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Interventionsbestände bleiben im Lager

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08.02.2010
 

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Die Interventionslager der EU für Milchprodukte bleiben vorerst prall gefüllt. In den öffentlichen Kühlhäusern der Gemeinschaft befanden sich am vergangenen Donnerstag noch immer rund 257 300 t Magermilchpulver und 76 300 t Butter - ebenso viel wie zwei Wochen davor.

Die privaten Butterbestände schrumpften im Saldo der Ein- und Auslagerungen allerdings um rund 1 600 t auf 22 600 t. In Deutschland befanden sich am Stichtag 9 900 t Butter in öffentlicher und 5 400 t in privater Lagerhaltung. Die Magermilchpulvervorräte beliefen sich hierzulande auf etwa 63 800 t.

Wie beim zuständigen Brüsseler Verwaltungsausschuss ferner bekannt wurde, haben die Butterpreise in der Gemeinschaft zuletzt wieder nachgegeben. Mit 288 Euro/100 kg wurde der Spitzendurchschnitt vom 17. Januar zwei Wochen später um 12 Euro unterschritten. Die Bundesrepublik lag damit genau in der Mitte: Der deutsche Durchschnittspreis sank um 8 Euro auf ebenfalls 288 Euro/100 kg. Exporterstattungen wurden von der Europäischen Kommission nach wie vor nicht gewährt: Anträge auf die Bezuschussung von Magermilch- und Butterausfuhren wurden abgelehnt.

Unterdessen veranstaltete der Verband der Europäischen Milchindustrie (EDA) am vergangenen Mittwoch ein Seminar zur Milchverarbeitungskette. Nach Angaben des Verbandes ertönte dabei der Ruf, den Milchmarkt künftig durch eine Kombination aus öffentlichen Marktmaßnahmen und privaten Risikoinstrumenten zu stützen. Dabei solle auch die EU weiter eine Rolle spielen.


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 1 von 1 Kommentar(en)

08.02.2010 12:33

Wie lange noch?
Was passiert im Mai, wenn Bestände aus der Intervention periodisch wieder ausgelagert werden müssen (Verderblichkeit, Verfallsdatum)? Gleichzeitig steht die Erhöhung der saisonal eh schon hohen Produktionsmenge durch eine weitere Quotenaufstockung um 1% an. 
Man darf dabei nicht vergessen, daß EU–rokraten nicht wie Kaufleute, sondern wie Beamte handeln, die um jeden Preis ihren Posten behalten möchten. 
Die politische Gemütslage geht aber eher in Richtung der Verhinderung einer großen neuen (Milchpreis-) Katastrophe 2010, jedoch fehlt in diesem Jahr das Geld für neue Kosmetik (Intervention, Exporterstattungen). 
 
Man darf gespannt sein welche (neue) Wege demnächst noch beschritten werden.  
Die Rückgabe der Mengenfrage an die Nationalstaaten, dann der Rücktritt von Fischer Boel, der Rauswurf vom nationalen Oberblockademeister Gert Lindemann aus dem Bundesministerium und der eindeutige Bericht des EU-Rechnungshofes waren jedenfalls schon gewichtige aber unerwartete Änderungen im Jahr 2009. 
 
Bemitleidenswert bleibt z. Z. lediglich die absolute Konzeptlosigkeit des DBV in der Milchpolitik. Die Bauern ertragen diese Demütigung aus den eigenen (obersten) Reihen nicht länger und ziehen vielerorts ihre Konsequenzen aus der bisherigen falschen Verbandspolitik.  
Ärgerlich sind die nicht genutzten Handlungsspielräume der sogenannten „eigenen Molkereien“.  
Als im Jahr 2007 Milch benötigt wurde, gab es innerhalb kürzester Zeit Wachstumsprämien von Molkereiseite um die Produktion schnell aktiv anzukurbeln. Aber jetzt wo es dringend nötig wäre, lehnt man sich an gleicher Stelle gemütlich zurück und lässt die Bauern im eigenen Milchsee ums Überleben strampeln, die eigene Marge stimmt ja. Die Psychologie des Marktes wird jedenfalls bei dieser strammen Versorgungslage keine positiven Preisanpassungen für die Milcherzeuger zulassen. 
Aber schaut man weit genug nach vorne (Jahrzehnt), so wie der große DBV-Experte Herr Folgart ist die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls-Treffers groß genug.
Marco Bosewitz

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