|
 Striegel
Viele Grünflächen haben sich inzwischen in braune Steppen verwandelt. Besonders betroffen sind die Flächen mit hohen Anteilen an Gemeiner Rispe. Diese flachwurzelnde, ausläufertreibende Art breitet sich bevorzugt auf zur Verdichtung neigenden, staunassen Böden aus und verhindert dort mit ihrer dichten, verfilzenden Narbe die Entwicklung wertvollerer Arten. Bestände mit Gemeiner Rispe neigen sehr schnell zur Verpilzung, werden von den Tieren gemieden und bringen nach rascher Anfangsentwicklung auch in Jahren mit gleichmäßiger Niederschlagsverteilung keinen weiteren Nachwuchs. In Trockenjahren sind diese Flächen die ersten, die Trockenschäden erkennen lassen.
Einen aktuellen Tipp zur Bekämpfung gibt Dr. Clara Berendonk von der Landwirtschaftskammer NRW diese Woche im Wochenblatt Westfalen-Lippe. Demnach stellt sich die Ausbreitung der Gemeinen Rispe besonders in Betrieben mit vornehmlicher Schnittnutzung als ein zunehmendes Problem dar. Mit ihrem dichten Narbenfilz verhindert sie darüber hinaus auch den Erfolg von Nachsaaten zur Bestandsverjüngung. Erfahrungen aus dem Trockenjahr 2006 zeigen jedoch, dass eine gewisse Chance besteht, wenn jetzt während der Trockenheit der abgestorbene Narbenfilz mit einem scharf eingestellten Striegel oder auch mit einer gewöhnlichen Egge ausgekämmt wird. In den hierdurch geschaffenen Lücken findet eine Nachsaat Platz zum Keimen.
Zwar empfiehlt die aktuelle Wetterlage zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Nachsaat. Damit sollte bis Ende August gewartet werden, wenn die Wetterprognose zunehmende Niederschlagsneigung ankündigt. Für den Einsatz von Egge oder Striegel ist jedoch jetzt der richtige Zeitpunkt erreicht. Bei scharf gestelltem Striegel wird reichlich Material ausgekämmt. Dieses sollte anschließend abgeräumt werden, damit die wertvolleren Gräser Raum finden, sich auszubreiten.
|
|
Leserkommentare |
|
|