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Brüssel will Milchsektor stärken

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19.07.2010
 

Milch
Milchtank

Die für das Jahresende erwarteten Vorschläge der Europäischen Kommission zur Stärkung der Milcherzeuger sollen sich auf die Bereiche Vertragsgestaltung, Erzeugergemeinschaften und Branchenorganisationen konzentrieren. Das hat EU-Agrarkommissar Dr. Dacian  Ciolos vergangene Woche gegenüber dem Ministerrat in Brüssel präzisiert, so AgE. Anlässlich der ersten politischen Diskussion über die Empfehlungen der hochrangigen Expertengruppe für den Milchsektor erklärte er vor Journalisten, diese drei Punkte seien miteinander verbunden und dürften nicht getrennt behandelt werden. Vor dem Hintergrund des Auslaufens der Milchquotenregelung müsse man den Erzeugern ausreichend Planungssicherheit bieten, um das Vertrauen für Investitionen aufzubringen.

Eine klare Absage erteilte der Kommissar Bestrebungen, eine Mengenregulierung durch den Staat beizubehalten. Das sei keine Lösung. Hinsichtlich einer möglichen Herkunftskennzeichnung für Milchprodukte erinnerte er an die ebenfalls für den Spätherbst avisierten Vorschläge zur Qualitätspolitik. Insgesamt wurden die Empfehlungen der hochrangigen Expertengruppe zum Milchsektor von den EU-Agrarministern begrüßt.

Nach Ansicht des DBV fallen die Expertenempfehlungen eher vage aus. Es werde nicht auf eine konsequente Markterholung gesetzt. Einerseits sehe man durchaus Chancen, über Erzeugerorganisationen und Molkereigenossenschaften die Marktmöglichkeiten besser auszuschöpfen. Allerdings müsse dabei die Verantwortlichkeit bei den Unternehmen verbleiben. Ein Rückfall in eine staatliche oder staatlich unterstützte Marktsteuerung lehnt der DBV strikt ab. Der Vorschlag, die Vertragsbeziehungen zwischen Milchlieferanten und Molkereien in schriftlichen Verträgen festzuhalten, wird ausdrücklich begrüßt. In Deutschland müssten die nach Marktstrukturgesetz möglichen Erzeugerorganisationen hierfür die Verhandlungsmacht der Milchbauern bündeln.


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 3 von 3 Kommentar(en)

21.07.2010 08:59

Traurig und dumm!!!!
Es gibt meist zwei Möglichkeiten, in einer Sache was zu bewegen . 
 
1 Möglichkeit: Mit anschieben in die richtige Richtung (höherer Preise ) 
 
2 Möglichkeit: Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Hans Nagl

21.07.2010 08:21

Traurig und dumm ?
Ja, es ist traurig und dumm, wenn immer die gleichen Argumente kommen, die sich in irgendwelchen Köpfen festgebrannt haben. 
 
Dass die staatliche Quote nicht zu halten war, sollte sich jetzt auch bis nach Bayern und in den Bayerischen Wald herumgesprochen haben. Leider ist es immer noch nicht soweit, sehr traurig! 
 
Im übrigen kenne ich niemanden, der gegen Marktsteuerung ist. Nur liegt das nicht mehr in den Händen von BDM oder BV!
Wolfgang Heinrich

19.07.2010 21:06

Traurig und dumm
Es ist schon traurig und dumm, wie sich der DBV gegen jede Marktsteuerung wehrt. 
Denn jede richtige Marktsteuerung erhöht doch den durchschnittlichen Milchpreis. 
Viele andere Branchen kämpfen mit illigalen Preisabsprachen fur höhere Preise . 
Nur bei den Milchbauern bekämpft uns unser alter Bauerverband. 
 
Noch ein Frage zum Schluss:  
 
"Warum kämpft der DBV nicht für die Abschaffung der Rübenquoten"?
Hans Nagl

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