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 Ernst-Ludwig Winnacker
Der Genforscher Ernst-Ludwig Winnacker hat die gentechnikfeindliche Haltung Horst Seehofers in Bayern in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten kritisiert. In der Süddeutschen Zeitung erklärte er, warum er keine Probleme bei GVO sieht.
So wiederhole sich für Winnacker die Geschichte: Vor 20 Jahren hätte es Attacken gegen die Forschung wegen der Roten Gentechnik gegeben. Heute würde gentechnisch hergestelltes Insulin hunderttausenden Zuckerkranken helfen und müsste nicht mehr aufwändig aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern und Schweinen isoliert werden. Das gleiche gelte für zahlreiche Krebsmittel.
„Die Argumente heute bei der Grünen Gentechnik sind exakt die gleichen wie damals“, so der frühere Chef der Deutschen Forschungsgemeinschaft weiter. „Auch Viren lassen sich nicht kontrollieren. Ich frage mich nur, was soll sich da ausbreiten? Die Gene sind alle aus der Natur genommen. Außerdem arbeiten Bauern jetzt schon mit genetisch verändertem Saatgut, ohne das sie gar nicht die nötige Ausbeute erzielen könnten. Wir müssen auch mit den Verbrauchern ehrlich sein: Fast jedes T-Shirt, das wir heute tragen, ist aus gentechnisch veränderter Baumwolle.“ Für den Forscher ist es daher wichtig, dem Verbraucher klar zu machen, wo die Gentechnik heute schon steht und das es kein Zurück mehr gibt.
Für absurd hält Winnacker auch die Abstandsregeln bei GVO-Feldern. Die Maispollen würden doch kilometerweit fliegen. So wie es heute in Deutschland mit der Gesetzgebung zugehe, würden alle Forscher und Firmen abgeschreckt, „am Ende bleibe nur Monsanto übrig, und dann beschwert man sich, es gebe ein Monopol“.
Als Beispiel nennt der ehemalige Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates noch Kanada. Dank GVO hätten die Landwirte dort 350 000 t weniger Herbizide gebraucht.
Von Freilandversuchen will sich der einstige Berater von Edmund Stoiber denn auch nicht abbringen lassen. „Der Sortenschutz ist ziemlich streng. Gentechnisch manipulierte Pflanzen werden ja nicht einfach ausgepflanzt, sondern jahrelang geprüft. Auf Freilandversuche kann die Forschung nicht verzichten.“
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