Fleisch ist so teuer wie seit 20 Jahren nicht mehr, meldet heute die Financial Times Deutschland unter Berufung auf den Preisindex der FAO. Demnach würden auch die Preise für Getreide, Zucker und Speiseöl nach oben gehen. Auffällig sei dabei die ungewöhnlich schnelle Verteuerung von Lebensmitteln. Getrieben werde diese vor allem durch die hohen Weizenpreise.
Gleichzeitig senkte die FAO am Mittwoch ihre Prognose für die weltweite Weizenproduktion, so die Zeitung weiter. Sie soll jetzt nur noch 2 238 Mio. t betragen, 41 Mio. t weniger als noch im Juni erwartet.
Der steile Anstieg der Fleischpreise häng allerdings nicht nur mit der Verteuerung des Futtermittels Getreide zusammen. Auch der wachsende Appetit der aufstrebenden Mittelschichten in Asien und dem Nahen Osten auf Fleisch spiele eine Rolle, sagte der FAO-Experte Pedro Arias der Financial Times. "Die Händler sind nicht in der Lage, diese Nachfrage zu sättigen, weil die Herden verkleinert worden sind." Dies hänge wiederum mit den hohen Futtermittelkosten zusammen.
Einfluss auf die Preise haben darüber hinaus auch die Spekulationen an den Börsen. top agrar hatte darüber in den vergangenen Tagen ausführlich berichtet. So plant die EU-Kommission etwa, schärfere Regeln gegen die Spekulation mit Lebensmitteln einzuführen. Zugleich soll es an der Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) Überlegungen geben, bei der Ermittlung der Preise für Getreide-Terminkontrakte dem elektronischen Handel mehr Gewicht zu verleihen. Die Händler befürchteten allerdings, dies könnte die Preise verzerren. Hintergrund ist, dass der elektronische Handel teilweise von Computerprogrammen gesteuert wird, die bei einem bestimmten Kurs automatisch Käufe oder Verkäufe auslösen. Dadurch koppelt sich der Handel nach Ansicht von Kritikern zusehends von der eigentlichen Nachfrage ab, erklärt die Zeitung.
Nach den Funden in Köln-Wahn ist der Westliche Maiswurzelbohrers jetzt auch auf einem Maisacker in Straelen-Herongen gefunden worden. Wie die Landwirtschaftskammer NRW mitteilt, ist die Bekämpfung gemäß den Vorgaben der Europäischen Union bereits angelaufen. Dazu wurde in beiden Fällen eine Befallszone von 1 km um den Fundort ausgewiesen. In dieser Zone werden alle Maisflächen unmittelbar mit einem Insektizid behandelt. Der Anbau von Mais ist in dieser Zone zwei Jahre lang verboten. In einer Sicherheitszone mit einem Radius von 5 km um den Fundort ist der Anbau von Mais nach Mais verboten. Die Fläche in Straelen-Herongen liegt in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze. Deshalb wurden auch die niederländischen Behörden in die Bekämpfung eingebunden.
Die Europäische Kommission arbeitet aktuell an spezifischen Regelungen für den Schutz von Dauergrünland. Damit könnte es nach dem Erosionsschutzkataster eventuell auch ein Kataster für Grünland geben, befürchtet der Bayerische Bauernverband (BBV). Dessen Präsident Gerd Sonnleitner mahnt, es sei doch erklärtes Ziel der EU, die Vorgaben für Cross Compliance (CC) unbürokratisch zu gestalten.
In einem Schreiben an Prof. Klaus-Dieter Borchardt von der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission schilderte Sonnleitner, dass Deutschland die EU-Vorgaben zum Erhalt von Dauergründland hinreichend erfülle. Danach sei hier klar festgelegt, dass bei einer Verschlechterung des Dauergrünlandanteils um 5 % gegenüber Ackerland weitere Umbruchmaßnahmen nur mit Genehmigung erfolgen dürften. Werde eine 8- bzw. 10-Prozent-Schwelle überschritten, greife eine Verpflichtung zur Wiederansaat. Aus diesem Grund seien zusätzliche Regelungen nicht notwendig.
Sonnleitner versuchte Borchardt zudem klarzumachen, dass die Bauern nicht noch weitere Reglementierungen akzeptieren. Die Schaffung eines Dauergrünlandkatasters, aber auch die Übernahme von weiterem Fachrecht zu den CC-Vorgaben wären nicht hinnehmbar. Nicht zu vergessen sei auch das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und seine positiven Auswirkungen.
Kälbermast führt in Deutschland ein Nischendasein. Pro Jahr werden rund 300 000 Kälber gemästet. Das entspricht etwa der Hälfte des deutschen Verbrauchs, berichtet das Wochenblatt Westfalen-Lippe in seiner aktuellen Ausgabe. Von den 300 spezialisierten Kälbermästern in Deutschland würden 230 in der so genannten Vertragsmast arbeiten.
Über diese Vertragsmast hat sich Dr. Theo Göbbel von der Landwirtschaftskammer NRW Gedanken gemacht. In einem Kommentar erläutert er, dass man hierbei nach Lohn und garantiertem Schlachtpreis unterscheidet. In der Lohnmast stellt der Mäster einem Unternehmen seine Arbeitskraft und den Stall zur Verfügung. Tiere und Futter werden gestellt. Für die Betreuung der Kälber erhält er einen festen betrag, in der Regel etwa 50 Cent pro Kalb und Tag. Trotzdem bietet diese „Rundum-sorglos-Paket“ dem Lohnmäster kein sicheres Einkommen. Nur mit guten Leistungen und einer ausreichend großen Stückzahl kommen Mäster auf ihre Kosten.
Entscheidend sind hier Laut Dr. Göbbel die Festkosten für den Stall. Eng wird es, wenn der Mäster einen neuen Stall bauen und finanzieren will. Selbst bei 30 % Eigenkapital und günstigen Zinsen bleibt am Ende für die eingesetzte Arbeit und das gesamte Risiko nur ein bescheidener Betrag übrig.
Dort, wo die Kälber nicht im Lohn gemästet werden, sondern andere vertragliche Regelungen wie ein garantierter Mastpreis gelten, kommt es darauf an, wie viel „Freiheit“ der einzelne Mäster hat. Kann er sich die Einstallkälber aussuchen? Welchen Einkaufspreis muss er zahlen? Wer bestimmt den Futterpreis und die Zusammensetzung des Futters? Wie werden die fertigen Mastkälber abgerechnet und wie die Verluste verrechnet? Wie bei allen vertraglichen Bindungen kommt es auch hier auf die Details an.
Eine Besonderheit in der Kälbermast sind die integrierten Konzerne, die am Markt bzw. am Landwirt gleich dreimal verdienen, schildert der Kammerberater weiter und zählt auf: Am Verkauf der nüchternen Kälber, beim Verkauf der Futtermittel und am Ende beim Einkauf der fertigen Mastkälber. Die Erfahrung zeigt, dass das Geschäft mit der Vertragsmast für den Landwirt nicht immer aufgeht, wo hingegen die integrierten Konzerne in jeder Situation Geld verdienen – sowohl bei niedrigen wie auch bei hohen Kalbfleischpreisen. „Kein Wunder, dass diese Unternehmen rund um das Kalbfleisch laufend weiter wachsen und investieren“, so Dr. Göbbel.
Im Jahr 2009 wurde laut Informationsdienst der Landwirtschaftskammer NRW auf insgesamt 8 274 Betrieben eine Cross Compliance-Prüfung (CC) durchgeführt. Landesweit wurden dabei 673 der geprüften Betriebe beanstandet, das sind 8,1 %. Insgesamt haben die Behörden bei ihnen über 300 000 Euro Betriebsprämie gekürzt.
Am häufigsten wurden Verstöße mit einem Abzug von 3 % geahndet (161 Betriebe). In 34 Betrieben ging der Abzug über 5 % hinaus – vier von ihnen wurde die Betriebsprämie ganz entzogen. Bei den Ursachen für die Verstöße sticht die Rinderkennzeichnung heraus. Danach folgen Beanstandungen im Düngungsbereich. Auch die Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren wurde in einer relativ hohen Zahl von Prüffällen beanstandet.
So spät wie noch nie haben die niedersächsischen Kartoffelstärkefabriken erst jetzt mit der neuen Verarbeitungskampagne begonnen. Schuld daran ist nach einer Umfrage des Landvolkes das kalte Frühjahr mit verzögerter Auspflanzung der Kartoffeln; später hatten die Kälte im Mai und die anschließende Trockenheit das Wachstum ins Stocken gebracht. Wo nicht beregnet werden konnte, erwarten die Bauern teils kräftige Ertragseinbußen. Dies könnte sich auch auf die Kampagnedauer der Stärkefabriken auswirken, wenn ihnen durch eine schlechtere Ernte weniger Kartoffeln zur Verfügung stehen. Erst jetzt nach dem Regen ist das Wachstum auf den Feldern wieder in Gang gekommen. Manche Bauern befürchten aber, dass dies auf Kosten der Stärkegehalte gehen könnte. Sie hoffen jetzt auf Sonne, die noch einmal Zuwachs bei den Inhaltsstoffen bringen soll. Schäden befürchten auch Anbauer im Emsland, deren Flächen durch Hochwasser überflutet sind.
Der Bund plant, Kohlendioxid unterirdisch zu Endlagern zu leiten und dort zu speichern. Die Technologie nennt sich CCS. Wie die Financial Times berichtet, feilen die Behörden gerade an einer entsprechenden EU-Richtlinie. Die Regierung will die CO2-Belastung dabei im Vergleich zu 1990 bis 2050 um 85 % reduzieren. Fest eingeplant ist außerdem der Ausbau von CCS-Kraftwerken, die das CO2 nutzen. Ab 2025 soll die Technik für den Großeinsatz marktreif sein.
Mit großer Sorge hat der DBV auf die Pläne reagiert. Er bezweifelt grundsätzlich das Vorliegen eines Allgemeininteresses an der CCS-Technologie. Die CO2 Speicherung verringere nicht den Ausstoß dieses Klimagases. Vielmehr stelle die CO2-Endlagerung eine Form der Abfallentsorgung dar und diene überwiegend dem unternehmerischen Interesse, die CO2 Problematik kostengünstiger zu lösen als beispielsweise über den Emissionshandel, erklärte der Bauernverband.
Grundeigentümer und Landnutzer würden durch die Einführung der CCS-Technologie erheblich in ihren Rechten eingeschränkt, sowohl bei der Speicherung als auch beim Bau der Zuleitungen. Die in der Bevölkerung und Landwirtschaft bestehenden Befürchtungen, insbesondere hinsichtlich der Sicherheit für Mensch, Tier, Boden und Grundwasser, die Zerstörung und Enteignung von Äckern und Wiesen durch die Pipeline und das Endlager würden mit dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht entkräftet. Nicht zuletzt werden laut dem Verband erhebliche Einschränkungen in die regionalen Märkte, sowohl bei der Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten als auch bei der Werthaltigkeit der Grundstücke befürchtet.
Der Verkauf österreichischer Zuchtrinder ins Ausland hat sich nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 um zuletzt ein Drittel auf 16 200 Stück wieder etwas erholen können. Wie die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) mitteilte, erhöhten sich die Zuchtrinderexporte im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 6 %. Ingesamt wurden von Januar bis Juni 8 780 Zuchttiere ausgeführt, darunter 6 400 Tiere der Rasse Fleckvieh, 1 300 Stück Braunvieh, 750 Zuchttiere der Rasse Holstein, etwa 200 Stück Grauvieh sowie knapp 100 Pinzgauertiere.
Während in der ersten Jahreshälfte 2009 lediglich 40 % der exportierten Zuchttiere außerhalb der Europäischen Union verkauft wurden, waren es im Berichtshalbjahr 70 %. Besonders stark erhöhten sich nach Angaben der ZAR die Lieferungen nach Algerien, Marokko und Tunesien, die 3 848 bzw. 860 und 300 Zuchtrinder abnahmen. Innerhalb der EU war nach wie vor Italien mit 2 350 Stück der wichtigste Markt für die österreichischen Zuchtrinderexporteure.
Eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln hält der Bauernverband für unsinnig. Solche Information bringen seiner Meinung nach mehr Verwirrung als zusätzlichen Nutzen. Das belege auch eine aktuelle Studie des Ökoinstituts. Die Fachleute sehen in dem Vorschlag keinen Sinn und bemängeln die schlechte Datenqualität der benutzten CO2-Kennzeichnungen. Die Verlässlichkeit von CO2-Fußabdrücken sei damit begrenzt. Die Vielzahl der Betriebsstrukturen (Betriebsgröße, Lage, Transportstrecken usw.) und der Nahrungsmittel (Saison, frisch oder tiefgekühlt) sei schwierig objektiv abzudecken.
„Hiermit ist deutlich, dass eine unvollständige und unsystematische Veröffentlichung von CO2-Werten ohne Bezug auf andere Umweltaspekte von Lebensmitteln nicht zur Verbraucherorientierung beiträgt“, so ein DBV-Sprecher.
Bayerns Umweltminister Markus Söder plant keine Mittelkürzung bei Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Das hat das Umweltministerium heute nochmals klargestellt. Im bundesweiten Vergleich investiere Bayern seit jeher weit
überdurchschnittlich in Naturschutz- und Landschaftspflege. Man werde
sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Naturschutzmaßnahmen auf
unverändert hohem Niveau fortgeführt werden.Für den Naturschutz seien
bereits bis ins Jahr 2012 in erheblichem Umfang Fördermittel des
Umweltministeriums reserviert. Über den Doppelhaushalt 2011/12
werde der Bayerische Landtag entscheiden.
Hintergrund ist eine Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbandes vom Freitag, in der es heißt,
ab sofort werde der Minister keine weiteren Verpflichtungen für die kommenden
Haushaltsjahre eingehen sowie die Finanzmittel für diesen Bereich und
für das Vertragsnaturschutzprogramm drastisch reduzieren.
BBV-Umweltpräsident Walter Heidl hatte daraufhin einen Brief an den Minister geschrieben und erklärt, dass sich viele Landwirte offen für diese Form der Kooperation gezeigt hätten sowie zum Teil erhebliche Investitionen getätigt und sich somit auch ein zweites Standbein aufgebaut hätten. "Um so mehr würden die nun geplanten drastischen Einsparungsmaßnahmen die Betriebe treffen", hieß es in dem Schreiben.