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Ciolos lehnt Zollsenkungen für Zucker ab

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01.03.2010
 

Dacian Ciolos
Dacian Ciolos

Zollsenkungen für die EU-Rohzuckereinfuhren aus Industrie- und Schwellenländern wird es bis auf weiteres nicht geben. Das stellte EU-Agrarkommissar Dr. Dacian CioloÅŸ vergangene Woche klar. Portugal hatte im Vorfeld - unterstützt von Bulgarien, Finnland, Großbritannien und Rumänien - angesichts hoher Weltmarktpreise erneut Einfuhrerleichterungen für Rohzucker aus Zuckerrohr gefordert, um heimische Raffinerien, die traditionell Zucker aus Brasilien verarbeiten, zu bedienen. Bereits im Oktober war Portugal mit einem solchen Anliegen an die Kommission herangetreten, allerdings erfolglos. Der EU-Importzoll für sogenannten CLX-Zucker beträgt 98 Euro/t.

CioloÅŸ zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten mancher Raffinerien, an Rohstoff heranzukommen, rief jedoch dazu auf, diesen Umstand von der Gesamtlage am Binnenmarkt zu unterscheiden. Dort sprächen nämlich alle Anzeichen dafür, dass es weder in diesem noch im nächsten Wirtschaftsjahr zu einer Unterversorgung komme. Über die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) und die Initiative Alles-außer-Waffen seien bereits 2,1 Mio. t Zucker aus den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) für den Import in die EU vorgemerkt. Im Rahmen der Verpflichtungen gegenüber der Welthandelsorganisation (WTO) seien mit 510 000 t bereits 75 % des Gesamteinfuhrkontingents ausgeschöpft. Ferner könne man absehen, dass die Importquote für sogenannten Balkanzucker komplett genutzt werde.

Unter dem Strich der EU-Zuckerbilanz erwartet CioloÅŸ für 2009/10 einen Überschuss von 300 000 t. Unter diesen Umständen hält der Kommissar eine Senkung der Importzölle für nicht angebracht.


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 2 von 2 Kommentar(en)

01.03.2010 09:45

Beobachtungsgabe?!
Wenn manche Kommentarschreiber wüssten, dass der Rohzuckermarkt auf einen 30jährigen Preishoch sich befindet, wären die Kommentare womöglich anders ausgefallen. 
Die Qualität dieses Artikels über die Zollsenkung am Zuckermarkt gleicht dem, als wenn man in einem Haus (bei dem die hintere Türe nicht geschlossen ist) "nach" einem Hochwasser überlege ob man die vordere Haustüre nun auch öffnen sollte!?! 
Od. mit anderen Worten:  
Frau Aigner will ein "Sicherheitsnetz" in den Agrarmärkten einbauen...fragt sich nur in welcher "Höhe" bzw. als was es denn fungieren soll :?  
Die brüsseler Regulierungswütigen trimmen Ihre Aktivitäten in die Richtung es "höher zu hängen" damit nichts mehr "nach oben" hin passiert! 
Machen aber den Fehler es ohne demoktratische Grundregeln durchführen zu Wollen 8)
Günter Geltinger

01.03.2010 08:23

richtige Richtung
Wozu sollten Importe erleichtert, quasi bezuschusst, werden, wenn im Inland bereits genügend Ware vorhanden ist, ja sogar eine Überversorgung herrscht? Nur um wenige Industriebetriebe zu befördern, die es für nicht nötig erachten, ihr wirtschaften an den Markt anzupassen? 
Man wünschte sich solche Entscheidungen auch für andere landwirtschaftliche Bereiche. 
 
Gruß, 
Detmar
Detmar Kleensang

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