[Direkt zum Text] [Direkt zur Navigation]

„GVO ist doch längst überall“

Drucken E-Mail
22.07.2009
 

Ernst-Ludwig Winnacker
Ernst-Ludwig Winnacker

Der Genforscher Ernst-Ludwig Winnacker hat die gentechnikfeindliche Haltung Horst Seehofers in Bayern in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten kritisiert. In der Süddeutschen Zeitung erklärte er, warum er keine Probleme bei GVO sieht.
So wiederhole sich für Winnacker die Geschichte: Vor 20 Jahren hätte es Attacken gegen die Forschung wegen der Roten Gentechnik gegeben. Heute würde gentechnisch hergestelltes Insulin hunderttausenden Zuckerkranken helfen und müsste nicht mehr aufwändig aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern und Schweinen isoliert werden. Das gleiche gelte für zahlreiche Krebsmittel.

„Die Argumente heute bei der Grünen Gentechnik sind exakt die gleichen wie damals“, so der frühere Chef der Deutschen Forschungsgemeinschaft weiter. „Auch Viren lassen sich nicht kontrollieren. Ich frage mich nur, was soll sich da ausbreiten? Die Gene sind alle aus der Natur genommen. Außerdem arbeiten Bauern jetzt schon mit genetisch verändertem Saatgut, ohne das sie gar nicht die nötige Ausbeute erzielen könnten. Wir müssen auch mit den Verbrauchern ehrlich sein: Fast jedes T-Shirt, das wir heute tragen, ist aus gentechnisch veränderter Baumwolle.“ Für den Forscher ist es daher wichtig, dem Verbraucher klar zu machen, wo die Gentechnik heute schon steht und das es kein Zurück mehr gibt.  

Für absurd hält Winnacker auch die Abstandsregeln bei GVO-Feldern. Die Maispollen würden doch kilometerweit fliegen. So wie es heute in Deutschland mit der Gesetzgebung zugehe, würden alle Forscher und Firmen abgeschreckt, „am Ende bleibe nur Monsanto übrig, und dann beschwert man sich, es gebe ein Monopol“.
Als Beispiel nennt der ehemalige Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates noch Kanada. Dank GVO hätten die Landwirte dort 350 000 t weniger Herbizide gebraucht.

Von Freilandversuchen will sich der einstige Berater von Edmund Stoiber denn auch nicht abbringen lassen. „Der Sortenschutz ist ziemlich streng. Gentechnisch manipulierte Pflanzen werden ja nicht einfach ausgepflanzt, sondern jahrelang geprüft. Auf Freilandversuche kann die Forschung nicht verzichten.“


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 3 von 3 Kommentar(en)

22.07.2009 19:27

Gentechnik ist nicht überall
Herr Winnacker, 
Wunschdenken kann man auch formulieren und publizieren. Gott sei Dank ist Gentechnik bei weitem nicht überall. Mit der "grünen Gentechnik" wird die letzte natürliche Barriere weit überschritten. Denn hier soll etwas in der Natur frei gesetzt werden, was auch nicht annähernd den Anspruch erheben kann, komplett erforscht zu sein. Die Epigenetik weißt auch den forschesten Wissenschaftler in die Grenzen des Wissens über die Mechanismen der Gene. Wir stehen erst am Anfang des zu Begreifenden.  
Vorschnell wir nach einem kurzen Überprüfungszeitraum von 90 Tagen freigesetzt was Profit verspricht. Und das ist unverantwortlich.  
Einmal mehr zeigt sich "wes Brot ich ess, dess Lied ich sing" nicht wahr sehr geehrter Ausfsichtsrat von Bayer AG und KWS-Saaten Herr Karl-Ludwig Winnacker. 
Landwirte und Verbraucher sind nur als kritiklose Nutzer und Profibringer gefragt. Schade für Ihren platten Versuch das niedere Volk für dumm zu verkaufen.
Peter Hamel

22.07.2009 12:56

GVO
Ich weiß von keinen Bauern der sich mit GVO besser stellt. Dagegen gibt es Berichte von GVO Baumwollpflanzern in Indien die eine höher Selbstmordrate aufweisen. Selbst wenn die Bauern bei uns eine Tonne Getreide um 5.-@ billiger produzieren würden, würde das nur Situation von ALDI und CO verbessern.
richard Rump

22.07.2009 11:53

So einfach ist es nicht Herr Winnacker
Die Anwendung der Gentechnik in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren und von Arzneimitteln wird rote Gentechnik genannt. Die Nutzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen zur Herstellung von Enzymen o. Feinchemikalien für industrielle Zwecke, in der Mikrobiologie u.d. Umweltschutztechnik wird weiße Gentechnik genannt. 
Bei der sogenannten grünen Gentechnik werden Nutzpflanzen gentechnisch verändert. Dabei werden zum Teil artfremde Gene in das Erbgut der Pflanzen eingebaut. Die genauen Folgen, die solche Erbgutveränderungen bewirken, sind größtenteils unerforscht und nicht abschätzbar, weder für die Natur noch für den Menschen.Während die Rote und Weiße Gentechnik auf geschlossene Systeme beschränkt sind, sollen gentechnisch veränderte Pflanzen auf den Acker, in der freien Natur freigesetzt werden. Das Risiko trägt der Landwirt, er haftet immer und ausschließlich , keine Versicherung der Welt versichert Folgeschäden der Gentechnik .Artenvielfalt und Populationen gehen durch den Anbau von gentechnisch manipuliertem Saatgut dramatisch zurück (in Südamerika z.B. bei Schmetterlingen über 50%, bei Bienen um ca.40%) 
Resistente Unkräuter nehmen zu und sind chemisch nicht mehr bekämpfbar.Bereits heute werden ganze Zuchtherden durch Verfütterung von BT-Mais unfruchtbar.4 global agierende Groß-Konzerne haben das Ziel wesentliche Teile der weltweiten Nahrungsmittelversorgung in ihre Hände zu bekommen.Hier geht es um Patente, Lizenzen und vor allem um das Saatgut von genmanipulierten Organismen. Über 95% der Wissenschaftler, die an Gentec-Food arbeiten, sind Angestellte der wenigen Gentec-Firmen bzw. von deren Aufträgen abhängig. Die Abhängigkeit der Landwirte von den Konzernen führt weltweit zur Leibeigenschaft. Wer braucht das? Der Hunger in der Welt nimmt nur durch das nicht gelöste Problem der Nahrungsmittel-Vert.so katastrophale Folgen an. 80% der Verbraucher in Europa lehnen Gentechnik in der Nahrung ab. 
Renate Kaupenjohann
Ulrich Kaupenjohann

Angezeigt werden 3 von 3 Kommentar(en)

Hier können Sie Ihren Kommentar schreiben



mXcomment 1.0.6 © 2007-2010 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved

top agrar-Börsentelegramm
Auslandstagebuch
top agrar-Redaktion
top agrar-Hilfe
top agrar-Shop
  Besuchen Sie auch...
traktorpower.gif
juniortreff.gif
topat_breit.gif
traktorpool
agripool.gif

Diese Seite speichern...
Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Oneview Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us

RSS-Feeds RSS-Feeds abonnieren