|
 Weizen
Ein Freisetzungsversuch eines neuen GVO-Weizens ist an der Uni Zürich nach hinten los gegangen. Wie sich zeigte, verhalten sich gentechnisch veränderte Pflanzen im Freiland anders als im Gewächshaus.
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatten die Forscher vier Weizen-Linien um ein Gen einer alten Weizensorte ergänzt. Im Gewächshaus zeigten sich die Vorteile: Die Pflanzen waren resistent gegen Mehltau und brachten einen doppelt so hohen Ertrag. Nur bei dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zeigte sich der Weizen empfindlich. Die Forscher vermuteten eine geringere Widerstandskraft.
Auf dem freien Feld bestätigte sich dies. Die Pflanzen waren zwar resistent gegen Mehltau, der Ertrag brach aber um 50 % ein. Vor allem hatte offenbar jetzt der Mutterkornpilz leichtes Spiel. Die Befallsrate lag bei 1 %, zwanzig Mal soviel wie normal. Die Wissenschaftler gehen davon aus, das Freiluftbedingungen wie Trockenheit oder konkurrierende Pflanzen dem Gentech-Weizen zusetzen. Die Autoren der Versuche fordern daher eine Ausweitung der Freilandversuche, da man die vielfältigen Bedingungen draußen nicht im Gewächshaus simulieren könne. Nur so ließe sich die Wechselwirkung zwischen Genen und Umwelt verstehen.
Christoph Then, Geschäftsführer des Gentechnik-kritischen Verbandes Test-biotech hält diese Forderung für verfrüht, da die Bedingungen dort von zu vielen Zufällen abhingen. Notwendig seien einfach mehr Stress-Tests in den Laboren und Gewächshäusern, in denen die Pflanzen verschiedenen Umweltbedingungen ausgesetzt werden. Das hätten die Saatgutfirmen auch bei den bereits zugelassenen GVO-Sorten versäumt. Erst nach solchen Crashtests seien Freilandversuche sinnvoll, so Then in einer Presseerklärung.
|
|
Leserkommentare |
|
|