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 Rapsernte
Werden Rapskörner direkt nach der Ernte im Boden vergraben, etwa durch eine zu intensive Stoppelbearbeitung, können sie durch die Lagerung in der Dunkelheit eine sekundäre Keimruhe aufbauen. Die Rapssamen dürfen also nicht zu tief und zu dunkel in den Boden eingearbeitet werden, schreibt Dr. Wolfgang Sauermann
von der LK Schleswig-Holstein im Wochenblatt Westfalen-Lippe. Vorteilhaft für die Auflaufrate von Altraps ist, den Acker nach der Rapsernte zunächst liegen zu lassen und keine Stoppelbearbeitung durchzuführen. Dazu gab es einen Praxisversuch. Die größten Samenmengen wurden gefunden, wenn nach der Ernte gepflügt wurde. Wurde vor dem Pflügen dreimal flach bearbeitet, so wurden bereits weniger Samen gefunden. Bei Verzicht auf die Bodenbearbeitung waren die Überdauerungsraten deutlich niedriger. Allerdings: Der auflaufende Raps kann die Kohlhernie vermehren. Er sollte spätestens nach drei bis vier Wochen umgebrochen werden, so Dr. Sauermann.
FH Soest: "Rapsstoppeln besser direkt mulchen"
Die Fachhochschule Südwestfalen hat gute Erfahrungen mit dem flachen Mulchen der Rapsstoppeln gemacht. Dies fördert auch den Auflauf des Ausfallrapses. Die das Wochenblatt berichtet, steht hierbei die Feldhygiene im Vordergrund. Die meist übliche Praxis, den Rapsacker sich zunächst einmal selbst zu überlassen, sei zwar arbeitssparend, aber nicht auf die Verminderung des Erregerpotenzials ausgerichtet. Die Landwirte sollten vielmehr der zügigen, effizienten Zerkleinerung der Rapsstoppeln ihre Aufmerksamkeit schenken, so die Wissenschaftler der FH. Neben der höheren Feldhygiene würden auch die Ausfallkörner stärker und gleichmäßiger auflaufen. Anzustreben sei eine sehr flache Kornbedeckung durch Feinerde oder Spreu mit Rückverfestigung, um die notwendige Keimfeuchte sicherzustellen. Die Forscher empfehlen daher eine intesive Zerkleinerung mit dem Mulcher.
Altraps verursacht viele Probleme
Starker Besatz mit Altraps führt zu überzogenen Bestandesdichten und zu
Beeinträchtigungen bei der äußeren und inneren Qualität. Zudem gibt es
eine Reihe pflanzenbaulicher Nachteile, erläutert Dr Sauermann. Die Pflanzen treiben sich im Herbst und haben eine hohe Neigung zum
Überwachsen und sind stärker auswinterungsgefährdet. Die Einzelpflanzen
sind schwächer. Solche Bestände gehen leichter ins Lager und lassen
sich mit Wachstumsreglern schwer halten. In dichten Beständen können
sich zudem die Infektionsbedingungen für Krankheiten durch das
ungünstige Mikroklima erhöhen. Und nicht zuletzt mindert Ausfallraps
die Qualität bei den wichtigen Inhaltsstoffen Erucasäure und
Glucosinolaten sowie Ölgehalt. Ausfallraps, der aus der Ernte von
Hybridraps entsteht, entspricht zudem der aufspaltenden F2-Generation.
Aufspaltungen in allen Merkmalen, wie z.B. Pflanzenlänge oder
Blühverhalten sind möglich.
Sehr schnell können sich die Bestandesdichten erhöhen, z.B. auf über 60
Pflanzen/m2. Durchwuchs kann zudem 50 % des Bestandes ausmachen. Kommt
mehr Aufwuchs durch als ausgesät wurde, kann der Bestand
Augenscheinlich einen guten Eindruck machen. Zu den genannten
Nachteilen kommt dann aber noch der nicht vorhandene Schutz vor
Schädlingen dazu, weil die insektizide Beizung fehlt.
Daher sollten alle Maßnahmen laut dem Berater optimiert werden, um den
Anteil des Durchwuchses so gering wie möglich zu halten. Das beginnt
mit der Minimierung der Ernteverluste. Sie liegen zwischen 190 bis 650
kg/ha. Das entspricht der 60- bis 220-fachen Aussaatmenge. Die erste
Maßnahme ist die optimale Einstellung des Mähdreschers und der richtige
Erntezeitpunkt. Zudem sind die Ernteverluste in stehenden Beständen
niedriger als in liegenden. Das spricht für standfeste Sorten und den
Einsatz von Wachstumsreglern, so Dr. Sauermann.
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