt es in Frankreich seit einigen Jahren immer mehr ökologische Legehennenbetriebe mit mehr als 15 000 Hühnern. Nur 2 % der Eierzeuger erreichten derartige Größenordnungen, auf diese entfielen aber bereits 20 % des Gesamtbestandes.

Tierzahlen in dieser Dimension stünden „nicht in Einklang mit den Grundprinzipien des Ökolandbaus“, kritisierte der FNAB. Er bekräftigte seine Forderung nach einer Beschränkung auf maximal 9 000 Hühner pro Betrieb und spricht sich zudem für eine Flächenbindung in der Geflügelhaltung aus, um wenigstens eine anteilige Ernährung mit eigenen Futtermitteln sicherzustellen.

An Paris und Brüssel richtete der Bioverband die Forderung, bei der Umsetzung der ab dem Jahr 2021 gültigen neuen EU-Ökoverordnung nicht die vom Verbraucher bevorzugten Produktionsmodelle zu benachteiligen. Bestraft würden insbesondere kleinere Geflügelmästereien mit mobilen Ställen und die Schweinehaltung auf Stroh. Paris und Brüssel müssten das Vertrauen in die Branche erhalten und an einer „ehrgeizigen und anspruchsvollen“ Ökoverordnung festhalten, betonte der FNAB.

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Agra Europe (AgE)

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von Erwin Schmidbauer

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