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 Dacian Ciolos
Zollsenkungen für die EU-Rohzuckereinfuhren aus Industrie- und Schwellenländern wird es bis auf weiteres nicht geben. Das stellte EU-Agrarkommissar Dr. Dacian CioloÅŸ vergangene Woche klar. Portugal hatte im Vorfeld - unterstützt von Bulgarien, Finnland, Großbritannien und Rumänien - angesichts hoher Weltmarktpreise erneut Einfuhrerleichterungen für Rohzucker aus Zuckerrohr gefordert, um heimische Raffinerien, die traditionell Zucker aus Brasilien verarbeiten, zu bedienen. Bereits im Oktober war Portugal mit einem solchen Anliegen an die Kommission herangetreten, allerdings erfolglos. Der EU-Importzoll für sogenannten CLX-Zucker beträgt 98 Euro/t.
CioloÅŸ zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten mancher Raffinerien, an Rohstoff heranzukommen, rief jedoch dazu auf, diesen Umstand von der Gesamtlage am Binnenmarkt zu unterscheiden. Dort sprächen nämlich alle Anzeichen dafür, dass es weder in diesem noch im nächsten Wirtschaftsjahr zu einer Unterversorgung komme. Über die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) und die Initiative Alles-außer-Waffen seien bereits 2,1 Mio. t Zucker aus den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) für den Import in die EU vorgemerkt. Im Rahmen der Verpflichtungen gegenüber der Welthandelsorganisation (WTO) seien mit 510 000 t bereits 75 % des Gesamteinfuhrkontingents ausgeschöpft. Ferner könne man absehen, dass die Importquote für sogenannten Balkanzucker komplett genutzt werde.
Unter dem Strich der EU-Zuckerbilanz erwartet CioloÅŸ für 2009/10 einen Überschuss von 300 000 t. Unter diesen Umständen hält der Kommissar eine Senkung der Importzölle für nicht angebracht.
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