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Schmitz: Klares "Nein" zu BDM-Forderungen

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27.08.2009
 

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Michael Schmitz, Professor für Agrarpolitik in Gießen

Eine freiwillige Mengenbegrenzung bei Milch bringt nichts. Das verdeutlichte Michael Schmitz, Professor für Agrarpolitik an der Universität Gießen, in einem Interview mit dem WDR. Damit erteilt er der Forderung des Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) eine klare Absage.

"Solche Eingriffe haben schon von staatlicher Seite aus nicht funktioniert. Die 1984 von der EU eingeführte Milchquote gilt heute als gescheitert. Die Politik hat die Bauern in ein Korsett gequetscht, ihnen Quoten zugeteilt. Weltweit hat die EU als einzige Region ihre Milchproduktion gedrosselt, sie hat jahrelang nicht an den wachsenden globalen Märkten teilgehabt. Nun wird die Milchquote jedes Jahr um 1 % erhöht, 2015 abgeschafft. Sie ist allerdings nicht Schuld an dem derzeitigen Milchüberfluss - weder Deutschland noch andere Länder der EU haben die höhere Quote ausgeschöpft", so Schmitz.

Die BDM-Forderung, einen Festpreis von 40 Cent pro Liter Milch durchzusetzen, um kostendeckend produzieren zu können, hält Schmitz für einen "Irrglauben". "Die Produktionskosten sind je nach Betrieb, Standort und Region unterschiedlich, wie will man da den kostendeckenden Preis berechnen? Ein fester Preis von 40 Cent würde womöglich dazu führen,dass die deutschen Molkereien Rohmilch und die Discounter ihre Milchprodukte aus den Nachbarländern importieren", befürchtet Schmitz. Außerdem könnte Deutschland seine wichtigen Exportmärkte verlieren.

Zwar könnten viele Milchbauern ihre Kosten derzeit nicht decken, allerdings zähle für ein Unternehmen ja nicht nur die Bilanz eines einzelnen Geschäftsjahres. Schmitz: "Nach Jahren der Planwirtschaft im Milchquotensystem, sind es die Milchbauern nicht gewohnt, dass Marktpreise nach unten gehen können. In manchen Jahren rutscht der Erlös der Bauern unter die Produktionskosten, dafür legt er in guten Zeiten Geld zurück. Wenn wir über den Milchpreis diskutieren, sprechen wir immer über faire Preise. Aber ein hoher Milchpreis ist unfair für den Verbraucher. Junge Familien mit Kindern, die viel Milch und Joghurt verzehren, freuen sich natürlich über die niedrigen Preise."

Die Maßnahmen aus Berlin und Brüssel zur Stützung des Milchmarktes hält Schmitz für ausgesprochen gut: "Unsere Politiker greifen den Milchbauern in dieser schwierigen Lageunter die Arme. Die Maßnahmen von EU und den Bundesländern sind vorbildlich: zinsverbilligte Liquiditätshilfen; Mittelaus dem Konjunkturprogramm; niedrigere Agrardieselbesteuerung und Umschuldungsprogramme. Mehr kann die Politik derzeit nicht tun. Eine Mengen- und Preissteuerung ist der falsche Weg."


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 5 von 18 Kommentar(en)

28.08.2009 09:43

Herr Prof. Dr. Schmitz
Herr Prof. Dr. Schmitz ist auch im wissenschaftlichen Beitrat des Milchindustrieverbandes und Mitglied des Expertengremiums der Agrarius AG, die sich auf Investments in Ackerland, Agrarimmobilien und Agrarfonds in Mittel- und Osteuropa spezialisiert hat. Es wird ein großes Wertsteigerspotenzial für die Investoren erwartet.  
Da kann man natürlich Objektivität pur erwarten.  
Sabine
Hans-Hermann Nohring

28.08.2009 08:24

WARUM ????
Herr Prof. Schmitz warum kämpfen sie mit ihrer Einstellung von Markt nicht gegen die Biogas Lobby? 
 
Denn alle von ihnen am BDM kritisierten Punkte treffen auf Biogas zu.
Hans Nagl

28.08.2009 06:45

Schmitz
lieber prof. verkaufen sie besser dr.titel und lassen die bauern in ruhe.
Jörg Weitzel

27.08.2009 23:05

Keine Quoten für Profs!!!!
Wir können unsere ´teueren Profesoren nicht mehr leisten. Wir brauchen aber ihre Arbeit deshalb müssen wir ihre Arbeitstelle Weltweit Ausschreiben. Lohn nach Angebot das heißt sie erfahren IHR Lohn(gehalt kann man es dann vielleicht nicht mehr nennen)am Monatsende ---Auch Sie können sich dann in guten Zeiten was zur Seite legen!!!!
Josef Doll

27.08.2009 20:47

Bauern sind Unternehmer
Wir Milchbauern sind Unternehmer und müssen Preise für unsere produkte erzielen mit denen wir die betriebe weiterentwickeln können, sowie uns und unsere familie entsprechend unterhalten können. desweiteren steht uns nach betriebswirtschaftlichen grundsätzen auch eine entsprechende verzinsung für unser eingesetztes Kapital zu. Wenn familien in Deutschland nicht genug Geld haben um die EU- weit billigsten lebensmittel zu kaufen- dann stimmt in diesem Staate vieles nicht mehr. Die bäuerlichen Unternehmer sind nicht das Sozialamt. Warum erzählt denn dieser Prof. nicht der Autoindustrie das sie die Autos billiger an familie verkaufen sollen oder reisebüros First-Claas Reisen für Familien zum Halöben Preis? 
Der herr Prof. hat sich mit seinen ÄÖußerungen selber disqualifiziert.
Maria Bange

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