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Schweizer Mengenmodell unter Druck

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09.02.2010
 

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Das Schweizer Milchmengenmodell, das durch die Branchenorganisation Milch (BO Milch) verwaltet wird, steht massiv unter Druck. Wegen einer verweigerten Milchpreiserhöhung hagelt es Kritik von Seiten der Bauernverbände und der Politik. Die SVP (Schweizer Volkspartei) fordert sogar, die Auflösung der BO Milch zu prüfen. Die Bauernverbände Bäuerliches Zentrum Schweiz, Uniterre und BIG-M sprechen von einer unerhörten Provokation.

Wie die Bauernzeitung berichtet, legte der Vorstand der BO Milch den Vertragsmengenindex für Molkereimilch auf der Sitzung am 28. Januar 2010 fest. Keine Einigung kam hingegen bei der erwarteten Erhöhung des Richtpreises für Molkereimilch zustande. Dies führte in der Landwirtschaft zu harscher Kritik an der BO Milch.

Eine Auflösung der BO Milch lehnt Peter Gfeller, Präsident der Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP), derzeit klar ab. Die BO Milch müsse jetzt zwingend auf die Anwendung der von ihr beschlossenen Instrumente verpflichtet werden, so Gfeller. Dennoch zeigte sich auch Gfeller enttäuscht über den Nullentscheid der BO Milch.

Die Ursache für die ausbleibende Milchpreiserhöhung sieht Gfeller in einem Missbrauch der Machtposition. Problematisch sei zudem, dass für Beschlüsse der BO Milch immer eine Dreiviertelmehrheit auf beiden Seiten notwendig sei. Gerade bei inhaltlich schwierigen Fragen sei dies nicht erreichbar.

5.2.2010 Milchpreisstreit in der Schweiz

1.2.2010 BO Milch senkt Vertragsmilchmenge ab

2.12.2009 BO Milch beschließt Mengenmodell

 

 


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 1 von 1 Kommentar(en)

09.02.2010 09:43

Von den Schweizern lernen!
Nichts anderes als noch mehr Tyrannei für die Milcherzeuger kommt dabei heraus, wenn man die Produktionsmenge für Rohmilch allein von den Molkereien, oder einem von ihnen dominierten Branchen-Zusammenschluß steuern lässt.  
Die Installation einer sogenannten Branchenorganisation ist demnach in der kleinen Schweiz nur ein Vehikel zur Beruhigung der Bauern gewesen und wie man sieht, kein geeignetes Instrument zur Lösung von preissenkender Überproduktion.  
 
Das Beispiel Schweiz zeigt überdeutlich die unterschiedlichen Interessenlagen zwischen Molkereien und Milcherzeuger beim Rohmilchpreis, sowie den einseitigen Machtmissbrauch der Molkereien, wenn die politische Mengensteuerung fällt. 
Es ist eine Lüge, wenn man den Bauern erzählt, Molkerei und Milcherzeuger sässen in einem Boot, die Molkereien würden schon automatisch für ausgeglichene Preise sorgen, weil sie ja den Bauern gehören würden. 
 
Nur eine starke Bündelung der Milcherzeuger vor den Molkereien und die Möglichkeit die Produktionsmenge auf dem Rohmilchmarkt selbst zu steuern kann hier aus Sicht der Milcherzeuger zielführend sein. Erst wenn es wirklichen Wettbewerb um die Rohmilch beim Bauern gibt, kann auch der Preis wieder in auskömmliche Bereiche steigen.
Marco Bosewitz

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